[Buch] The Hunger Games (The Hunger Games 1)

Autor: Suzanne Collins

: September, 2008 USA

Reihe: The Hunger Games Band 1

Taschenbuchausgabe: 374 Seiten

Stichwörter: Young Adult, Adventure, Sci-Fi

Wir befinden uns in Panem, dem ehemaligen Nord-Amerika, welches nun in 12 districts unterteilt ist. Diese post-apokalyptische Welt wird von dem Capitol regiert. Alljährlich veranstaltet dieses die sogenannten Hunger Games. Diese sollen einerseits die reichen Bewohner des Capitols unterhalten und andererseits an die Rebellion der Distrikte erinnern. In einer jährlichen Lotterie werden pro Disktrikt ein Junge und ein Mädchen, sogenannte Tribute, ausgelost, die in einem abgeschotteten Gebiet um den Sieg kämpfen müssen. Und dabei ihre Konkurrenten töten. Denn die Regeln sind einfach: der letzte Überlebende gewinnt.

Die 16-jährige Katniss aus dem ärmsten Distrikt 12 tritt freiwillig an Stelle ihrer kleinen Schwester an. An ihrer Seite ist der Bäckerssohn Peeta. Nach einigen Vorbereitungen, der stilgemäßen Präsentation der Kandidaten sowie einer kurzen Vorstellung der schillernden Welt des Capitols, geht es auch schon in den Todeskampf der Hunger Games.

Aufbau: Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Katniss erzählt, was eine recht gängige Erzählperspektive bei amerikanischen Abenteuerromanen/-berichten ist.
Katniss wirkte auf mich wie eine recht kühle und rationale Person, deren einziges Ziel das Überleben ist. Nicht unbedingt ihr eigenes Überleben, sondern dass der Menschen, die sie liebt, allen voran ihre kleine Schwester Prim. Die Charakterzeichnung gelingt hier definitiv besser als bei Peeta, den ich recht dröge fand.
Die Handlung schreitet flott voran, die Sprache ist flüssig aber auch nicht zu schlicht. Alles im allen sehr gut zu lesen. Das einzige Manko am Aufbau der Erzählung wäre da das für mein Empfinden zu abrupte Ende.

Wertung: Uff, mir fällt die Wertung etwas schwer. Zunächst einmal habe ich etwas ganz anderes erwartet, da ich in meiner Erinnerung hatte, dass es sich hier um einen dystopischen Roman handelt. Das ist jedoch nicht der Fall. Das Setting ist zwar dystopisch, die Handlung würde ich jedoch ganz klar ins Abenteuer-Genre reinstecken. Ähnlich wie Lord of the Flies. Ich war ziemlich enttäuscht, dass es so wenig Einsicht in die utopische Welt gab, ebenso schien es mir, dass kaum Systemkritik geübt wird. Klar, der Fokus liegt ja auch auf den Hunger Games und nicht auf Panem selbst.

Zumindest waren die tödlichen Spiele wirklich spannend zu lesen. Allerdings muss ich sagen, dass ich kaum mitfiebern konnte oder mich die Geschichte sonderlich berührt hätte. Charaktere sind gestorben, bevor ich sie ins Herz schließen konnte. Ebenso fand ich es komisch, wie wenig das Töten der anderen Tribute in Frage gestellt wurde. Wie wenig Katniss sich selbst als Mörderin in Frage gestellt hat. Gut, man kann das damit rechtfertigen, dass sie in dieser Welt groß geworden ist, aber ganz so eiskalt scheint sie wegen ihrer Verbindung zu ihrer Schwester Prim doch nicht zu sein.

Also, zunächst einmal habe ich gemerkt, dass ich viel zu sehr längere Bücher gewöhnt bin. Mir fehlt bei The Hunger Games stellenweise einfach Inhalt, 200 Seiten mehr hätten durchaus gefallen. Immerhin ist die Erzählung sehr spannend und gut geschrieben. Wahrscheinlich hätte ich es besser empfunden, wenn ich vorher gar nichts darüber gehört hätte. Knapp an vier Sternen vorbei, da zu wenig emotional und zu wenig Gesellschaftskritik:

Nachtrag: Ich lese gerade Teil 2 und da kommt tatsächlich die Systemkritik auf. Irgendwie wirkt es auf mich so, als ob Teil 1 und Teil 2 eigentlich ein Buch sind, das im Nachhinein gespalten wurde. Aber da ich die Reihe sowieso direkt hintereinander lesen kann, kann es mir auch egal sein.  Ich habe auch Hoffnungen für mehr dysutopische Thematik.

Kinofilm: Sofern die Kinomacher es nicht komplett versauen, kann ich mir gut vorstellen, dass einer der seltenen Fälle auftritt, wo mir der Film besser als das Buch gefällt.