[Film] Europa Report

Endlich mal wieder eine Perle unter den Sci-Fi Filmen. Europa Report kam im Juni 2013 in den USA raus, lief aber anscheinend da nicht großartig in den Kinos, eher auf Festivals. In Deutschland ist der Film erst gar nicht in die Kinos gekommen. Wenn man den Film gesehen hat, versteht man auch warum.

Inhalt: Aber zunächst, worum gehts? Ein internationales Team von Astronauten macht sich auf den Weg zu Europa – einem von Jupiters Monden. Nachdem Wasser auf diesem Mond entdeckt wurde, soll das Team erkunden, ob es dort Leben gibt. Dafür ist sogar extra eine Meeresbiologin an Bord. Auf der fast 2 Jahre dauernden Hinfahrt kommt es schließlich zum Kontaktabbruch zur Erde…

Der Film zeigt dem Zuschauer im Mockumentary-Stil, was mit dem Team der Europa One geschah. Neben „Original-Aufnahmen“ vom Raumschiff gibt es auch einige Interviews, was mich kurioserweise an Band of Brothers erinnert hat. Was nur verdeutlich, wie realistisch der Film auf mich wirkte (anders als Europa Report basiert Band of Brothers auf echten Geschichten und zeigt zwischen den Filmsequenzen Interviews mit Zeitzeugen). Dieses Gefühl, hier etwas zu sehen, was tatsächlich so sein kann, hatte ich bisher nur bei Moon und Odyssee 2001. Deswegen hat diese Film mich so beeindruckt. Ebenso überzeugt der Film auch visuell auf vollster Linie.

Hintergrund: Der Jupiter-Mond Europa wurde schon im 17. Jahrhundert von Galileo mit dem Fernrohr entdeckt. Man muss sich das mal vorstellen, eine Welt, in der die Erde als Zentrum gilt und dann sind da plötzlich „Fixsterne“, um die herum andere „Sterne“ kreisen. Liest man sich den Wikipedia-Artikel zu Europa durch, stellt man fest, wie wissenschaftlich akkurat der Film arbeitet: die These, dass es unter der Eiskruste Europas Wasser gibt, existiert tatsächlich. Sogar eine (unbemannte) Forschungsmission ist geplant, die nach Leben suchen soll.

Fazit: Nun habe ich gesagt, dass es verständlich ist, dass dieser tolle Film es nicht in die Kinos geschafft hat. Wieso? Es gibt keine Liebesgeschichte. Kein Drama. Keine Flashbacks. Keine Blenden zur Erde, zu den Familien der Astronauten. Die Menschen sind hier genauso „Requisten“, wie es die ersten Tiere, oder auch Menschen, im Weltall waren. Ebenso wenig gibt es boom boom. Klar, es passieren einige Vorfälle, aber die sind kein hollywood-reifes-3D-Kino. Kein George Clooney, keine kurzhaarige Frau im Hemdchen. Hier wird nicht wie in Gravitiy die gleiche Geschichte drei mal durchgenudelt, sondern in knackigen 90min etwas erzählt, was weit über der Menschheit und dem Menschsein steht. Wahrscheinlich wird niemand von uns eine derartige bemannte Mission noch miterleben, aber zumindest der Film kann dieses Erlebnis auf eindrucksvolle Weise illustrieren.

Nix für Gravitiy-Fans, dafür sehr empfehlenswert für Leute, die sich für Astronomie interessieren und einen Film sehen wollen, der ganz ohne Hollywood-Drama auskommt.