Patrick Rothfuss LitCologne 2015

Am Dienstag war ich im Zuge der LitCologne 2015 auf der Lesung zu The Slow Regard of Silent Things mit Patrick Rothfuss persönlich! Da ich schon lange bevor Rothfuss es offiziell gemacht hat, meine Tickets gesichert hatte, konnten wir auch ganz tolle Plätze in der zweiten Reihe ergattern. Es hat schon was exklusives, wenn der Autor auf Fragen antwortet und einem dabei ab und zu in die Augen guckt. Ebenso besonders war nicht nur der seltene Besuch des Autors, sondern auch das Ambiente: die Lesung fand auf einem Schiff statt. Wir haben auch tatsächlich abgelegt und sind etwas über den Rhein getuckert.

Die Interviewrunde begann etwas stockend, wo Rothfuss routiniert Dinge erzählte, die so Fangirls wie ich schon längst wissen (zb. wie The Slow Regard of Silent Things entstand). Aber dann ging es weiter zu interessanten Themen wie Rothfuss‘ literarischer Erziehung („There were fantasy books and boring books“) sowie zu der Frage, was das Fantasy-Genre ausmacht. Ich fand es sehr schön, dass er dem vom Literaturikonen so oft verachteten Eskapismus des Fantasygenres positiv gegenüber steht („it’s not like you go forever, you come back eventually“). Und dass Fantasyliteratur im Prinzip alles genauso können wie „normale“ Literatur, tolle Dialoge, Drama, Weltenbildung. „But with Dragons“. Der Moderator Denis Scheck wirkte zu Beginn etwas steif, taute dann jedoch auf und zeigte seine Expertise als Literaturkritiker, z.B. konnte er aus dem Effeff Zitate bennen.Natürlich kam die elendige Frage nach dem dritten Buch auf. Ja, ich würde es auch lieber heute als morgen lesen. Aber ich kann nur zu gut verstehen, dass Rothfuss seinen eigenen Ansprüchen genügen möchte und das Buch erst fertig ist, wenn es vom Gefühl her fertig ist. Man merkt an seinen Büchern, dass jeder Satz da so steht, wie er sein soll und es von der Schreibtechnik her schon ein Werk für sich ist. Sowas braucht Zeit.

Die Lesung selbst wurde neben Patrick Rothfuss‘ englischsprachigem Part, auf Deutsch von Christine Urspruch gehalten. Sie trug Auris Stimme sehr keck vor, was für mich einen ganz anderen Blickwinkel auf das Buch eröffnete, da bei mir Auri ganz anders „klang“ beim Lesen. Außerdem war es auch interessant zu beobachten, wie der Text parallel in Gebärdensprache vorgetragen wurde. Rothfuss war jedenfalls sichtlich begeistert sowohl von der deutschen Lesung als auch von der in Gebärdensprache.

Nach der Lesung blieb Patrick Rothfuss – wie ich später durch Twitter erfuhr – bis halb zwei Nachts noch da, um Bücher zu signieren. The Wise Men’s Fear hatte ich mir ja bereits 2011 signiert aus den USA bestellt. Da wir recht schnell in der Schlange standen, konnte ich gegen 23 Uhr mit zwei signierten Büchern glücklich Nachhause fahren. Es war wirklich toll, Patrick Rothfuss ist genauso sympathisch, wie man ihn sich durch seine Tweets und Texte vorstellt. Vielleicht sogar noch ein bisschen sympathischer 😉

Ein Gedanke zu „Patrick Rothfuss LitCologne 2015“

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