[Spiel] King of New York

King of Tokyo ist ein spaßiges und kurzweiliges Spiel, welches ich uneingeschränkt empfehlen kann, auch „Nicht-Spielern“ und „Familienspielern“. Im Prinzip ist es nämlich nur ein sehr kompetitives und interaktiveres Kniffel. Die beiden Erweiterungen „Power Up“ und „Halloween“ bieten darüber hinaus etwas mehr Abwechslung für erfahrene Spieler, da sich nun die Monster in ihren Stärken deutlich voneinander unterscheiden und mehr taktische Möglichkeiten hinzu kommen. Dementsprechend ist King of Tokyo das absolute Allrounder-Spiel, da es für alle Spielertypen egal welcher Alterstufen (offizielle Empfehlung ist ab 8, ich würde es auch schon früher ausprobieren, eventuell ohne die Karten) geeignet ist. Uneingeschränkte Empfehlung und für derzeit knapp 24 Euro ein absolutes Schnäppchen.

Aber ich bin ja nicht hier, um King of Tokyo zu loben sondern um über den heiß erwarteten Nachfolger King of New York, ebenfalls von Richard Garfield, zu berichten. Ist das wirklich nötig? Wird es ein King of Tokyo in einem anderen Setting sein? Diese Fragen stellte man sich im Vorfeld, zurecht, denn wie bereits gesagt ist King of Tokyo einfach nur perfekt und kann höchstens durch mehr spaßige Erweiterungen verbessert werden. Zur Spiel 2013 habe ich die Halloween Erweiterung erstanden, wo sich auch eine Promocard zu King of New York befand. Sah genauso aus, wie eine Karte aus King of Tokyo….ein Jahr später eilte ich natürlich trotzdem zum Stand der Heidelbären, um mir die deutsche Ausgabe von King of New York zu sichern:

King of New York spielt sich nach dem gleichen Prinzip wie der Vorgänger King of Tokyo, enthält allerdings auch einige neue Features die das Spiel noch abwechslungsreicher und spannender gestalten. Werft Gebäude um, besiegt Armeen und lasst eines der sechs neuen Monster zum König von New York aufsteigen. Nutzt neue Möglichkeiten, um eure Gegner auszuschalten und das mächtigste Monster von ganz New York zu werden.

Nochmal zum generellen Spielprinzip: Jeder Spieler übernimmt ein Monster. Ziel ist es entweder 20 Punkte zu sammeln oder alle anderen zu eleminieren. Letzteres ist natürlich der deutlich spaßigere Weg. Dabei gibt es je nach Spieleranzahl 1-2 „Schweinchen in der Mitte“, das sind die Monster die in Tokyo bzw. in diesem Spiel auf Manhattan stehen. Wer da steht, macht mit einem Schadenswürfel allen außerhalb Monstern schaden. Wer außerhalb steht, kann mit einem Schadenswürfel nur das Schweinchen in der Mitte verletzten.

Was ist neu an King of New York?

– die Monster natürlich. Leider eine Mischung zwischen langweilig und doof.
– Stadtbezirke: jedes Monster steht ab sofort in einem Bezirk von New York, das „Schweinchen in der Mitte“ darf nach Manhattan ziehen.
– es gibt neue Würfelsymbole, die u.a. das Sternenchensammeln (womit man Punkte machen kann) ermöglichen, solange man im Besitzt der Superstar-Karte ist.
– die signifikanteste Neuerung sind die Plättchen, die in die Stadtbezirke gelegt werden: diese zeigen auf der einen Seite Gebäude und auf der andere Armee. Mit speziellen Würfelsymbolen dürfen die Monster die Gebäude zerstören und kriegen so die abgedruckten Boni (Lebens- oder Siegpunkte). Zerstörte Gebäude werden umgedreht: ab jetzt steht da eine Armee. Werden Armeesymbole gewürfelt, greift die Armee an. Abhängig von der Anzahl der Würfelsymbole ein oder mehrere Monster. Mir zu merken, wann was passiert empfinde ich als umständlich, sodass diese taktische Neuerung kaum zum tragen kommt, wenn man es eher selten in lockerer Runde spielt.

Fazit:
Nach 2 Testrunden einmal mit drei und einmal mit sechs Spielern kann ich sagen, dass King of New York kein King of Tokyo im neuen Setting ist, sondern schon ein eigenständiges Spiel. Es hat spannende Neuerungen, die viel mehr Strategie einbringen als es bei King of Tokyo der Fall war…nur….King of Tokyo ist nunmal viel viel besser. Die Monster sehen cooler aus und die Regeln sind selbst für Brettspiel-Laien schnell verständlich, während man King of New York nicht als reines Familienspiel auftischen kann, da es dafür schon wieder zu komplex ist. Und durch die Armee fehlt auch ein bisschen die direkte Auseinandersetzung mit den anderen Monstern, wo doch das gegenseitige Vernichten den größten Spaß mit sich brachte. Aber auch wenn King of New York komplexer ist, ist es eben auch nicht komplex genug, um es komplett von King of Tokyo abzusetzen. Insgesamt kann ich über King of New York sagen: überflüssig. Es wäre besser gewesen an einer coolen großen Erweiterung für King of New York zu arbeiten. Denn so wird King of New York wohl eher selten bei mir auf dem Tisch landen und wohlmöglich weiter enden mit: „ist ja ganz nett, aber spielen wir jetzt King of Tokyo?“

3stars

Richtig toll war aber, dass ich zur SPIEL 2014 zusammen mit King of New York auch zwei Promokarten bekommen haben: einmal mit dem Werbemaskottchen der Heidelbären, hier allerdings als böses Monster, und dann noch mit einem Zombie aus Zombicide (das Spiel möchte ich auch unbedingt haben)