[Buch] Dragon Keeper (Rain Wild Chronicles 1)

Autor: Robin Hobb (Megan Lindholm)

Deutscher Titel: Drachenhüter

: 2009, USA

Reihe: The Rain Wild Chronicles

Taschenbuchausgabe: 552

Genre: High Fantasy

Die Rain Wild Chronicles spielen 6 Jahre nach dem Geschehnissen in der „Zauberschiffe“ Reihe und einige kurze Zeit nach denen aus den „zweiten Chroniken von Fitz, dem Weitseher„.

Auch wenn einige bekannte Charaktere auftauchen ist diese Reihe wie die anderen beiden Reihe unabhängig.

Hinweis vorweg: Wer weder die Zauberschiffe noch die Weitseher-Chroniken gelesen hat, sollte nicht mit der Rain Wild Chronik beginnen. Und am besten erst wieder beim Fazit meine Rezension weiterlesen! Es sind zwar keine großen Spoiler, aber es nimmt doch einiges vorweg.

Der Rain Wild Fluß hat etwas besonderes an sich, er ist anders und vor allem gifftig. Dennoch haben sich Menschen in seiner Nähe angesiedelt, in riesigen Bäumen leben sie fernab von dem schlammigen Boden.

Tintaglia, der einzige lebende Drache, hat einen Pakt geschlossen: Sie beschützt die Menschen vor Invasionen aus den Nachbarländern, während sie ihr dabei helfen, das Drachengeschlecht neu erblühen zu lassen. (Die dazugehörige Geschichte wird in den „Zauberschiffen“ erzählt)

Wasserschlangen, die in einem fernen Land aus Dracheneiern geschlüpft sind, finden nach einer langen Reise endlich ihr Ziel in den Rain Wilds Wäldern. Dort verpuppen sie sich, um im Sommer als Drachen zu schlüpfen. Doch sie sind zu schwach, zu unterernährt und kommen als Krüppel auf die Welt. Tintaglia ist verschwunden, die Menschen sind alleingelassen mit den Wesen, gebunden an ihren Vertrag, den Drachen zu helfen.

Protagonisten sind nicht nur die Drachen, sondern auch Thymara, ein „gezeichnetes“ Rain Wild Mädchen, welches eigentlich hätte sterben sollen. Die Rain Wild Bewohner mutieren von den Giften im Laufe des Lebens, Thymara kam schon stark gezeichnet auf die Welt, hätte deswegen eigentlich ausgesetzt werden sollen, aber ihr Vater weigerte sich. Sie ist eine Aussätzige.

In Bingtown wiederrum lernt der Leser Alise kennen, eine Art „alte Jungfer“, die nach Bingtown-Standards nicht gerade schön ist und noch dazu ein verqueres Hobby hat: mit Eifer studiert sie die Drachen und wünscht sich nichts sehnlicher, als jene in den Rain Wilds zu besuchen.

Dann wäre da noch Kapitän Leftrin, der mit „heiße Ware“ schmuggelt.

Deren Geschichten verweben sich natürlich mit der Zeit, im Zentrum der Geschehnisse die Drachen, die sich auf den Weg in ihre alte Heimat machen wollen.

Fazit

Ich empfinde Rain Wild Chronicles bisher als nette Ergänzung zu den anderen Reihen, allerdings im Vergleich doch recht mau. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und sympathisch, aber der Geschichte fehlt bisher der Biss. Nichtsdestotrotz finde ich es klasse, dass die Drachen hier eine zentrale Rolle einnehmen und man mit Alise und Thymara zwei sympathische Protagonistinnen hat.

Wer auf High Fantasy steht sollte unbedingt die anderen Reihen lesen, und wenn dann noch Zeit übrig bleibt, als kleinen Zusatzhappen sich die Rain Wild Chronicles zu Gemüte führen. Bisher ist es aber leider noch kein „must read“.

Das besondere an der Reihe sind auch die dargestellten gesellschaftlichen Probleme, die ungewöhnliche Umgebung der Rain Wilds Wälder und der Einbezug der Schiffsthematik, welche doch eher selten in High Fantasy vorkommt.