[Buch] Die Geheimnisse der Tinkerfarm (Tinkerfarm 2)

Autor: Tad Williams, Deborah Beale

: August 2011, USA (September 2011, D’land)

Reihe: Ordinary Farm Series Band 2 (Tinker Farm Reihe)

Taschenbuchausgabe: 430 Seiten

Stichwörter: Young Adult, Urban Fantasy, Abenteuer

Ein Sammelsurium an Wunderlichkeiten verpackt in eine spannende Erzählung!

Die Geschwister Tyler und Lucinda Jenkins verbringen nun ihren zweiten Sommer auf der mysteriösen Tinkerfarm von ihrem Onkel Gideon. Seit letztem Jahr hat sich einiges verändert, mehrere Elektrozäune und Sicherheitskameras sollen das Grundstück sowie seine wunderlichen Einwohner vor ungewünschten Besuchern bewahren.
Lucinda verbringt den Sommer damit, ihre Bindung zu der kleinen Drachin Desta aufzubauen, während Tyler seinen Nachforschungen bezüglich Gideons verschollener Frau Grace sowie der Verwerfungsspalte, einer Art Riss im Raum-Zeit-Gefüge, nachgeht. Alles nimmt seinen gewohnten Lauf, bis der Farmherr Gideon eines Tages verschollen geht. Kurioserweise kurz nachdem die Jenkins Kinder erfahren haben, dass sie die Farm erben sollen. Bekanntlich brachte die Hexe Patience Needle nie große Sympathien den Kindern entgegen, hat sie etwas mit Gideons verschwinden zu tun, will sie sich so die Farm unter den Nagel reißen?


Aufbau: Sehr schön fand ich, wie zu Beginn der Erzählung nochmal die Ereignisse aus dem ersten Band indirekt zusammengefasst wurden und es kleine erklärende Erinnerungshilfen zu den Charakteren gab. So konnte ich mich recht schnell wieder an das bisherige Geschehen erinnern und brauchte keine extra Zusammenfassung. Die Erzählung wird abwechselnd aus Tylers und Lucindas Sicht erzählt, als auch ab und zu aus der Perspektive von Colin Needle, Sohn der Hexe Needle. Ganz anders als bei den „Solo-Werken“ von Tad Williams hat man hier keine lange und detaillierten Erzählungen, verbleibt nicht über eine längere Periode bei einem Charakter, sondern hat eine flott voranschreitende Handlung. Besonders zum Schluss hin wurde es so spannend, dass ich kaum das Buch weglegen konnte. Was ziemlich selten bei mir passiert.


Wertung: Zunächst einmal möchte ich (wie beim ersten Teil) die hochwertige Buchgestaltung loben. Der Schutzumschlag ist sehr stabil und zeigt auf dem schönen Cover Tyler, wie er gerade in dem Nest vom Drachen Alamu nach etwas sucht. Die Erzählung empfand ich als spannend, abwechslungsreich und nicht ganz so vorhersehbar wie ich es noch kurz vor Schluss vermutet hatte. Sehr erfreulich ist auch, dass eine übergreifende Handlung etabliert wurde, sodass die Reihe nicht auf ein Muster á la „ein abgeschlossener Fall pro Sommerferien“ zurückgreift. Ebenso neigen zweite Teile einer längere Reihe oft dazu, das sie letztendlich primär dem Handlungsaufbau und der Spannungsteigerung zum Finale dienen. Dies emfpand ich hier nicht, die eigene Handlung war zentraler Punkt, während quasi im Hintergrund der große rote Faden weitergesponnen wurde. Was hat es mit Gideons verschollener Frau Grace auf sich, ist sie irgendwo im Raum-Zeit-Gefüge zu finden? Und was verbindet die Tinkerfarm mit Forschungen in Madagaskar? Ist Patience Needle wirklich nur darauf erpicht, die Farm an sich zu reißen oder steckt mehr hinter ihren Plänen? Fragen über Fragen, ich erwarte wohl genauso sehnsüchtig wie die Jenkinskinder die nächsten Sommerferien, die sie auf der Tinkerfarm verbringen können.

Tad Williams „light“ für alle Fans, die sich eine flottere Erzählung wünschen, sowie auch für Freunde von urban fantasy empfehlenswert. 4,5 Sterne von mir!

Noch ein kleiner Hinweis: Dies ist kein Kinderbuch. Einige Szenen sind brutal, andere Stellen, zb. mit der Verwerfungsspalte, wahrscheinlich zu unverständlich. Ich würde die „Geheimnisse der Tinkerfarm“ so ab 12 Jahren empfehlen.

Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Klett-Cotta Verlag! Eine Leseprobe zum 1.Band gibt es hier.