[Buch] Prince of Thorns (The Broken Empire 1)

Autor: Mark Lawrence (*1968)

: 2011, USA & UK

Reihe: The Broken Empire (Band 1 von 3)

Seiten: 333 Seiten

Preis: 4,43 Euro für die Kindle-Ausgabe

Stichwörter: Medieval Fantasy, Violence, Magic

Inhalt: Nach einem tragischen Unfall, bei dem seine Mutter und sein kleiner Bruder starben, dreht der 10-jährige Prinz Jorg durch, flüchtet aus dem Palast und begibt sich auf einen dunklen brutalen Pfad mit einer Band von Kriminellen.

Aufbau: Der Anfang der Erzählung beschäftigt sich vor allem mit dem brutalen und skrupellosen Charakter von Jorg. Der beschreibt aus der Ich-Perspekte seine zahlreichen Taten und wie er sogar ohne mit der Wimper zu zucken einige seiner – wie er sie nennt – Brüder (ergo die Bande der Kriminellen) umbringt, um sich unter ihnen Respekt zu verschaffen. Nach gefühlten 75% scheint die Erzählung endlich weiter zu gehen und einen roten Pfaden aufzunehmen. Leider überschlagen sich die Ereignisse dann so, dass man als Leser kaum Zeit hat, sie auf sich wirken zu lassen.

Fazit: Ich bin kein großer Freund der Ich-Perspektive, weil meiner Meinung nach viele Autoren damit absolut nicht umgehen können. In Prince of Thorns ist es nicht anders. Ja, wir wissen, dass Jorg brutal und skrupellos ist, das muss dann nicht noch auf zig weiteren Seiten erklärt werden. Im Vorfeld habe ich einiges von der angeblichen Brutalität der Erzählung gehört, allerdings konnte ich nicht wirklich viel davon entdecken. Sicherlich brutaler als Standard-Fantasy, aber letztendlich passiert vieles eher in der Retrospektive durch Jorgs Erzählungen, was die Ereignisse recht fern macht. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Gewalt nur um der Gewalt willen benutzt wird, um einen Aufhänger und etwas „Besonderes“ zu haben. Und sowas ist langweilig.
Letztendlich gibt es aber trotzdem 3 Sterne, weil mir das world building trotz anfänglicher Skepsis wirklich gut gefallen hat. Wer sich komplett überraschen will, der liest den Spoiler-Absatz nicht (und am besten auch keine anderen Rezensionen). Es scheint sich um eine post-apokalyptische Welt zu handeln, wo eine uns ähnliche Welt nach einem großen Zusammenbruch wieder im Mittelalter gelandet ist.
Diese Art der Fantasy-Welt war mal etwas anderes für mich, aber leider kam dieser Aspekt auch wieder etwas zu kurz…
Die Fantasy-Welt finde ich interessant und auch den zugrunde liegenden Konflikt, der erst am Ende des Buches ins Licht rückt. Aber ob das für ein Weiterlesen reicht?

3stars