[Buch] Middlesex

Autor: Jeffrey Eugenides

Deutscher Titel: Middlesex

: September 2002, USA

Taschenbuch: 529 Seiten

Stichwörter: fiktive Biographie, Familiengeschichte, Migration

Die Geschichte um Middlesex wird von einem fiktiven Erzähler vorgestellt: es handelt sich um Cal, der zur Zeit als Botschafter in Berlin lebt und eine Fotografin datet. Doch Cal war nicht immer „Cal“, er ist als Mädchen „Calliope“ aufgewachsen. Cal ist ein Intersexueller, ein Zwitter, ein Hermaphrodit, viele Begriffe gibt es für sein Geschlecht. Doch seine Geschichte beginnt nicht mit Calliopes Geburt, sondern mit seinen Großeltern, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus ihrer griechischen Heimat Smyrna flohen und ein neues Leben in den USA anfingen. Was sie mitbrachten: eine Erbsünde, denn Lefty und Desdemona, Cals Großeltern, waren Bruder und Schwester, bevor sie in den USA Mann und Frau wurden.

Doch eigentlich geht es in „Middlesex“ nicht um die Verwirrung der Geschlechter oder um skandalösen Inzest, sondern um die Familie Stephanides. Wie sie ihre Wurzeln in den USA schlägt, wie ihre Kinder zwischen griechischer Kultur und dem amerikanischen Detroit aufwachsen und schließlich um die Kindes-Kinder, die den Wirrungen ihrer Hippie-Generation begegnen. Alles recht authentisch erzählt von Eugenides, der selbst griechische Wurzeln hat.

„Middlesex“ ist irgendwie ein Forest Gump, nur dass wir hier mehere Generation verfolgen, die durch die Geschichte wandern. Sehr schön fand ich auch, wie behutsam Calliopes/Cals Geschichte erzählt wurde, einfach wie die Geschichte eines Teenagers, der versucht sich selbst zu entdecken.

Jeffrey Eugenides erhielt für Middlesex den Pulitzer Preis. An einigen Stellen war die Erzählung leider etwas langatmig, aber insgesamt fand ich es einfach klasse, die drei Generationen zu begleiten.