[Buch] Elantris

Autor: Brandon Sanderson

Deutscher Titel: Elantris

VÖ: April 2005, USA

Taschenbuch: 508 Seiten

Stichwörter: Fantasy, Magie

Im Vorfeld habe ich einiges negatives über Brandon Sandersons Debütroman Elantris gelesen. Also nicht über das Buch an sich, aber über das angeblich sehr schlechte Ende. Dementsprechend habe ich lange gezögert, aber meine Sanderson-Sucht hat dann doch zugeschlagen. Tja, es hat sich gelohnt!

Inhalt: Elantris, Stadt der Halbgötter, welche über das Land Arelon herrschen. Die sogenannte „Shaod“ trifft normale Menschen und transformiert sie zu jenen magischen Geschöpfen, die nicht nur sehr lange leben, sondern dann auch eine starke magische Kraft inne haben. Allerdings geschah dann etwas Unbegreifliches. Anstatt Menschen in die schönen Wesen zu transformieren, verwandelte die Shaod sie in lebendige Leichen. Die Bewohner Elantris‘ wurden gejagt und ermordet. Seitdem trifft die Shaod regelmäßig Bewohner Arleons und macht sie zu lebenden Toten (nein, keine Zombies).

10 Jahre später: Raoden, Kronprinz von Arelon, ist mit Prinzessin Sarene von Teod verlobt. Als die Prinzessin Arelon erreicht, erfährt sie vom Tod ihres Verlobten. Und ist nun, dank einer Vertragsklausel, dass die Eheschließung im Todesfall auch eintritt, eine Witwe.
Doch Raoden ist nicht tot. Nun, zumindest nicht ganz. Die Shaod hat ihn getroffen, er wurde nach Elantris verfrachtet und müsste dort sein Dasein als Untoter fristen. Doch Raoden will sich seinem Schicksal nicht fügen und versucht herauszufinden, was vor 10 Jahren wirklich geschehen ist…
Derweil betritt der Hohepriester Hrathen das Land. Mit einem Auftrag des religiösen Oberhauptes vom mächtigen Staat Fjordell: in 3 Monaten soll er Arelon konvertieren und so den Staat Fjordell unterwerfen. Ansonsten wird die Bevölkerung massakriert.

Bradon Sanderson zeigt wie auch in seinen anderen Werken wie der Mistborn-Reihe, dass er ein Gespür für Magiesysteme hat! Natürlich ist es hier aufgrund der Kürze nicht ganz so ausgearbeitet, aber dennoch authentisch präsentiert. Gleiches gilt für die Charaktere, die nach gewohnter Sanderson-Art gezeichnet sind, mir haben sie schon nach einigen Seiten gut gefallen.

Nun zur Problematik, die für mich keine ist: die Kürze. Meiner Meinung nach zeigt Sanderson, dass High Fantasy nicht immer in zig endlosen Bänden präsentiert werden muss. Ja, es funktioniert auch in einem einzigen Buch! Natürlich muss man Abstriche machen, da die Erzählung flotter vorangehen muss und für vieles keine Zeit bleibt. Kritikpunkte wegen des Endes waren, dass zum Schluß hin alles plötzlich und ohne ersichtlichen Grund passiert, kann ich zwar irgendwo nachvollziehen, allerdings empfand ich da nichts als störend oder unschlüssig. Natürlich ist die Erzählung nicht so komplex und tiefgehend wie eine Fantasy-Reihe, aber dennoch fand ich Elantris spannend und einfach klasse.

Sanderson zeigt eindrucksvoll, dass High Fantasy auch als One-Shot funktioniert. Sofern man nicht die Komplexität von Mistborn oder The Way of Kings erwartet, ist man hier bestens bedient. Man sollte sich natürlich nicht an der Religionsthematik stören, die Sanderson auch hier einfließen lässt.

Bewertung: