[Spiel] Firefly – The Game

Ich besitze das Spiel schon seit Oktober, aber richtig gespielt habe ich es erst vor kurzem, dafür direkt zwei mal (und einmal davon gewonnen, yay). Daher kann nun endlich die Review kommen!

Kurz in den Raum reingeworfen: Spielbar von 1-4 Spielern, Firefly-Thema und „wer ist der schnellste“-Mechanik mit eher weniger Spieler-Interaktion.

Gehostet von directupload.netBei „Spielen zum Film“ bin ich ja immer sehr kritisch. Ich habe schon eine Reihe von Herr der Ringe Spielen ausprobiert, wo einige sehr gute, aber auch einige sehr schlechte dabei waren. Bei Firefly ist man natürlich besonders empfindlich, weil da einfach so viele Emotionen dranhängen und man es nicht ausgeschlachtet sehen möchte (obwohl man sich gerne in Merch ertränken würde).
Auf der Spiel 2013 habe ich das Spiel für 50 Euro erstanden, dass nochmal für 10 Euro 10 Extrakarten…. Nun ja, 50 Euro ist das Spiel meiner Meinung nach ebenso vollkommen wert. Also auch abgesehen vom Nerdfaktor, wenn man es mit anderen Spielen dieser Kategorie vergleicht, liegt es im Normalbereich mit dem Preis. Ich habe mal den Verpackungsinhalt fotografiert:

Gehostet von directupload.netWir haben normale W6, aber mit der Serenity anstatt einer 6. Yeah. Ist auch schön, da einen optischen Marker zu haben, weil die Würfel „explodieren“, dh. bei einer Serenity darf man weiterwürfeln und das Würfelergebnis somit erhöhen. Dann seht ihr noch viele kleine Tokens, die für Ladung und Benzin stehen, oder traurige Gesichter für demotivierte Crew und natürlich für alle bad ass space cowboys die warrants. Hat man so einen sollte man nicht auf die Allianz treffen, die im Spiel durch Event-Karten bewegt wird. Aber natürlich sind alle Mitspieler nett und bewegen nicht die Allianz oder gar die Reaver auf die Fireflys der Mitspieler zu *pfeif*

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Dann gibt es noch zahlreiche Karten. Zu Beginn bekommt jeder Spieler einen Captain, wobei nach meiner Hausregel der Besitzer des Spiels the one and only Malcolm Reynolds und die Serenity auf Wunsch hin bekommt, jawohl. Aber die anderen Captains sind auch nicht zu verachten. Außerdem gibt es Karten, die gezogen werden, wenn man durch den Weltraum fliegt, sowie 5 Planetenkarten, wo man jeweils verschiedene Dinge oder Crew kaufen kann. Und die geliebten aim to misbehave Karten, welche man zur Erfüllung verschiedener Missionen ziehen und überstehen muss. Wunderschönes Spielgeld gibt es natürlich auch. Aber am wichtigsten ist der Dinosaurier-Token, den der Startspieler bekommt. (Man sollte das auch wirklich nicht vergessen, da das Spiel sehr flüssig und schnell läuft, sobald die Regeln verstanden sind und man sonst den Überblick verlieren könnte, wer denn jetzt dran ist).

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Also, ihr seht, es ist eine Box voller toller Sachen! Aber kommen wir zum eigentlich Spiel. Denn da stellt sich immer noch die Frage, ob das Spiel a) auch spieltechnisch gut das Firefly-Thema rüberbringt und b) generell gut gemacht ist. Kurz gesagt: ja und ja.

Firefly gehört zu der Sorte Spielen, die AmeriTrash genannt werden. Dh. schlichtweg, dass es kein Eurogame ist, was Spiele bezeichnet, die sehr strategisch sind, weniger Glücksfaktoren haben und wo das Thema schon fast austauschbar ist. Man sollte sich jedoch nicht wegen des Ausdrucks „Trash“ verwirren lassen, denn der Spaßfaktor und die Qualität hängt da sehr vom persönlichen Geschmack ab. Ich tendiere leicht zum AmeriTrash, mag am liebsten die goldene Mitte und Eurogames nur sporadisch, wenn ich mal Lust habe auf Denkspiele. Wobei das nicht heißt, dass man bei AmeriTrash nicht denken muss. 😉 Firefly erfordert eine gewisse Vorausplanung der Züge und braucht etwa 2 Stunden bis die eigene Crew stark genug, um sich an größere Jobs zu wagen. Und dann nochmal ca. 1-2 Stunden bis zum Spielende (bei 4 Spielern).

