[Spiel] Elysium

Neulich kam das frisch erschienene Elysium von den Space Cowboys auf den Spieltisch. Das Spiel ist für 2-4 Spieler und wurde vom Freund und mir getestet. Bei 2 Spieler befinden sich wie auf dem oberen Bild links zu sehen im Tempel nur 2 sogenannte Aufgabenkarten, bei mehr Spielern sind es 4. Unter den Aufgabenkarten ist der Marker für die fünf Zeitalter zu sehen, der pro Runde vorangeschoben wird. So kommt das Spiel auf etwa 60min Spielzeit.

Aufbau: Zu Beginn des Spiels einigen sich die Spieler auf 5 von 8 antiken Familien, die alle unterschiedliche Spielkarten besitzen. Diese Karten werden gemischt und kommen als Stapel in die Mitte des Spiels, die Agora, den Marktplatz. Die Karten haben unterschiedliche Farbpunkte und Zahlen von 1-3 aufgedruckt. Das Ziel des Spieles gleicht einer kleinen Partie Rommé: Punkte gibt es für Kartenfamilien einer Farbe mit den Zahlen 1-3 oder für Kartengruppen der selben Zahl in unterschiedlichen Farben. Außerdem kann man noch Boni bilden mit bestimmten Karten.

Ablauf: Jeder Spieler erhält ein längliches Spielboard. Darauf kann er Geld und Siegpunkte ablegen. Auf dem Spielboard sieht man 4 verschiedenenfarbige Spielfiguren. Mit diesen gestalten die Spieler abwechselnd ihre Züge. Die Mechanik ist nicht ganz intuitiv, aber bietet spannende Möglichkeiten. Die Spieler können bei ihrem Zug eine Karte ihrer Wahl aus dem Marktplatz kaufen. Vorausgesetzt, sie haben noch eine entsprechend farbige Spielfigur auf ihrem Board. Eine blaue Karte darf also genommen werden, wenn ich noch die blaue Spielfigur habe. Bezahlen muss man die Karte mit einer beliebigen (!) Spielfigur. Man könnte also die blaue Spielfigur abgeben – dann darf man im nächsten Zug keine blaue Karte mehr kaufen – oder auch zum Beispiel die rote – dann kann man keine roten Karten mehr kaufen. Gleiches gilt für die Aufgabenkarten im Tempel, sie können nur genommen werden, wenn der Spieler noch die entsprechende Farbe auf dem Board hat. Die Aufgabenkarten bestimmen den Startspieler im nächsten Zeitalter. Ein Zeitalter endet, wenn alle Spieler ihre Figuren verkauft haben. Die Aufgabenkarte sagt ebenso, wieviel Geld ein Spieler bekommt und wieviele Karten er in sein Elysium tun darf. Aha, Elysium?
Es reicht nicht, Karten nur zu kaufen. Diese liegen oberhalb des Spielerboards (der Sphäre) und haben gegebenfalls verschiedene Effekte auf das laufende Spiel. Am Ende bringen diese Karten aber keine Punkte. Um Punkte zu generieren, müssen die Karten in das Elysium geschickt werden, also unter das Spielerboard. Dort werden sie in Farbgruppen oder Zahlengruppen angelegt und bringen bei Spiel-Ende Punkte. Effekte auf das laufende Spiel verfallen. Um eine Karte am Ende der Runde in das Elysium zu schicken, muss der Spieler a) den Wert der Karte bezahlen (also 1, 2 oder 3 Gold) und b) Karten in das Elysium schicken dürfen. Auf der erlangten Aufgabenkarte steht, wieviele Karten der Spieler von der Sphäre ins Elysium schicken darf. Dazu sei gesagt, dass die Aufgabenkarten so verteilt sind, dass man entweder mehr Geld kriegt oder mehr Karten sicher kann 😉

Fazit: Man muss sagen, dass Elysium die typischen Eurogames-Krankheiten-Eigenschaften hat: auch hier spielt der Spieler vorwiegend für sich alleine. Natürlich kann man einen anderen Spieler ärgern, wenn man eine für ihn wichtige Karte wegnimmt, oder versuchen ihn in seiner Auswahl einzuschränken…einige Eurogamer empfinden das schon als allerhöchste Interaktion, für mich ist es etwas wenig. Das Thema „Antike“ rückt aufgrund der starken Fixierung auf die Zahlen und Farben der Karten in den Hintergrund. Anders als bei Eurogames wie Theseus und 7 Wonders gibt es im Prinzip keinerlei Verbindung zwischen dem Thema und dem Spiel selbst. Aber hey, ich befürworte alles, was nicht die sterbenslangweilige „mystische-indigne-Völker“-Thematik hat! Immerhin bietet Eylsium ein tolles Design und schöne Grafiken. Einen dicken Pluspunkt gibt es auf jeden Fall für die praktische und schöne Gestaltung der Spielschachtel:

Insgesamt ist Elysium ein solides und gutes Spiel. Es hat eine interessante Mechanik und ist sehr schnell zu erlernen. Man wird nicht mit zig Möglichkeiten erschlagen (wie bei 7 Wonders), sondern weiß recht schnell, wie man Punkte machen kann. Für Gelegenheits-Eurogamer und „Familienspieler“ sicherlich zu empfehlen. Für Hardcore-Eurogamer wohl nur in der 4 Spieler Variante, da es bei weniger Spieler einen zu großen Glücksfaktor gibt, wie hier diskutiert. Die englischen Regeln können hier heruntergeladen werden. Und ich hoffe, dass Elysium dazu beiträgt, Eurogames mal wieder mit interessanten neuen Themen auszustatten….