[Buch] Happy Hour in Hell (Bobby Dollar 2)

Autor: Tad Wiliams  (*1957)

: September 2013, USA

Reihe: Bobby Dollar – Buch 2

Taschenbuch: 400 Seiten

Preis: 12,95 für die Kindle-Ausgabe

Stichwörter: urban fantasy, Engel, Krimi, Mystery, ‚Angel Noir‘

Vom ersten Band dieser Reihe war ich ja sehr begeistert. Er war anders als die vorherigen Reihen von Tad Williams, actionreicher, bot einen schnelleren Einstieg und ließ die Handlung schnell einsetzen.

In diesem Band begibt sich der Hauptcharakter Engel Doloriel – uns besser bekannt as Bobby Dollar – dorthin, wo er nun wirklich überhaupt nicht hingehört: in die Hölle. Im vorherigen Band hat der Leser schon ansatzweise den Himmel kennengelernt, da ist es natürlich spannend, nun in das Reich der Gegenseite zu reisen.

Schon in seinen anderen Reihen hat man gemerkt, dass Tad Williams ein Meister darin ist höllische Orte zu beschreiben. Hier übertrifft er sich selbst und zeigt, was er in puncto world building drauf hat. Anders als der Himmel, der wie ein langwährender Herointrip auf Wattewolken wirkt, ist die Hölle ein Ort, wo die Menschen „leben“. Sie arbeiten, sie essen, sie leben in Städten, mal unter weniger, mal unter mehr Höllenqualen. Tad Williams beschreibt in Hülle und Fülle die unterschiedlichen Lebenssituationen auf verschiedenen „Höllenleveln“. Das ist alles sehr interessant und spannend…aber leider kommt im ganzen Band nicht mehr heraus. Am Ende hat sich nicht viel geändert im Vergleich zur Ausgangssituation, die Rahmenhandlung kommt nur einen Minimalschritt voran. Und das ist etwas unbefriedigend, wenn man sich 350 Seiten lang durch die Hölle gequält hat.

Einerseits hätte ich mir eine Kürzung des Höllentrips gewünscht, andererseits kann ich auch nachvollziehen, wieso er so elend lang gestaltet wurde. Eben damit der Leser mitleidet.
Ich kann diesen Band momentan schlecht beurteilen. Von anderen Romanen von Tad Williams weiß ich, dass sich „Durchhalten“ am Ende auszahlt und seine langen Passagen im Gesamtkonzept gesehen Sinn haben. Aber bis dato kann ich das nicht beurteilen. Im Vergleich zum ersten Band schwächelt Happy Hour in Hell eindeutig. Daher nur 3 Sterne.

3stars