[Buch] Die Zwerge

Da ich in ein paar Wochen zu „Die Zwerge – Live“ gehe, habe ich im Vorfeld das Buch durchlesen wollen. Zugegeben, ich hätte das Buch sicherlich nicht weitergelesen, wäre da nicht die Veranstaltung. Aber erstmal zum Inhalt:

Zwerg Tungdil wächst als Findelkind unter den Fittichen des Magiers Lot-Ionan auf. Seine Heimat ist Ionandar, eins der fünf Magierreiche. Welches wiederrum im Menschenreich Idoslan liegt, eins der 7 Menschenreiche. Alle zusammen kuscheln sich im „Geborgenen Land“, welches umringt ist von einer Gebirgskette, welche wiederrum von 5 Zwergenstämmen bewohnt wird. Um sich nicht vollkommen zu verirren, bietet das Buch auch praktischerweise zwei Karten des Landes.

Tungdil soll für seinen Magiermeister ein Paket abliefern. Letzendlich schlittert der Zwerg allerdings natürlich mitten in einen Krieg zwischen Gut und Böse, sowie zwischen interne zwergische Streitigkeiten, wer der Nachfolger des Zwergengroßkönigs werden soll (drei mal dürft ihr raten, wer dann „plötzlich“ auch in den Kandidatenkreis gerät).

Der Zauberer Nudin hat sich mit einer bösen Macht verbunden und möchte zur Rettung des Geborgenen Landes einfach mal alle Menschen, Elben und Zwerge ausschalten. Öhm ja. So wird er zu einem untoten Überwesen, das niemand bezwingen kann und so macht sich Tungdil auf, um es doch zu probieren.

Eigentlich möchte ich Bücher nicht so zerreißen, aber hier muss es doch getan werden: Wieso?! Wieso ist dieses Buch ein Bestseller und vor allem, wieso wird es so in den Himmel gelobt? Ich hab nichts gegen Mainstream-Literatur und schlichte Fantasy….aber das, was man hier zu lesen bekommt, hat mich doch sehr geschockt.

Kritik:

– Markus Heitz kann nicht schreiben. Und er studierte angeblich Germanistik und Geschichte (anscheinend ohne Abschluß), war auch als Journalist tätigt. Das obwohl er nicht schreiben kann. Zumindest in diesem Buch zeigt er nicht gerade sein Können. Es liest sich, als ob es ein 15-jähriger geschrieben hätte.

– Sehr viele Logikfehler. Ein Absatz widerspricht sich mit dem davor. Die Umgebung ist plötzlich ganz anders als vorher beschrieben. Liegt wahrscheinlich alles daran, dass niemand dieses Buch Korrektur gelesen hat. Dann wäre auch aufgefallen, dass Heitz ab und zu doch „Tage“ und „Wochen“ schreibt, obwohl er sich doch eigene Begriffe dafür ausgedacht hat (das macht die Welt auch nicht echter…)

– Plump! Richtig plump. Der Autor hat anscheinend noch nie etwas von erlebter Rede gehört, was dem Buch mehr als gut getan hätte. Wie oft erwähnt er eigentlich, dass die Zwerge stur und eigensinnig sind? Wie oft liest man: „Denn das war die zwergische Eigenschaft, hast du, dümmster aller dümmsten Leser das kapiert, nochmal, Zwerge sind stur und eigensinnig!!!einself“. (Nein, das ist kein direktes Zitat, sondern meine Wahrnehmung während des Lesens). Schon mal etwas davon gehört, dass man Charakterisierungen auch über die Handlung vornehmen kann? Wohl nicht.

– keine Tiefe. Und nein, liebe Autoren, eine Erzählung kriegt nicht automatisch Tiefe, wenn man die Götter aufzählt, und sagt, dass jedes Land eine andere Flora und Fauna hat. Auch ein Charakter kriegt keine Tiefe, nur weil man seine Gedanken in direkter Rede notiert. Achso, und wieso hassen sich Zwerge und Elben? Joah, weil die Götter es so beschlossen haben, amen.

– die Geschichte ist vorhersehbar. Und wenn selbst ich die Geschichte vorhersehen kann, dann heißt das was.

– Gut vs. Böse. Gähn. Und dann bezeichnen sich die Guten auch noch ständig als die Guten. Ideal für Kinder, allerdings kommt dann doch zu viel unnötiges Gemetzel hinzu (Gemetzel ist okay, aber das sollte dann schon auch die Geschichte tragen)

– zu viiiiiiel. Viel zu viel. Wozu die Zwischenepisoden mit den Menschenkönigen, wenn am Ende überhaupt nicht mehr auf sie eingegangen wird?

– klischeehafte Darstellung von Zwergen. Hab ich schon erwähnt, dass die Tiefe fehlt?

– stellenweise kommt es mir so vor, als ob es ein Filmdrehbuch wäre

Positives:

– Zwerge als Hautpcharaktere, da hat der Autor nicht zu viel versprochen

– bis auf einiges Passagen liest es sich flüssig und unterhaltsam, wenn man großzügig über die Logikfehler und die plumpe Sprache hinweg sieht

– es ist sehr einfach geschrieben und wohl selbst für den lesefaulsten Menschen lesenswert

– nette Idee mit dem Zwischenspiel

Fazit:

Ich hab schon viel Fantasy gelesen, schlecht geschrieben Fantasy mit netter Geschichte, gut geschriebene Fantasy mit langatmiger Geschichte. Mainstream Fantasy. Aber hier bin ich doch sehr schockiert, dass das Buch so in den Himmel gelobt wird. Selbst mit Blick darauf, dass es Mainstream ist, finde ich das Buch sehr schlecht. Was eigentlich Schade ist, da ein paar Grundideen interessant sind und von einem guten Schreiberling (oder gar einem mittelmäßigem Schreiberling) sicherlich besser umgesetzt worden wären. Ich hab sicherlich kein Problem, wenn das Buch manchen Leuten gefällt, darf ja jeder lesen, was er will. Aber dass das dann als DIE Fantasysensation angeprangert wird….unverständlich.

Bin ich froh, das Buch durch zu haben. Und jetzt bin ich mir auch ziemlich sicher, dass „Die Zwerge – live“ das Buch um weiten übertreffen wird.:D