[Buch] The Ocean at the End of the Lane

AutorNeil Gaiman  (*1960)

: Juni 2013, USA

Seiten: 259 Seiten (Kindle)

Preis: 6,85 für die Kindle-Ausgabe

Stichwörter: (mild) fantasy, Kindheit, Memoiren

Nach Coraline und Neverwhere ist der neuste Roman von Neil Gaiman mein dritter von diesem Autor. Vergleichen würde ich ihn ganz klar mit Coraline, beide würde ich als Kinderbücher, die für Erwachsene geschrieben sind, bezeichnen. Mit beschreibenden Stichwörtern habe ich mich hier schwer getan, im groben handelt es sich bei The Ocean at the End of the Lane um Fantasy, aber es ist eben nur sehr wenig Fantasy, ich würde es schon eher der Phantastik (in Richtung Hoffmann, Poe und Kafka) zuschreiben.

Die Erzählung beginnt mit der Rahmenhandlung um einen Mann, der nach langer Zeit wieder an den Ort seiner Kindheit zurückfindet. Dort besucht er die Hempstock Farm, was schließlich die Binnenerzählung um seine Begegnung mit dem Mädchen Letti Hempstock einleitet. Damals 7 Jahre alt, suchte der Proganist, nachdem ihm kuriose Ereignisse wiederfahren waren, die Hilfe von der 11-jährigenLetti auf. Diese sah die einzige Lösung darin, eine Reise zu unternehmen um einen bösen Geist zu binden. Doch so ganz klappte die Prozedur nicht. Und so nahm das Unheil seinen Lauf…auch wenn die kurze Inhaltbeschreibung jetzt nach einer langen Erzählung klingt, im Endeffekt ist die Geschichte sehr kurz, man könnte sie sogar in einem Rutsch durchlesen.

Ich bin etwas zwigespalten, was das Buch angeht. Einerseits hat es mir beim Lesen gefallen, vor allem diese melancholische Grundstimmung, die mich in meine Kindheit zurückversetzte. Andererseits fand ich es nicht wahnsinnig toll geschrieben, zumindest, wenn wir hier von Neil Gaiman reden, den alle in den Himmel loben. Also, es war schon gut geschrieben, aber eben nicht sooo gut, dass ich diesen Hype um den Mann nachvollziehen könnte. Ich frage mich auch, ob das Buch so gut angekommen wäre, wenn da ein anderer Name auf dem Cover stehen würde. Jedenfalls: schön zu lesen, weckt Kindheitserinnerungen und ist unterhaltsam. Aber sobald das Buch zugeklappt war, habe ich keine Sekunde mehr daran gedacht. Da haben andere Fantasybücher bei mir deutlich mehr Eindruck hinterlassen.

Fazit: Ich verstehe den Hype um Gaiman nach wie vor nicht, aber das Buch so für sich betrachtet kriegt noch 3,5 Sterne von mir. Es ist halt nicht besonders genug, um sich für mich von der Masse an Fantasybüchern abzuheben…

3.5stars