[Buch] Little Bee

Autor: Chris Cleave

: 2008, UK

Taschenbuchausgabe: 304 Seiten

Stichwörter: Drama, Charakterstudie, Frauen, Afrika, Humor

It is a truly special story and we don’t want to spoil it.
Nevertheless, you need to know something, so we will just say this:
It is extremely funny, but the African beach scene is horrific.
The story starts there, but the book doesn’t.
And it’s what happens afterward that is most important.Once you have read it, you’ll want to tell everyone about it. When you do, please don’t tell them what happens either. The magic is in how it unfolds.

Auf Wunsch des Autors verzichtet der Verlag auf eine genaue Inhaltsangabe. Ist sicherlich in einigen Fällen angemessen, aber hier meiner Meinung nach nur ein Marketing-Gag.

Daher folgt die Inhaltsangabe:

Zwei Frauen, die Nigerianerin Little Bee und die Engländerin Sarah, verbindet so gut wie nichts auf der Welt. Bis auf diese eine schreckliche Tragödie, die sich vor 2 Jahren an einem Strand in Nigeria abgespielte. Nun ist Little Bee in England, frisch entlassen aus dem Zentrum für Flüchtlinge und auf dem Weg zu Sarah. Gerade als Sarahs Leben komplett auf den Kopf gestellt wird, steht dann Little Bee schließlich vor ihrer Tür.

Die Geschichte ist stellenweise witzig, nicht „extremly funny“, aber doch zum schmunzeln. Aber „the magic is how it unfolds“ hat mir doch irgendwie mehr versprochen. Die Geschichte bietet zwar einige Überraschungen, aber doch keine wirklichen Wendungen. Keine der Enthüllungen scheint wirklichen Einfluß auf die Geschichte zu nehmen.
Positiv anzumerken ist definitiv das Charakterspiel der beiden Protagonistinnen, sowie die Verarbeitung des Thema „Immigration“/“Flüchtlinge“. Nicht zu moralisch, aber auch nicht zu lax, es wirkt gut recherchiert.

Die Erzählperspektive wechselt zwischen den Kapiteln von Sarah zu Little Bee. Ein roter Faden ist nicht immer ersichtlich, was auch an den Flashbacks liegen mag. Trotzdem ist die Erzählung flüssig und gut zu lesen. Nur leider fand ich das Ende ziemlich unpassend und unbefriedigend. Es passte einfach nicht zu der Stimmung, die das Buch vorher vermittelte. Das hat dann doch meinen bisher positiven Eindruck etwas runtergeschraubt.

Ingesamt eine gute Erzählung, aber bei weitem nicht so magisch und toll, wie man es sich aufgrund des Klappentexts versprechen würde. Klar, das Thema ist kontrovers und gehört sicherlich angesprochen, aber aus rein literarischer nicht so überragend, daher 3,5 Sterne.