[Buch] Dschinnland (Die Sturmkönige 1)

Die SturmkönigeDschinnland ist der erste Teil von Kai Meyers Trilogie „Die Sturmkönige“, spielt in einer für mich relativ unbekannte Welt um Zentralsasien, die Seidenstraße und das alte persische Reich. Ein kurzer Blick in Wikpedia veriet mir, dass Samarkand sowie Khorsasan tasächlich existieren. In diesen Region spielt die Geschichte um Tarik, seinen Bruder Junis und die geheimnisvolle Sabatea.

Am Tag seiner Geburt trug sein Vater ihn auf einem fliegenden Teppich hinauf in den Himmel – Tarik al-Jamal, der beste Schmuggler auf den Himmelsrouten des Orients. Keiner reitet einen Teppich wie er – bis er draußen im Dschinnland, den tödlichen Wüsten zwischen Samarkand und Bagdad, seine große Liebe Maryam verliert. Gebrochen und einsam verdingt sich Tarik bei illegalen Teppichrennen. Doch dann will sein jüngerer Bruder Junis die mysteriöse Sabatea durchs Dschinnland nach Bagdad bringen. Tarik fürchtet um ihr Leben – und stellt sich einmal mehr den Geistern seiner Vergangenheit. Eine mörderische Jagd durch die Wüste beginnt, eine Odyssee auf fliegenden Teppichen, mitten in den Krieg zwischen Dschinnen und Sturmkönigen.

Ich muss gestehen, dass Geschichten, die im orientalischen Bereich spielen, so überhaupt nicht mein Geschmack sind. Aber da mir schon „Arkadien brennt“ recht gut gefallen hat, habe ich einfach mal zu einem weiteren Buch von Kai Meyer gegriffen.

Dschinne. Diese unterkörperlosen Geisterwesen, die in Flaschen wohnen und Wünsche erfüllen. Ja, irgendwie ist meine Vorstellung da erheblich von Disneys Aladdin geprägt, was wohl etwas weit entfernt vom tatsächlichen Mythos um diese Wesen liegt. Kai Meyer präsentiert hier eine Welt, deren Wurzeln sowohl in der Realität liegen, als auch in den orientalischen Mythen und Erzählungen. Jedoch wird dies mit einer eigenen Vorstellung verknüpft und somit eine neue Welt erschaffen. So sind die Dschinne hier das Produkt eines „Magie-Unfalls“, zwar auch schwebend und ohne Unterkörper, allerdings überhaupt nicht gewillt, den Menschen Wünsche zu erfüllen, sondern eher eine grausame Rasse, die Samarkand abgeschirmt hat und die Wüste, welche jene Stadt und Bagdad verbindet, vollkommen kontrolliert. Es werden auch neue Wesen eingeführt und mythische Wesen etwas anders dargestellt, als man es kennt. Insgesamt eine sehr gute Mischung aus Altbekanntem und Neuem! Keine Sorge, der Leser wird nicht von der fremdartigen Welt erschlagen, sondern langsam herangeführt.

Die Geschichte kommt schnell in Fahrt, nach einigen Seiten befindet sich der Leser schon mitten in dieser tödlichen Wüste und wird immer tiefer in die Wirren der Kämpfe zwischen Menschen, Dschinnen und Sturmkönigen gezogen. Ebenso bleibt ständig die Frage, was es jetzt nun eigentlich mit Sabatea auf sich hat, die ständig darauf drängt, nach Bagdad zu eilen. Welche Geschäfte muss sie da so dringend erledigen?Und wer sind die Sturmkönige, die für diesen Teil Trilogie immerhin Titelgeber sind?

Der Sprachstil ist auf sehr hohem Niveau, ich konnte keine störenden Schnitzer feststellen. Anhand der flüssigen Erzählung und der schönen Erzählweise war ich immer in der Geschichte gefangen, schon von den ersten Seiten an. Besonders gut hat mir die Darstellung der Dschinnen als sehr bösartige Wesen gefallen und die Lust darauf geweckt, mich mal etwas in die arabischen Mythen einzulesen.

Das Buch ist meiner Meinung nach für Jugendliche ab 14 Jahren empfehlenswert, es gibt eine recht erotische Szene und an einigen Stellen wird es ziemlich grausam, was mich persönlich an (nicht von Disney zensierte) Märchen oder ältere Mythen erinnerte. Ebenso empfehlenswert auch für Erwachsene und für alle, die ein Fantasybuch abseits eines phantastischen europäischen Mittelalters suchen oder sich schon sowieso für arabische Mythologie und 1001 Nacht interessieren.