[Spiel] 7 Wonders: Duel

Ohne Frage ist 7 Wonders, dass 2011 zum Kennerspiel des Jahres gewählt wurde, ein wunderbar strategisches Spiel für bis zu 7 Spieler. Es macht Spaß, seine Wunder fertig zu stellen und mit dem Karten-Weitergabe-Mechanismus indirekt seine Mitspieler zu kontrollieren. Allerdings funktioniert die 2-Spieler-Variante mit einem dritten „dummy-Spieler“ nicht so wirklich. Es ist ok, aber macht nicht annährend soviel Spaß wie mit einem echten dritten Spieler oder direkt mit mehr Spielern.2015 7 Wonders Duel

Daher setzte sich der Autor von 7 Wonders, Antoine Bauza, mit Bruno Cathala (u.a. Cyclades) zusammen und bastelte an einer nativen 2-Spieler-Version: 7 Wonders: Duel. Von den ersten Berichten über den Prototypen war ich nicht sonderlich begeistert, das schlug aber schnell um, je mehr positive Stimmen es gab. Für unschlagbare 30 Euro wurde ein Promopack mit Spiel, Promokarte (Wunder „Messe Essen“), Metall-Token und T-Shirt für die Spiel 2015 vorbestellt und abgeholt. Und danach natürlich gespielt:

 

Im Vorfeld hörte man schon, dass 7 Wonder Duel ein eigenständiges Spiel ist und nicht bloß eine bessere 2-Spieler-Variante vom großen Bruder. Dem kann ich zustimmen. Knackige 30 Minuten dauert ein Spiel. Wie bei 7 Wonders müssen die Spieler Wunder bauen und durch Kartenkombis Punkte sammeln. Die Kartenkombis empfinde ich als einfacher verständlich und greifbarer als bei 7 Wonders (wo insbesondere die Punkteregeln für die grünen Karten ätzend pfand).

Die braunen Karten produzieren Ressourcen, die man für den Bau von Wundern und Kauf von Karten braucht. Man kann auch gegen einen Obolus Ressourcen vom Gegner kaufen.

Die roten Karten generieren Angriffspunkte. Sobald ein solche Karte gespielt wird, wird der Angriffsmarker – siehe oben rechts auf dem Foto – in Richtung Gegner geführt. Je weiter er ist, desto mehr Siegpunkte gibt es am Ende. Sollte der Marker das Ende der Leiste erreichen, was der Hauptstadt des Gegners entspricht, hat der Spieler sofort gewonnen. Dies passiert de facto aber sehr selten.

Die blauen Karten geben am Ende Siegpunkte.

Die grünen Karten gibt es mit 7 unterschiedlichen Symbolen. Hat der Spieler 2 Symbole des gleichen Typs, darf er sich einen Fortschrittsmarker ziehen. Damit gibt es verschiedene Boni, z.b. Siegpunkte oder den kostenlosen Bau eines Wunders. Hat der Spieler 6 unterschiedliche Symbole gesammelt, gewinnt er das Spiel sofort. Dies passiert wie der Militärsieg auch eher selten.

Die gelben Karten widmen sich dem Thema Handel. Damit kann man günstiger Ressourcen erhandeln, welche generieren oder an Geld kommen.

Die lila Karten sind die Gilden-Karten. Für den Spielsieg ist es meistens essentiell, an solche zu kommen. Sie geben hochpunktige Boni für Kartenkombinationen. Viele Kombinationen beziehen sich auch auf die Karten des Gegners.

Am Ende gilt: der mit den meisten Punkten hat gewonnen.

2015 7 Wonders Duel CoverWie funktioniert das Spiel?
Es werden 4 Weltwunder in die Mitte ausgelegt. Der Startspieler wählt eins, der zweite Spieler zwei, der Startspieler erhält das übrig gebliebene Wunder. In umgekehrter Reihenfolge wird das nochmal gemacht, sodass am Ende die Spieler je vier Weltwunder haben. Es gibt drei Zeitalter. Pro Zeitalter werden in die Spielmitte die entsprechenden Karten in einem bestimmten Muster ausgelegt. Die Spieler arbeiten sich von unten nach oben vor. Eine Karte kann erst genommen werden, wenn der Spieler a) sie bezahlen kann (durch Ressourcen oder Geld, manche sind auch kostenlos) und b) die Karte frei liegt, dh. nicht von anderen Karten verdeckt wird. Sobald alle Karten weg sind, beginnt das nächste Zeitalter.

In seinem Zug kann der Spieler:
– eine Karte kaufen, wenn er sie bezahlen kann, und in seinen Baubereich legen.
– eine Karte nehmen und für 2 Gold verkaufen.
– eine Karte nehmen und dann ein Wunder bauen, sofern er dessen benötigte Ressourcen bezahlen kann. Disclaimer: es dürfen insgesamt nur 7 Weltwunder gebaut werden. D.h. ein Spieler wird es nicht schaffen, alle seine vier Weltwunder zu bauen.

Die Spieler können geschickt die Möglichkeiten ihres Gegners kontrollieren, da die oberen Karten erst zugänglich werden, wenn man die zwei untersten wegnimmt. Ich finde diese taktische Komponente ganz toll, sie gibt 7 Wonders: Duel eine eigene Note und macht für mich die 2-Spieler-Variante vom große Bruder endgültig obsolet.

Fazit:
Yay, 7 Wonders: Duel ist für mich eins der Highlights unter den 2-Spieler-Spielen. Die Punktevergabe ist viel verständlicher als bei 7 Wonders und die Einstiegshürde geringer. Andersherum werden 7 Wonders-Veteranen sich schnell zurecht finden. Bisher einziger Wermuttropfen ist, dass der Militär- und der Fortschrittssieg doch recht schwer scheinen…aber ich glaube, dass es durchaus Situationen gibt, wo man es probieren könnte. Das heißt, der Wiederspielwert ist groß. Etwa 30 Minuten dauert eine Partie. Ich kann 7 Wonders: Duel absolut weiterempfehlen, für 25 Euro kann man sich bald auch die deutsche Ausgabe sichern.  Es lohnt sich.

Die deutschen Spielregeln können hier gelesen werden.

4 Gedanken zu „[Spiel] 7 Wonders: Duel“

  1. Eine kleine Korrektur wäre, dass man Ressourcen nicht vom Gegner, sondern von der Bank kauft – und wenn der Gegner die Ressource hat der Preis steigt.

    Wirklich vom Gegner kaufen passiert ja nur, wenn er das grüne Ökonomie-Plättchen bekommt.

  2. Priduzieren gelbe Karten Ressourcen ebenso wie braune oder graue? Oder kann man einfach nur für 1 Geld bei der Bank kaufen?
    In der Regel steht einmal, dass sie produzieren und einmal dass man einfach günstiger kaufen kann

    1. Es gilt: sobald eine Münze neben dem Ressourcen-Symbol abgebildet ist, muss sie von der Bank gekauft werden. Schau mal in die Regeln auf Seite 18 „Kartenliste“.
      Stein-/Ton-/Holzlager und Zollstelle: hier müssen die Ressourcen gekauft werden. Neben dem Symbol abgebildet ist der Preis von 1 Geld.
      Forum und Karawanserei: produziert eine der abgebildeten Ressourcen. Die ist gratis.

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