[Spiel] Neuroshima Hex

Um das Spiel Neuroshima Hex vom polnischen Vertrieb Portal Games (die mit weiteren tollen Spielen wie Theseus, Mysterium und Robinson Crusoe glänzen) schleiche ich sicher schon 2 Jahre herum. Den Namen und den Spielaufbau fand ich immer ganz interessant, aber dann hat mich doch die Sache mit den Armeen abgeschreckt.
Irgendwann habe ich mir die Testversion von der Android-App heruntergeladen, wo man das Spiel mit zwei Armeen (Moloch und Borgo) auspobieren kann. Schnell war ich so gefesselt, dass ich die Vollversion gekauft habe. Diese erlaubt auch Player vs. Player-Spiele und so wurde der Freund schnell überzeugt. Zum Geburtstag habe ich dieses Jahr dann eine analoge Ausgabe von Neuroshima Hex bekommen.

2015 Neuro Hex

Wie funktioniert es? Es gibt sogenannte Armeen, die aus einzelnen Einheiten bestehen, Kämpfern oder unterstützenden Modulen. Diese sechseckigen Hex-Plättchen legen die Spieler abwechselnd auf das Spielfeld. Ein Kampf wird entweder durch ein bestimmtes Kampfplättchen ausgelöst oder wenn das Spielfeld voll ist.

Jeder Spieler hat ein Headquarter mit 20 Lebenspunkten (auf dem Foto unten sind es die beiden Plättchen mit den zu allen Seiten gehenden Pfeilen). Lebenspunkte werden nur reduziert, wenn eine feindliche Einheit dem Headquarter einen Schaden hinzufügt. Schalten feindliche Einheiten eigene Einheiten aus, hat das keinen Einfluss auf die Lebenspunkte. Casualties 😉

Ziel des Spiels ist es entweder die Lebenspunkte des Feindes auf Null zu reduzieren oder (was öfter der Fall ist) am Ende die meisten Lebenspunkte zu haben. Das Spiel endet, wenn ein Spieler seine Armee-Plättchen aufgebraucht hat.

2015 Neuroshima Hex

Wie läuft ein Kampf ab? Zunächst werden die Kämpfer mit der höchsten Initiative gesucht, dargestellt durch eine Zahl (die Initiative kann durch andere Plättchen erhöht sein). Alle Einheiten mit der gleichen Initiative bekämpfen sich gleichzeitig. Die Pfeile zeigen die Richtungen an, in die ein Angriff erzeugt wird. Doppelpfeile heißen, dass die Einheit 2 Schaden macht. Gestreckte Pfeile stellen einen Fernangriff dar, sprich die nächste feindliche Einheit in der Richtung wird getroffen. Dann gibt es noch diverse Hilfsplättchen, sogenannte „Module“, die wie oben erwähnt die Initiative erhöhen, einen Schaden abfangen, einen Angriffsbonus geben und so weiter.

Natürlich sind die Armeen auch unterschiedlich gestaltet. Für den Beginn empfiehlt es sich mit den blauen Borgo und den roten Molochs zu spielen. Dabei wird es den Anschein machen, dass die Molochs deutlich stärker sind. Nun heißt es üben und nochmals üben. Die Mechanik des Spiels ist schnell gemeistert, die feinen taktischen Rafinessen der einzelnen Armeen kann man nur durch Ausprobieren ausarbeiten. Dann ist es auch möglich mit den vermeidlich schwächeren grünen Outpost und der gelben Armee Hegemony die mit viel Feuerkraft ausgestatteten Molochs oder die flinken Borgo zu besiegen. Ein gewisser Glücksfaktor bleibt dabei immer im Spiel, da man nachkommende Armee-Plättchen immer verdeckt zieht. Geübte Spieler wissen, was noch kommen muss, wissen aber nicht, wann es kommt.

Fazit: Neuroshima Hex ist quick ’n‘ dirty. Jeder Spieler nimmt sich einen Beutel mit einer Armee und los geht’s. 30 Minuten dauert eine Partie. Die Kämpfe machen Spaß, der Lernerfolg ist gewaltig und der Glücksfaktor macht jedes Spiel einzigartig . Neuroshima Hex ist ein sehr spannendes schnelles Spiel für 2 Spieler, allerdings können auch bis zu 4 Spieler gegeneinander kämpfen, ob im Team oder alle gegeneinander. Und wem die Armeen zu doof werden, der kauft sich einfach ein paar neue dazu 😉

5stars

P.S. Die englischen Regeln kann man hier lesen. Beim Kauf darauf achten, dass man die neuste Version 3.0 nimmt.  Wer das Spiel cool findet und sich etwas ähnliches mit weniger Glücksfaktor wünscht, probiert am besten Theseus aus. Man merkt, dass hier der gleiche Spielautor, Michał Oracz, am Werk war 😉