[Buch] The Wise Man’s Fear (The Kingkiller Chronicle 2)

altAutor: Patrick Rothfuss (*1973)

Reihe: The Kingkiller Chronicles – Day Two (Teil 1: The Name of the Wind)

: 2011, USA

Genre: High-Fantasy, coming of age

Zielpublikum: wer Spaß an Rothfuss‘ Schreibtil und Humor hat (siehe sein Blog oder Facebook Seite), der wird hier erst recht belohnt werden.

2 Jahre habe ich gewartet. 4 Jahre haben andere gewartet. Wieso braucht der Mann so lange zu Schreiben? Weil ein durchweg durchdachtes und geniales Meisterwerk dabei herauskommt!

Inhalt: Der junge Kvothe ist nach wie vor Schüler der Universität, versucht weiterhin den Namen des Windes zu fassen und wird weiterhin von Geldproblemen und seinem „Erzfeind“ Ambrose geplagt. Auch hier zieht sich weiter, etwas im Hintergrund, der eigentliche rote Faden durch die Geschichte: Kvothe ist auf der Suche nach den Chandrian. Sie haben vermutlich seine Familie umgebracht, das Problem ist nur, dass nichts, außer einigen Ammenmärchen über sie bekannt ist…eigentlich glaubt so niemand an ihre Existenz.
Kvothe darf sich glücklich schätzen, er erhält von einem reichen Mann einen Auftrag und kommt so für einige Zeit raus aus der Universität, was zu einer recht abenteurlichen Reise führt.
Desweiteren bleibt da natürlich die Rahmenhandlung, in der Kvothe, sein Freund Bast und Chronicler nun am zweiten Tag zusammensitzen und Kvothes Lebensgeschichte lauschen.

Struktur:
Hier im zweiten Band ergibt sich der große Knackpunkt, der wohl die Gemüter spaltet: es passiert verdammt viel, der rote Faden bleibt sehr im Hintergrund. Es vergeht insgesamt gerade mal ein Jahr, was einen etwas stützig macht, da es nur noch einen weiteren Band geben soll, Kvothe viel erlebt hat und in der Rahmenhandlung schon über 30 Jahre alt ist. Da frage ich mich, wie diese zeitliche Differenz überbrückt werden wird. (Es sei denn, der dritte Band erscheint in zwei Teilen…).

Also, Kvothe erzählt verdammt viel, was alles absolut lesenswert ist und auch durchaus dadurch gerechtfertigt ist, dass er immerhin seine Biographie erzählt. Immerhin ist es nicht die Geschichte „Wie Kvothe die Chandrian fand“ sondern es ist die Lebensgeschichte eines Mannes, um den sich tausende Legenden winden. Ein Mann, der alles kann, als der größte Magier seiner Zeit gilt und anscheinend mehr gefürchtet und verhasst, als verehrt ist.

Einigen Lesern mag diese biographische Note sehr gut gefallen, anderen ist es vielleicht zuviel Biographie.

Stil:
Wow! Rothfuss lässt zwischendurch mal locker wunderschöne Reime (sogar Stabreime, die im englischen recht schwer zu konstruieren sind) einfließen, ist sowieso ein Meister der Beschreibung und lässt dann noch seinen persönlichen Humor mehr als deutlich reinfließen. Wer seinen Blog kennt, wird einige Parallelen zwischen ihm und Kvothe finden.

Mein persönliches Lesehighlight:
Kvothe versucht eine Truhe zu öffnen, und sagt dann schließlich, mehr gerate als gewusst, „Edro!“. Herr der Ringe Fans werden vielleicht wissen, welcher große Zauberer mit diesem Spruch ein großes Tor öffnen wollte, allerdings dann scheiterte.
Auch sehr schön: das Volk der Ademre! Ein ruhiges und besonnenes Volk, welches etwas asiatische angehaucht ist wegen ihrer „philosophischen Kampftaktiken“.

Die Serie gehört jetzt schon definitiv zu meinen absoluten Lieblingsbücher. Patrick Rothfuss ist einer der besten Schreiberlinge überhaupt! Lesen!