Gehostet von directupload.netWas kann man nun tun?
Fly, Buy, Deal, Work.
Zwei der Aktionen darf man pro Zug machen. Für gewöhnlich macht man eine der letzteren drei auf einem der zahlreichen Planeten und fliegt dann weiter, in der Hoffnung weder von der Allianz noch von den Reaver geschnappt zu werden. „Buy“ kann man auf einem der fünf großen Planeten nutzen und dort Crew oder Equipment kaufen. Bei „Deal“ spricht man mit einem der fünf Kontakte auf den Planeten (bzw. mit der Allianz, wenn man auf das Schiff trifft) und kann sich dort Jobs aussuchen. Und „Work“ spricht wohl für sich.

Zu Beginn macht man noch die einfachen und ungefährlicheren Jobs von der Allianz á la „Sammel Ladung auf Planet X ein und bringt sie zu Planet Y“. Dann kann man mit dem Geld neue Crew oder Equipment wie Jayne’s Hat kaufen. Irgendwann braucht man aber zwangsläufig mehr Geld und geht zu den schwereren oder gar illegalen Jobs über. Und da wären wir wieder bei Punkt a) Ja, man fühlt sich wie der Captain einer Firefly, der mal seine scheiß Ladung verliert, von der Allianz aufgehalten wird oder es sich mit einem Kontakt verscherzt.

Gehostet von directupload.netZiel des Spiels ist es drei Unterziele auf der Storycard zu erfüllen. Von den Storycards gibt es 6 Stück (darunter eine für Solospieler und eine, die man als Anfängergruppe nutzen sollte), also genug Variation für viele Runden. Die Ziele sind für eine kleine Firefly-Crew ziemlich heftig, weswegen es wie gesagt ca.2 Stunden dauert, bis man sich überhaupt an die erste Ziel-Mission wagen kann. Danach geht es aber deutlich flotter mit den weiteren Zielen. Wobei man wie im echten Leben im ‚Verse da auch ziemlich auf die Fresse fliegen kann 😉

Also, bloß nicht demotiviert sein, wenn es lange dauert bis man das erste Ziel erfüllen kann. Hier sehe ich auch den Knackpunkt, wo ich nicht weiß, ob das Spiel auch für „Gelegenheitsspieler“ geeignet ist. Die Mechanik ist recht einfach zu erlernen (auch wenn die Spielanleitung bei einigen Details ungenau ist, so tut es dem großen Ganzen keinen abbruch), sicherlich auch für Leute, die sonst weniger spielen. Nur sie müssen zunächst die Motivation haben, ca. 4 Stunden an dem Spiel zu sitzen und dazu bereit sein, erstmal 2 Stunden ihre Crew aufzubauen. Es ist kein total strategisches Spiel, aber man muss schon ein bisschen planen, wohin man fliegt (und nicht wie ich am eigentlichen Ziel vorbeifliegen…) und sich selbst kleine Zwischenziele setzen. Vielleicht ist der (gewollte) Frustfaktor auch etwas schwierig für Leute, die nicht mit dem Firefly-Universum vertraut sind oder generell nicht frustriert sein mögen, aber generell würde ich sagen, dass das Spiel auch für Nicht-Kenner spaßig ist.

Ich bin jedenfalls total begeistert, sowohl was die Spielmechanik und den Spielspaß angeht, als auch wegen des mit Liebe umgesetzten Firefly-Themas. Ein wirklich gelungenes Spiel! Einen halben Stern abzug gibt es nur wegen der teils undeutlichen Anleitung.  Die kann man sich übrigens kostenlos hier anschauen.

Außerdem habe ich jetzt auch das Firefly Breakin‘ Atmo Booster mit 50 neuen Karten erstanden. Jepp, lohnt sich für den Preis. Da sind vorwiegend nette neue Gegenstände und weitere, etwas andersartige, Jobs dabei.

4.5stars

PS. Und die Solovariante? Ich find sie ganz gut, aber es gibt eben leider nur eine Storycard dazu und es ist doch weniger spaßig, als wenn man es mit mehreren spielt. Als reines Solospiel würde ich es für den Preis nicht kaufen, da gibts es günstigere gute Solospiele.

Edit: Die Review bezieht sich auf die englische Ausgabe. Allerdings reicht es meiner Meinung nach auch, wenn einer der Spieler Englisch kann. Der größte Teil des Spieles ist auch ohne Englischkenntnisse spielbar, da viel mit Symbolen und Schlagwörtern gearbeitet wird.

2 Gedanken zu „[Spiel] Firefly – The Game“

  1. Awwww, jetzt weiß ich, was ich mir zum Geburtstag wünsche. Schöner Post, der macht richtig Lust auf das Spiel. Und oh Gott, ist der Dinosaurier_oken niedlich xD

    1. Es ist auch wirklich ein tolles Sammlerstück <3 Und dazu auch ein lustiges Spiel.
      Es ist mMn sogar mit Leuten spielbar die nicht so gut/kein Englisch können. Muss nur eine Person am Tisch sitzen, die die kurzen Kartentexte ggfalls übersetzen kann. Aber alles wichtige ist durch Symbole markiert.

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