[Buch] The Black Prism (Lightbringer 1)

Autor: Brent Weeks  (*1977)

: 2010, USA

Reihe: The Lightbringer Series (Teil 1 von 4)

Deutscher Titel: Schwarzes Prisma

Taschenbuch: 800 Seiten

Preis: 6,49 Euro für die Kindle-Ausgabe.

Stichwörter: Magie, coming of age, Krieg, Politik, Verrat

Inhalt: Da haben wir Kip, der unter eher ärmlichen Verhältnissen lebt und miterleben muss, wie sein Dorf niedergebrannt wird. Als ob das nicht genug an Schicksal wäre, erfährt er noch, dass er der Bastard von Gavin Guile ist. Gavin Guile ist nicht irgendwer, sondern der wahrscheinlich mächtigste Mann der Welt, das Prism. Wie es so ist, haben mächtige Männer schwere Geheimnisse. In Gavins Fall ist es ein ziemlich blaues… 😉

Aufbau: Weeks schafft hier ein Magiesystem, welches ziemlich an einige von Sandersons Magiesystemen erinnert (va. The Way of Kings und Warbreaker). Allerdings braucht man nicht mit Plagiatsvorwürfen anzukommen, Weeks schafft es, etwas eigenes zu kreieren: Chromaturgy. So basiert das Magiesystem auf Licht und Farbe, es gibt drafter verschiedener Farben, die mit dem aus Farben „hergestellten“ Luxin verschiedene Dinge anstellen können, zb. aus Blau Schwerter temporär erschaffen. Je mehr Farben ein Drafter nutzen kann, desto nützlicher ist er. Und hier kommt das Prism ins Spiel, denn er kann völlig ohne Hilfsmittel weißes Licht draften, es in alle Farben spalten und diese nutzen.

Die Erzählung spielt in den Seven Satrapies, sieben mehr oder weniger autonome Staaten, die allerdings zentral von der Chromaria aus regiert werden, welche sich wiederum aus dem Prism, dem White und den Colors zusammensetzt. Das Prism spielt hier eher eine theologische Rolle, so wird jemand mit diesen Fähigkeiten nur einmal pro Generation geboren (der Slayer lässt grüßen!). Doch so geschah es, dass vor 16 Jahren zwei Männer Anspruch auf diesen Titel hatten und somit der False Prism War entflammte…

Die Charaktere sind sehr erfrischend, da wäre der weinerliche, aber doch mutige dicke Junge Kip (der herrliche sarkastische Kommentare über sich selbst abgibt), die aufbrausende Karris und natürlich god-like über-sexy Gavin, der doch anders ist, als es auf den ersten Blick scheint (sogar über das typische „harte Schale-weicher Kern“ Klischee hinaus 😉 ). Was mir besonders gut gefallen hat ist, dass die Charakter sich nicht so ernst nehmen, wie man es vielleicht aus anderer epischer Fantasy kennt. Das macht sie doch einen Ticken realistischer.

Fazit: Irgendwie wirkt es ziemlich viel, was ich hier in der Rezension verrate, dabei ist das nur ein kleiner Bruchteil. Ich fand es sehr spannend, nach und nach die Geschehnisse von vor 16 Jahren aufzudecken und „nebenbei“ das Magiesystem zu erkunden. Außerdem fand ich auch den gelegentlichen Galgenhumor richtig klasse, danke an Kip! Was mir nicht so gefallen hat, war die vielen Actionszenen zum Schluss, aber die mag ich generell einfach nicht so sehr. (Vielleicht seien seichte Leser noch gewarnt, dass es einige grausame Szenen gibt). Stellenweise war die Erzählung etwas verwirrend, deswegen gibt es einen halben Stern Abzug.

Insgesamt war The Black Prism echt ein grandioser Start in die Reihe und ins Lesejahr 2013.

4.5stars

 
PS: Ich finde Buchcover mit fotorealistischen Menschen drauf schrecklich. Sowas möchte ich einfach nicht im Regal stehen haben…dabei könnte die Reihe sich durchaus für einen Platz bei mir qualifizieren. Das deutsche Cover find ich auch nicht besser, Schleier werden auch zu oft eingesetzt bei Covergestaltungen…gähn. Immerhin schaffen es die Franzosen, etwas thematisch passendes zu präsentieren: Gavin im weißen Gewand (Dolche auf dem Rücken hat er eigentlich nicht, aber egal sieht halt gut aus, ne?).