[High Five] Robin Hobb

In dieser Reihe werde ich meine liebsten High Fantasy-Autoren vorstellen. Am Ende des Post befindet sich für alle Lesefaulen ein Kurz und Knackig mit 5 Stichworten sowie den Links zur englischen bzw. deutschen Ausgabe des ersten Bandes.

Los geht es mit jemanden, der schon lange dabei ist und zu einer Koryphäe der High Fantasy gehört, ohne jemals einen großen Hype á la G.R.R. Martin oder Patrick Rothfuss ausgelöst zu haben. Ihre Bücher gehörten mit zu den ersten des Genres, die ich gelesen habe. Vor kurzem erfüllte sie sich und ihren Fans einen lang gehegten Wunsch: eine Fortsetzung ihrer geliebten Reihe.

highfive

256px-Mons089_Robin_HobbRobin Hobb heißt eigentlich Margret Lindholm und begann ihre Karriere unter dem pen name Megan Lindholm. Sie entschied sich 1995 für den zweiten pen name Robin Hobb, weil die neuen Bücher sich (anscheinend) stark von Lindholms anderen unterscheiden. Das soll hier keine Relevanz haben, da ich allein Robin Hobb vorstellen kann und werde.

Die Autorin ist der Fantasy-Gemeinschaft durch diverse Reihen bekannt, die zwar in sich geschlossen sind, aber deren gemeinsame Welt und übergreifende Erzählung als The Realm of the Elderlings zusammengefasst wird. Die Elderlings sind eine längst ausgestorbene menschenähnliche Rasse, die man nur noch aus alten Märchen und durch archäologische Funde ihrer magisch-schönen Relikte kennt. Natürlich denkt jeder Fantasykenner jetzt direkt an Elben/Elfen. Spätestens nach der Lektüre der ersten Reihe wird jedoch deutlich, dass die Elderlings in einigen Punkten den Tolkien-Elben ähnlich sind, aber ihr Ursprung, ihre Lebensart und ihr Aussehen sich unterscheidet. Ebenso spielen Drachen eine signifikante Rolle in den Werken, aber mehr sei nicht verraten.

The Realm of the Elderlings beinhaltet diverse Reihen.
Von 1995 bis 1997 erschienen die drei Bände der Farseer Trilogy: Assassin’s Apprentice, Royal Assassin und Assassin’s Quest. Im deutschen ist vor kurzem eine Neuauflage des Weitseher Zyklus im Heyne Verlag erschienen: Der Weitseher, Der Schattenbote und Der Nachtmagier. Diese Reihe ist eine klassische coming-of-age Erzählung: FitzChivalry, ein königlicher Bastard, kommt als kleiner Junge an den mittelalterlichen Hof der Hauptstadt der Six Duchies und wird zum Assassin ausgebildet. Es kommt nicht nur zu politischen Machtkämpfen um die Thronnachfolge, nein, das Reich wird von den sogenannten Red-Ship Raiders bedroht. Diese überfallen Dörfer, ohne viel zu stehlen, entführen die Dorfbewohner, nur um sie dann wieder zurückzulassen. Doch die Zurückgebrachten sind nicht mehr wie vorher, all ihre Erinnerungen sind fort und sie verweilen in einem „seelenlosen“ Zustand….

Von 1998 bis 2000 folgte die Reihe Liveship Traders (Die Zauberschiffe) mit Ship of Magic (Der Ring der Händler und Viviaces Erwachen), The Mad Ship (Der blinde Krieger und Die Stunde des Piraten) und Ship of Destiny (Die vergessene Stadt und Der Herrscher der drei Reiche). Damals habe ich noch auf deutsch gelesen und war lange Zeit abgestoßen von dem deutschen Titel und von den im Klappentext erwähnten sprechenden Schiffe. Keine Sorge, es ist nicht so blöd und schlimm, wie es sich anhört, außerdem sprechen „nur“ die Galionsfiguren. Die Reihe spielt, wie der Titel erahnen lässt, auf Schiffen, aber auch in der Händlerstadt Bingtown. Diese ist Lesern der Farseer Reihe bereits bekannt, da sie dort nebenbei erwähnt wurde.
Auch wenn die Reihe unabhängig ist von der vorherigen, so fügen sich mit ihr weitere Puzzlestücke um die Welt der Elderlings zusammen. Wahrscheinlich ist es am sinnvollsten, die Liveship Traders direkt nach der Farseer Trilogy zu lesen, es ist aber auch nicht schlimm, wenn man es früher oder später liest.

