[Buch] Fool’s Assassin

Autor: Robin Hobb (*1952)

Reihe: Fitz and The Fool Trilogy, Band 1

Veröffentlichung: August 2014, USA.

Länge: 640 Seiten (Kindle)

Preis: 7,36 für die Kindle-Ausgabe

Stichwörter: High Fantasy

Achtung: Diese Reihe setzt voraus, dass man zumindest die 6 Bände der Weitseher Chroniken gelesen hat. Mehr dazu in meinem High Five zu Robin Hobb. Wer die Bände nicht kennt, überspringt den folgenden Spoiler, kann noch das Fazit lesen und schnappt sich am besten das erste Buch der Weitseher Chroniken. Denn auch die neue Reihe verspricht toll zu werden.

Ich konnte mich nicht mehr so ganz erinnern, was alles vorher passiert war. Aber das ist okay, denn Fitz, die alte Labertasche, klärt den Leser auf. Tatsächlich fand ich ihn aber sympathischer als damals. Mag es am Alter liegen? Keine Ahnung. Fitz ist also in seinem wohl verdienten Ruhestand, die Welt geht ohne ihn weiter. Zumindest teilweise. Nur der Leser merkt, dass sich etwas zusammen braut. Ich meine, sonst würden wir es ja nicht lesen, wenn alles supertoll bleibt. 😉 Aber es vergehen Jahre und Jahre an scheinbaren Belanglosigkeiten. Bis bei Molly eine Art Demenz angedeutet wird und ihre vermeidliche Verrücktheit dann in einer 2-jährigen Scheinschwangerschaft endet…ich dachte ja wirklich, dass ihre Schwangerschaft ein Fake ist. Bis da plötzlich ein Kind rauskam. Wie alt war sie, über 50? Nun ja. Das Kind ist klein und scheint zurückgeblieben. Wieder vergehen Jahre. Und dann plötzlich dieser tolle überraschende Perspektivenwechseln,  Mollys und Fitz‘ Kind namens Bee als Ich-Erzählerin. Klasse! Spätestens da war mir klar, dass Bee so ein Wesen wie der Narr sein muss (hallo, ständig wir gesagt, wie blass sie ist…). Aber Fitz scheint es nicht annährend zu sehen, obwohl er permanent an seine Kindheit mit dem Narren denkt. Tja, das Buch endet eigentlich mit dem Beginn. Fitz und der Narr sind wiedervereint. Und Bee…wird entführt. Ich hatte es schon irgendwie geahnt, dass Bee dieser Sohn ist, von dem der Narr redet. Denn wir wissen: auch das Geschlecht des Narren ist nicht sicher/ambivalent (was uns auch nochmal in diesem Buch verdeutlicht wird). Und wenn schon ständig gesagt wird, dass Bee eher wie ein kleiner Bauernjunge aussieht…obwohl sie auch mädchenhafte Seiten hat…eben wie der Narr. Okay, sie also entführt, aber auch nicht sooo unglücklich darüber, weil es „ihresgleichen“ zu sein scheinen. Ahhhh. Spannend. Ich will mehr.

Fazit: Einige schlechte Rezensionen gibt es zu dem Band. Größter Kritikpunkt ist, dass nichts passiert. Ja, es vergeht Zeit, viel Zeit, die wir mit Fitz und seinem neuen bescheidenen Leben verbringen. Eigentlich kann man den ganzen Band als Einleitung der Reihe sehen. Als Leser wartet man auf den Punkt, wo die Action beginnt. Er kommt sehr spät, erst im letzten Fünftel, eigentlich erst auf den letzten 20 Seiten. Aber das macht nichts. Denn auch davor passiert viel, auch wenn die Charaktere an sich nicht viel machen. Es gibt eine bedeutende Wendung zur Mitte des Buches, die ich grandios fand und die mich sprachlos machte. Wer tatsächlich meint, dass nichts passiert, ist sich wohl nicht bewusst, wie tief der Band den Leser in die Mythik der Erzählwelt führt. Nachdem wir schon viel mehr über die Elderlings und die Drachen wissen, erfahren wir endlich etwas über die Whites, zu denen der Fool gehört. Wo ich Robin Hobb schon vorher für ihre Fantasywelt mit eigenen Elementen gelobt habe, kann ich dieses Lob nach der Lektüre von Fool’s Assassin nur noch verstärken. Robin Hobb schafft es eigene Elemente in die klassische High Fantasy einzubringen, ohne diese lächerlich oder überladen wirken zu lassen. Dieser hat der Band gezeigt, dass es hier nicht bloß um das Ausschlachten der Reihe geht, sondern die Geschichte tatsächlich noch nicht zu Ende erzählt ist. Ich bin begeistert und freue mich auf die weiteren Bände.

5stars