[Film] Marebito (2004)

Der Name Marebito ist mir schon öfters beim Stöbern nach guten asiatischen Horrorfilmen untergekommen und wartete ziemlich lange auf seinen Einsatz. Zugegebenermaßen habe ich etwas völlig anderes erwartet, irgendeine Mischung aus klassischem J-Horror und Splatter. Aber das ist Marebito nicht.

Regisseur ist Takashi Shimizu, der auch für Ju-on bzw. das amerikanischen Pendant The Grudge verantwortlich ist. Das kann man aber getrost wieder vergessen, da Marebito mit diesen Filmen gar nichts gemein hat.

Worum geht’s? Masuoka nimmt seine Kamera überall hin mit und beschäftigt sich schon fast obzessiv mit dem Medium Film, insbesondere was auf Film aufgenommene mysteriöse Dinge angeht. Durch Zufall filmt er nach einem beruflichen Dreh einen Suizid und beginnt sich mit steigender Obzession zu fragen, welchem Horror der Selbstmörder kurz vor seinem Tod entgegen geblickt hat.

Der erste Teil des Films hat mich doch ziemlich verwirrt ob der Richtung, die Marebito einschlagen möchte. Klassische J-Horror-Elemente fehlen fast, eher ähnelt Masuokas Abenteuer einem Mystery-Trip…nur wohin? In eine reale alternative Welt oder doch eher tiere in seinen eigenen Wahnsinn? Im Verlauf des Filmes wird beides permanent in Frage gestellt, nur eins ist klar, egal ob real oder nicht, Masuoka ist ein Junkie, süchtig nach Wahnsinn und Horror, immer auf der Suche nach mehr.

Fazit: Mir fällt eine Bewertung irgendwie schwer. Es handelt sich bei Marebito eher um ein „Erlebnis“ als um eine Geschichte, der Zuschauer findet einerseits schnell Erklärungen für die mysteriösen Ereignisse, andererseits können sie auch permanent in Frage gestellt werden. Eins ist jedoch klar: Marebito ist kein klassischer J-Horror, eher eine Mischung aus Mystery und der Darstellung von menschlicher Obzession. Sicherlich sehenswert für Fans von Horror und Mystery, allein schon, weil man selbst ja ein bisschen wie Masuoka ständig nach Horror sucht…

3.5stars