[Serie] My so-called life

US- Ausstrahlung: 1994 – 1995

Deutscher Titel
: Willkommen im Leben

Länge
: 1 Staffel/ 19 Folgen á 45min

Darsteller
u.a:
Claire Danes als Angela Chase
Jared Leto als Jordan Catalano

Thema: Die Serie beschäftigt sich mit den „Schattenseiten“ des Teenager-Daseins, was wohl für die 90er Jahre noch recht neu war. So ziemlich alle heißen Themen werden aufgegriffen, Drogenmissbrauch, Sex (und auch Homosexualität), Kindesmissbrauch, Obdachlosigkeit unter Jugendlichen, Waffengewalt in der Schule, etc. Im Mittelpunkt steht die 15jährige Angela Chase, die eine on-off Beziehung mit dem Bad Boy (Marke: wirkt dümmer als er ist) führt und nebenbei ihre leicht abgedrehte Freundin Rayenne vor einigen Katastrophen bewahren muss.

Nun ja, ich habe damals die Serie nicht „live“ verfolgt, sondern kannte sie vom hören-sagen, wie toll und kultig sie wäre….deswegen habe ich die paar Folgen angeschaut. Kultig finde ich sie überhaupt nicht.

Chemie zwischen Angela und Jordan? Nicht vorhanden. Ich habe während der ganzen Serie nicht verstanden, auf welcher Basis sich die Beziehung entwickelt…okay, Jordan sucht vielleicht den schnellen Sex und Angela findet es cool, wie er immer an der Wand lehnt, aber sobald die beiden zusammen auf dem Bildschirm sind, ist da einfach gar nichts zwischen den beiden.
Auch wenn all diese brisanten Themen aufgegriffen wurden, fand ich die Erzählung insgesamt sehr langweilig. Dazu die grässliche „Jamaica“-Musik…etwas mehr Rock und Pop hätte da nicht geschadet.

Aber nun zu den positiven Aspekten:

– die Charaktere sind sooo normal! Mag sein, dass in amerikanischen Highschools die Mädels wirklich wie die Pretty Little Liars aussehen, aber das wirkt auf mich nicht authentisch (was bei den PLL auch okay ist, die Serie ist sowieso abgedreht). Angel Chase hingegangen, ja, so eine hätte ich in meiner Schulklasse sitzen können. Auch die anderen Charaktere sehen aus wie Menschen von der Straße, nicht so abgedreht stilisiert wie es heutzutage in vielen High-School Serien der Fall ist.

– die voice-Ooer von Angela sind herrlich. My parents keep asking how school was. It’s like saying, „How was that drive-by shooting?“ You don’t care how it was, you’re lucky to get out alive

– Angelas kleine Schwester, die irgendwie ständig übersehen wird. Und in einer Folge sogar selbst mal den voice-over geben darf

– Claire Danes natürlich! Momentan in einer meiner Lieblingsserien, Homeland, zu bewundern, hier in ganz jung, aber schon irgendwie mit ihren typischen Merkmalen. Im Gegensatz zu den ganzen vollbrüstigen Hollywood-Blondies hat sie schauspielerisch einfach was drauf. Und sieht halbwegs normal aus, hatte ich zwar schon erwähnt, aber mir gehen diese künstlichen Menschen in Film und Fernsehn echt auf die Nerven.

Wahrscheinlich hätte ich die Serie damals als Teenager ganz gut gefunden, da Angela eine Identifikationsfigur hätte sein können…aber jetzt haut My so-called life mich nicht wirklich vom Hocker. Und halbwegs gesellschaftskritische Serien gab es auch schon in den 90ern, Blossom, auch wenn es vorwiegend eine Comedy war, sowie Roseanne (mit Darlene und Becky als Teenager-Mädels). Und Clarissa war einfach nur cool.

Insgesamt kann ich 3 Sterne vergeben, schade, dass die Erzählung so träge war, da hätte man durchaus mehr daraus machen können.


Gibt es heute eigentlich noch solche Mädchencharaktere wie Angela und Co.? Spontan fallen mir als bekannte Teenager-Mädels Bella aus Twilight und Katniss aus den Hunger Games ein, die kurioserweise beide das gleiche Problem haben, welchen Kerl wählen sie am Ende…hmpf, dieses anscheinend typisch weibliche Problem habe ich nicht 😀

4 Gedanken zu „[Serie] My so-called life“

  1. Der einzige Charakter, der mir da einfallen würde, wäre Tessa aus Suburgatory. Die ist noch vergleichsweise normal, finde ich. Aber halt nicht sooo bekannt.
    Oder Hermione aus Harry Potter. Da spielte Liebe zwar in den späteren Büchern (und den Filmen vermutlich auch, aber die hab ich nicht gesehen) auch ne Rolle, aber war nie das Haupthema.

    Bei My so-called-life kann ich deiner Meinung nur zustimmen. Ich fand zwar auch einzelne Aspekte gut, aber das Gesamte so langweilig, dass ich nicht mal alle 19 Folgen durchgehalten hab.

    1. Ja stimmt, Tessa wäre vergleichbar…Hermione ist ja schon wieder etwas zu klug, wobei es sicherlich viele Eltern freuen würde, wenn Mädels sich an ihr ein Beispiel nehmen 😀

      Irgendwann hab ich auch nur noch so nebenbei geguckt. Leider waren die erwartenden Dinge am Ende doch sehr langweilig dargestellt, zb. als Rickie plötzlich obdachlos ist…die Zeit die er bei den Chases lebt wird nur ganz kurz angeschnitten.

  2. Wolke Hegenbarth „Mein Leben und ich“ lief früher auf RTL (jetzt auf SuperRTL). Das hab ich früher gerne geschaut und beschäftigt sich auf mit solchen Themen!

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