Robin Hobb blieb fleißig, von 2001 bis 2003 folgte die Tawny Men Trilogy (Die zweiten Chroniken von Fitz, dem Weitseher):  Fool’s Errand (Der lohfarbene Mann), The Golden Fool (Der goldene Narr) und Fool’s Fate (Der weiße Prophet). Diese Reihe beschäftigt sich weiterhin mit Fitz, der wie schon in der ersten Reihe aus der Ich-Perspektive erzählt. Doch wie die Titel schon verraten, ist ein geliebter Charakter aus der ersten Reihe hier auch im Fokus: The Fool. Ehrlich, wenn man Robin Hobb nicht für ihre komplexe Welt liebt, dann für den The Fool. Ich vermeide hier bewusst den deutschen Namen, weil dieser nicht ganz geschlechtsneutral ist. Tatsächlich wird bis heute gemutmaßt, ob der Narr nun weiblich, männlich oder gar nichts ist. Wer hat es schon geschafft, derart glaubhaft einen gender-neutralen Fantasycharakter zu erschaffen? Oder so berührend eine ganz besondere Liebe, wie die zwischen Fitz und The Fool, zu zeichnen? Das Motiv der „Bromance“, der (nicht sexuellen) Liebe zwischen zwei Männern, ist wohl bekannt in High Fantasy, man nehmen als Beispiel Frodo und Sam aus dem Herrn der Ringe. Aber Robin Hobb schafft es, dieses Motiv völlig von den Geschlechtern zu lösen und Liebe in einer Art reinen Form darzustellen. Auch wenn sich mittlerweile viel tut bei der High Fantasy, so habe ich bis heute nicht einen so faszinierenden Charakter wie The Fool erlebt.

Weiter im Programm ging es von 2005 bis 2007 mit der The Soldier Son Trilogy. Kurz und knapp: gehört nicht zu der Elderling-Welt und in der Mitte des ersten Bandes hab ich abgebrochen, weil ich es total doof fand.

Von 2009 bis 2013 gab es endlich wieder Stoff aus der Elderling-Welt mit den Rain Wild ChroniclesDragon Keeper (Drachenhüter)Dragon Haven (Drachenkämpfer), City of Dragons (bisher nur auf englisch) und Blood of Dragons. Die Reihe ist auch eigenständig, aber hier würde ich dringend dazu raten, zumindest die Liveship Traders zuvor gelesen zu haben. Anders als die anderen Reihen gibt es hier keine epische Erzählung, in dem Sinne, dass es hier wirklich nur um die Rain Wild-Bewohner geht und nicht die ganze Welt bedroht ist. Auch fand ich die Charaktere nicht so interessant und tiefgründig wie in den vorherigen Reihen. Aber trotzdem lohnt sich das Lesen dieser Reihe, weil sehr viel rund um die Elderlings enthüllt wird und einige bekannte Charaktere ein Gastspiel haben.

Und mein eigentlicher Anlass, wieso ich Robin Hobb zuerst vorstellte: es geht weiter mit Fitz and The Fool! Im August 2014 erschien Fool’s Assassin aus der Fitz and The Fool Trilogy. Das Buch wartet bereits auf meinem Kindle darauf verschlungen zu werden. Natürlich könnte man meinen, dass hier Geldschinderei betrieben wird, aber ich emfpand das Ende in der Tawny Man Trilogy nicht wirklich als Ende…und die darauffolgende Reihe um die Rain Wild-Bewohner lies ebenso einiges offen, was in indirekter Verbindung zur Geschichte um die Zauberschiffe und um Fitz und The Fool stand.

Kurz und knackig: Robin Hobb

1. Drachen
2. liebenswerte Charaktere
3. Magie als besondere Begabung
4. komplexe aber unkomplizierte Welt
5. Erkundung einer älteren Zivilisation

Beginnen mit: Assassin’s Apprentice bzw. auf deutsch Der Weitseher

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2 Gedanken zu „[High Five] Robin Hobb“

  1. Oh. OH. Robin Hobb ist weiblich? Wie peinlich, ich denke seit Jahren, das wäre ein Mann *will im Boden versinken* Aber die Beschreibung der Bücher macht sehr neugierig.

    Tolle Idee die Autorenvorstellung. Wer wird denn noch folgen?

    1. Ich glaube da bist du nicht die einzige, die Robin Hobb für einen Mann hält^^ Sie schreibt aber auch ähnlich wie ihre männlichen Zeitgenossen, sprich keine Liebesschnulzen (natürlich gibt es Liebespaare etc. aber die Geschichte ist absolut im Vordergrund).

      Bald folgen noch Vorstellungen zu Raymond Feist und Tad Williams. Dann wohl noch die aktuell „gehypten“ Brandon Sanderson und Peter V. Brett. Außerdem soll die Autorenvorstellung mich dazu animieren, etwas breiter gefächert zu lesen^^ In meiner Lesebiographie fehlen noch einige berühmte Autoren wie LeGuin, Goodkind, Abercrombie…

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