[Film] Kairo/Pulse (2001)

Jahr: 2001

Regie: Kiyoshi Kurosawa

Land: Japan

Zunächst zum Titel: Ursprünglich als „Kairo“ (was laut Online Übersetzung Seeroute als auch Stromkreis heißen kann) in Japan rausgebracht, wurde der Film 2005 in den USA unter „Pulse“ veröffentlicht, und ja, es gibt auch ein US-Remake, aber das braucht man sich wirklich nicht anzutun, vor allem, weil Ian Somerhalder mitspielt (pfui bah). Und nicht vom komischen Untertitel „DIe Schwelle zum Tod heißt Wahnsinn“ irritieren lassen…

Worum gehts? Versetzen wir uns in das Jahr zurück, wo noch nicht jeder Internet hatte und wo wir uns per Telefon und lustigen Geräuschen noch einwählen mussten. Nun eigentlich hat das so gut wie gar nichts mit dem Film zu tun, aber ich fands trotzdem lustig und nostalgisch.

Zunächst finden wir zwei Storylines vor:

Student Kawashima, der sich zum ersten Mal ins Internet einwählt und dann schließlich von seinem PC terrorisiert wird, der sich selbst einwählt, eine mysteriöse Seite aufruft, die per Webcam Menschen zeigt, die ziemlich agonisch und depressiv vor sich hinleiden. Also so, wie man sich einen richtigen Internetjunkie vorstellt, nur das jene den typischen asiatischen Geistern ähneln.

Dann ist da Michi, die ihre Arbeitskollegen nach und nach verliert, sowie Anrufe erhält, wo Computerstimmen sie um Hilfe bitten.

Worum geht es nun wirklich? Da dies kein amerikanischer Streifen ist, wo einfach irgendwelche Geister durch das Internet die Welt infiltrieren, hat das ganze eigentlich eine ganz andere Bedeutung. Es geht um Einsamkeit. Nehmen wir ein Beispiel an Kawashima, der Student ist, nix mit Computer am Hut hat, aber sich aus Gruppenzwang doch in die Internetwelt begeben will…“to connect with others“. Und was kann einsamer machen als das Internet?

Zu den Horrorqualitäten: Wer asiatischen Horror mag, wird einiges finden, wer amerikanischen Horror mag, wird nichts finden. Asiatische Geister sind meistens schattenhafte verschwommene Menschengestalten und bewegen sich recht stockend.

Fazit: Netter Film, auch wenn einige Dialoge etwas dumm waren, zu pathetisch und schon fast soap-artig. Aber ja, die Gesamtatmosphäre hat es ins sich. Stille Einsamkeit die so schleichend einkehrt, das man sie erst bemerkt, wenn es zu spät ist.