[Buch] Neverwhere

Autor: Neil Gaiman (*1960)

Deutscher Titel: Niemalsland

VÖ: 1996, UK

Taschenbuch: 370 Seiten

Stichwörter: urban fantasy, London

Ein kurzer Blick auf Wikipedia verrät, dass dieses Buch auf einer BBC Serie basiert, recht spannend, wie ich finde, da solche „Bücher zum Film/zur Serie“ ja normalerweise eher verpöhnt sind. Zumindest fällt mir da kein gutes Beispiel ein. Aber hier handelt es sich bei dem Autor und Produzenten um the one and only Neil Gaiman. Den ich bisher nur durch Coraline Buch+Film sowie den eher mittelmäßige Stardust Film kannte…

Inhalt: Richard Mayhew, Schotte in London, lebt ein ein strukturiertes 0815 Leben irgendwo in der upper middle class Londons…da wäre die zickige aber hübsche Verlobte, der undefinierte Job und ein paar Tassen Tee. Doch eines Tages findet er die verletzte Door auf der Straße, helfen oder weitergehen, er entscheidet sich für ersteres und wird in eine für ihn völlig fremde Welt gezogen: London Below.

Ich kenne London recht gut, da ich während meines Auslandsjahres da öfters war. Es handelt sich zwar nicht um meine Lieblingsstadt des Inselstaates, aber trotzdem fand ich das London-Setting in Neverwhere toll. Die Örtlichkeiten von London Above kennt man so ungefährt, und kann sich daher London Below recht gut vorstellen…ich musste da immer an diese uralten U-Bahnstationen denken, wo man sehr lange nach unten fährt. Oder an die eine schreckliche Station, wo ich mit einem uralt-Aufzug nach oben fahren musste (und da dann die Tür nicht auf ging…). Und ja, wie Richard habe ich die National Gallery mit der National Portrait Gallery verwechselt 😀 Habe beim Lesen auch an meine Tour durch die Edinburgh Underground Vaults gedacht. Jedenfalls ist das Setting klasse, dazu sprechende Raten, ein richtiger Earl’s Court, Black Friars…

Die Geschichte an sich ist eher geradlinig á la „suche Gegenstand/Person X“. In dem Fall macht diese Geradlinigkeit nichts, sondern verhilft dazu eine märchenartige Stimmung herzustellen. Es hat mich weniger an moderne Fantasy erinnert, sondern eher an ältere Werke, irgendwie fühlte es sich ein bisschen nach Gormenghast von Peake an, vor allem was die kurios-grotesken Charaktere angeht. Ein bisschen musste ich auch an Rip van Winkle von Washington Irving denken…von der Stimmung her hatte Neverwhere etwas aus der englischsprachigen Romantik, aber dann gab es ja doch wieder moderne Elemente, wie Richards Langeweile im 0815 Leben. Ein durchaus gelungener Mix aus alt und neu!

Das einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, war das Ende von Richards Geschichte…einige Dinge fand ich nicht schlüssig (*Spoiler* Wieso kriegt Richard plötzlich so viele tolle Dinge, als er vor seinem Verschwinden ins London Below hatte? Das mit der neuen Wohnung war noch schlüssig, aber der neue Job kam dann irgendwie wie durch „Zauberhand“…vielleicht, weil er nun der Warrior war? *Spoiler*) und insgesamt war es doch vorhersehbar, dass *Spoiler* Richard wieder zurück kehrt. Aber okay, es war auch bei Narnia vorhersehbar, dass die Kinder nach Narnia zurückkehren. 😀 *Spoiler* Das sind jedoch nur kleine Dinge, die mir nicht gefallen haben, aber das Buch an sich nicht schlecht machen.

Insgesamt: flüssig und schnell zu lesen, mal was zum lachen, dann wieder Spannung und Action. Ein halbes Sternchen Abzug, weil Richard mir teilweise ein etwas zu flacher Charakter war.

 

 

Nochmal hier vielen Dank an Thanatos für das Geschenk! 🙂

Ein Gedanke zu „[Buch] Neverwhere“

  1. Freut mich sehr, dass Dir das Buch so gut gefallen hat. 🙂
    Und ich hab sogar was gelernt! Dachte bislang nämlich, dass das Buch vor der Serie dagewesen wäre. Danke für die Aufklärung!

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