[Buch] Legion

Autor: Brandon Sanderson  (*1975)

VÖ: September 2012, USA

Hardcover: 88 Seiten

Preis: 2,45 für die Kindle-Ausgabe

Stichwörter: Krimi, Kurzgeschichte

 

Ich habe mich etwas schwer getan bei der Stichwörter-Vergabe. Die Handlung ist zwar dem Genre crime & investigation zuzuordnen, allerdings ist der Protagonist etwas anders…nun, in Stephens Körper hausen nämlich mehrere Personen, die er imaginiert. Im Gegensatz zur Multiplen Persönlichkeit steuern sie allerdings nicht seinen Körper, sondern sind allein Halluzinationen von Stephen.
Eine kleine Anmerkung: multiple/“gespaltene“ Persönlichkeiten haben nichts mit Schizophrenie zu tun, das wird heutzutage fälschlicherweise in einen Topf geworfen. Bei der Schizophrenie hat ein Mensch krankhafte Schübe und leidet oft an Wahnvorstellungen, halluziniert zB. fremde Stimmen. Bei der Persönlichkeitsspaltung, die durch ein schweres Kindheitstrauma ausgelöst wird, gibt es tatsächlich verschiedenen Personen, die im gleichen Körper agieren. Erinnerungen, Gedanken, Verhaltensweisen sind da komplett verschieden.
Was Stephen nun genau hat, ob Halluzination oder Persönlichkeitsspaltung, darum streiten sich sowohl sein halluzinierter Therapeut als auch sein „fleischlicher“ 😀

Diese halluzinierten Personen, von Stephen „aspects“ genannt, helfen ihm bei diversen Fällen, da jeder so seine Spezialfähigkeiten hat, einer ist ein guter Mechaniker, der andere kann mit Hebräisch aushelfen und einer ist ein Waffennarr mit speziellen Kampfkünsten. Also arbeitet Stephen quasi mit einem Team zusammen, welches nur für ihn existiert. Als fantasy würde ich die Geschichte trotzdem nicht einordnen wollen, da es nunmal solche Fälle gibt, auch wenn es hier sicherlich nicht medizinisch akurat aufgearbeitet ist.

In Legion übernehmen Stephen und seine aspects einen Fall, in dem es um eine gestohlene Kamera geht. Besonders ist, dass diese Kamera Bilder von der Vergangenheit machen kann…

Die Geschichte hört leider viel zu früh auf und man wünscht sich direkt ein ganzes Buch! Hier handelt es sich wie schon bei Infinity Blade eher um eine spielerisches Experimentieren, als um eine „ernste“ Veröffentlichung. Die Kurzgeschichte war auch auf Sandersons Homepage kostenlos zugänglich, nun gibt es sie gegen Geld (generell lohnt ein Blick auf seine Homepage, es gibt zahlreiche Kommentare und „deleted scenes“ zu seinen Werken). Eher etwas für den Fan, der ein bisschen in Sandersons Arbeit reinschnuppern möchte oder für Kreative, die sich Ideen für wenig Geld holen möchten. Lesenswert war Legion auf jeden Fall, auch wenn wie gesagt am Ende das große Verlangen übrig bleibt, mehr davon lesen zu wollen!

 

 

Übrigens schickt Sanderson jedem, der sich das Hardcover gekauft hat (was wirklich nur Sammler machen, da es für die wenigen Seite schon teuer ist), kostenlos das Ebook zu. Sehr löblich!