[Spiel] Concordia

2015 Sept Concordia 4 SpielerConcordia liegt hier schon seit der Spiel 2013 bis auf ein kleines 2er-Testspiel ungespielt herum, was ich immer sehr schade fand. Letztes Jahr kamen mit der „Erweiterung“ Britannia & Germania zwei weitere Spielbretter dazu. Und das war’s. Bis Concordia dann seine große Chance bekam und gleich an zwei Tagen hintereinander auf dem Tisch landete. Pluspunkt direkt zu Beginn: die Ressourcen sind jedes Mal anders verteilt und das Grundspiel hat direkt zwei verschiedene Karten zur Auswahl, einmal das antike Italien und dann die antike Mittelmeer-Region.


Concordia ist auf den ersten Blick ein Siedler & Ressourcen-Spiel, wird aber ganz stark von dem eigenen Kartenmanagement bestimmt. Der Spieler wählt in seinem Zug eine seiner Handkarten aus, mit denen er dann verschiedenes tun kann, zb. seine Legionäre/Schiffe zu einer Stadt bewegen und dort siedeln, weitere Legionäre/Schiffe bauen, Ressourcen produzieren oder mit der Bank handeln. Sein Kartendeck kann er erweitern, indem er neue Karten aus der Auslage kauft. Ist er fertig, legt der Spieler die genutzte Karte in seinen Ablagestapel. Der Ablagestapel kann mit der Karte „Tribun“ wieder aufgenommen werden. Dann bekommt der Spieler alle seine Handkarten zurück. Die Karte „Tribun“ belohnt allerdings den Spieler dafür, wenn er Karten im Ablagestapel sammelt, am besten so viele wie möglich.  Ist man zu Beginn noch leicht überfordert und verspürt den Drang, einfach nur sehr schnell zu siedeln, hat man spätestens zur Mitte des Spiels den Kniff heraus und plant mit seinen Handkarten einige Züge voraus.

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Die Spieler haben nur indirekten Einfluss auf ihre Mitspieler. Sie können Karten wegkaufen oder Ressourcen wegschnappen, aber nicht aktiv andere Mitspieler stören. Auch gegenseitiges Handeln ist nicht erlaubt. Das Besiedeln einer Stadt wird teurer, wenn schon andere darauf gesiedelt haben. Bei der ersten Partie waren wir 4 Spieler. Schnell verteilte man sich unbewusst in die eigenen Viertel und scherte erst einige Runden später mal zu den Nachbarn aus. Im Endeffekt gab es keine Probleme, trotzdem alle Regionen (pro Region gibt es 2-3 Städte) zu besiedeln. Bei der darauffolgenden 5-Spieler-Partie wurde es schnell sehr eng und schwieriger, sich auf der ganzen Karte auszubreiten.

2015 Sept Concordia 5 Spieler

Wie gewinnt man?

Natürlich primär durch die besiedelten Städte und Regionen (ein bisschen wie bei Thurn & Taxis). Für jede Stadt gibt es Punkte, für jede besiedelte Region, für jeden Legionär/jedes Schiff auf der Karte, für jede Ressource, die man produzieren kann, und auch für das Geld bzw. den Geldwert der im Lager befindlichen Ressourcen. Sekundär kommt das persönliche Kartendeck ins Spiel. Jede Karte ist einer Gottheit zugeordnet. Jede Karte generiert so Siegpunkte. Eine Jupiter-Karte gibt 1 Punkt pro Stadt, die man besitzt. Hat man 3 Jupiter-Karten am Ende im Kartendeck, gibt es 3 Punkte pro Stadt. Eine Mars-Karte gibt gleich 2 Punkte für jeden Legionär/jedes Schiff. Hat man alle sechs Figürchen auf dem Brett stehen, sind das satte 12 Punkte. Hat man gleich 2 Mars-Karten, sind es schon 24 Punkte. Es ist also essentiell, dass man beim Kartenkauf nicht nur auf die Funktion der Karte achtet, sondern auch auf die Gottheit und die angestrebte Punktewertung schaut. Kauft man beispielsweise viele Saturn-Karten, die am Ende Punkte für jede besiedelte Region geben, sollte man natürlich auch schauen, in allen Regionen vertreten zu sein. Ausschlaggebend für den Spielerfolg sind die Minerva-Karten. Sie sind selten und nicht in den Startdecks vorhanden. Sie geben 3-5 Punkte für alle Städte eines bestimmten Produktionstyps. Besitzt man beispielsweise die Minerva-Karte für Städte mit Weizenproduktion und am Ende vier solcher Städte, bekommt man 4 mal 3 Punkte. Das Spiel endet, wenn ein Spieler alle seine Häuser gebaut hat oder alle Karten weggekauft sind.

Fazit: Concordia ist ein friedliches Siedler-Spiel, das mit wenig Glück auskommt und trotz des hohen Strategiefaktors auch von Normalspielern sehr schnell zu erlernen ist. Wichtig ist, dass alle Mitspieler die Punktewertung verstanden haben. Im Beginnerspiel kann man extra dafür eine Zwischenwertung durchführen. Sie hat kaum Spielrelevanz, zeigt aber gut die Wertungsmechanismen. Man sollte mit 1,5 bis 2h Spielzeit rechnen, bei Anfängern auch durchaus mehr. Wichtig sind auch die richtigen Mitspieler, ich möchte mit niemandem spielen, der Stunden damit verbringt Punkte und perfekte Strategien auszurechnen. Hat man die richtigen Mitspieler am Tisch, ist Concordia ein tolles mittellanges Spiel, mit ansprechendem Design und Tokens, und einer leicht erlernbaren Spielmechanik. Wer Spiele mag, sollte Concordia mal antesten. Wer nur gelegentlich Spiele wie Zug um Zug oder Thurn & Taxis spielt, hätte hier auch eventuell seinen Spaß dran.

Die englischsprachigen Regeln sind hier zu finden. Die ausgelieferte Box ist international, es gibt deutsch- und englischsprachige Regeln und Spielkarten. Die erste richtige Erweiterung, Salsa, erscheint zur Spiel 2015. Es gibt eine neue Ressource, neue Kartentypen und zwei weitere Spielbretter: Hispania und Byzantium.