[Serie] Caprica

2010, ein Jahr nach dem Ende der grandiosen supertollen exorbitanten Serie Battlestar Galactica (BSG) kam das Prequel Caprica heraus. Ein schweres Erbe musste die Serie antreten, letztendlich blieb aber nur die Absetzung nach der 1. Staffel.

Caprica

Aber erstmal zum Inhalt: das Prequel spielt 58 Jahre vor dem Untergang der 12 Kolonien, mit dem die Serie BSG beginnt. Demnach befinden wir uns also 6 Jahre vor dem ersten Aufstand der Cylons, der 12 Jahre dauerte und dem 40 Jahre Frieden folgten. Während wir im Laufe von BSG erfahren, wie es zum Frieden kam, sind die Infos zum Ablauf des ersten Cylonaufstandes spärlich. Diese Lücke versucht Caprica zu füllen.

Auf der einen Seite haben wir die Familie Greystone.  Daniel Greystone hat mit seiner Datenbrille virtual reality revolutioniert, und sich nun als nächsten Coup einen staatlichen Auftrag geangelt, intelligente Militärroboter zu entwickeln und zu bauen. Töchterchen Zoe scheint einiges von Papa geerbt zu haben, sie arbeitet recht erfolgreich an einer prefekten virtuellen Kopie ihrer selbst. Mutter Amanda ist Ärztin, bekommt im Laufe der Serie aber eine andere Rolle.
Dann hätten wir auf der anderen Seite die Adamas (ja, hier sehen wir Bill Adamas Großvater, Joseph Adama, vom dem in BSG oft geschwärmt wurde), die als Taurons in mafia-artigen Familienverbänden leben.

Zusammengebracht werden die Greystones und die Adamas durch einen Terroranschlag, der Zoe Greystone und Tamara Adama, Josephs Tochter, das Leben kostet. Daniel Greystone entdeckt die Kopie von Zoes Selbst und fertig eine von Tamara an, die er Joseph Adama präsentiert. Und so nimmt die Geschichte um die virtuellen Kopien, sprich den Vorgängern der Cylons, ihren Lauf.
Und was ist mit dem Anschlag? Nun, der wurde von einer monotheistischen Terrororganisation verübt, bei der Zoe wohl Mitglied war. Von dieser Organisation erfahren wir mehr durch die devote Monotheistin Clarice Willow, Headmistress an Zoes polytheistischer Schule.

Spannend an der Serie ist natürlich einerseits die Erstehungsgeschichte der Cylons, die sich von reinen Avataren zu eigenenständigen Persönlichkeiten entwickelten, und andererseits die Idee eine monotheistischen Terrororganisation in einer vom Polytheismus dominierten Welt. Beide Ansätze werden dadurch verknüpft, dass – wie wir aus BSG wissen – die Cylons in der Zukunft an diesen monotheistischen Gott glauben werden. Auch spannend fand ich, dass hier erklärt wird, wie die Cylons zu ihrer Fähigkeit des „projecting“ kamen….letztendlich ist das ein Erbe ihrer Herkunft aus der virtuel reality. Klingt im Endeffekt doch alles ganz interessant, oder?

Leider macht die Serie einiges falsch….die Darstellung der Familie Adama als Mafiaangehörige gelingt überhaupt nicht und wirkt nur albern. Alle Charaktere wirken insbesondere im Vergleich zu dem großartigen Cast von BSG flach und langweilig.  Vieles, inklusive der CGI-Effekte, wirkt einfach nur billig und lieblos. Die Geschichte selbst ist stellenweise nicht ganz glaubhaft.

Ein paar Sachen, die mich wirklich stören. Wieso wird überall stillschweigend akzeptiert, dass die virtuellen Kopien das Selbe sind, wie die dazugehörigen Menschen? Ab und zu wird es angesprochen, aber selbst von fanatischen Monotheisten erwarte ich doch etwas mehr Zweifel daran, ob eine virtuelle Kopie wirklich das selbe ist wie „ich selbst“. Die ganze Cylon-Thematik in BSG arbeitet seine Konflikte daran auf, dass jeder Mensch sagt, sie seien nur Kopien, keine echten Lebewesen.
Und dann eine Kleinigkeit, die mich trotzdem ärgert. Beim Vorspann zur zweiten Staffel sieht man, wie die Zoe Greystone-Kopie einen Menschenkörper bekommt. Das widerspricht schlichtweg der Serien-Mythologie. Im ersten Krieg waren die Cylon Blechhaufen, im zweiten Krieg „Skin-Jobs“, hatten also Menschenkörper. Und diese Technologie wurde nicht von Menschen entwickelt. Mal abgesehen davon, dass ich es generell für unrealistisch halte, dass Daniel Greystone innerhalb von ein paar Jahren einen biologisch-digitalen Androiden bauen kann.

Fazit: Letztendlich kann ich die Serie nur den hardcore-Fans empfehlen, die noch etwas mehr Infos aus dem Serienuniversum herausquetschen möchten.  Vor allem der Vorspann zur nie gedrehten 2.Staffel liefert einige Infos. Ich bereue es nicht, Caprica geguckt zu haben, ich musste mich auch nicht durch die 19 Folgen quälen. Aber es muss nicht sein.  Vom Niveau her gleicht Caprica eher Serien wie Terra Nova und Under the Dome.
Lieber nochmal einen Re-Run BSG machen 😉

2stars