[Spiel] Kemet

Kemet ist 2012 erschienen und wird von Asmodee/Matagot vertrieben. Es ist ein indirekter Nachfolger vom griechisch-antiken Cyclades (2009) und wahrscheinlich ein indirekter Vorgänger von dem keltisch geprägten Inis, welches 2016 erscheint. Die Spiele unterscheiden sich, auch dewegen, weil andere Autoren am Werk waren. Gleich ist ihnen, dass die Spieler die Befehlsgewalt über eine kleine Armee übernehmen und versuchen bestimmte Gebiete zu kontrollieren. Dies geschieht auch mithilfe von Monstern wie der Sphinx oder einem Kraken. Mit der Erweiterung  C3K: Creatures Crossover Cyclades/Kemet können diese auch zwischen Kemet und Cyclades ausgetauscht werden.

2015 Kemet Cover


Wie schon bei Cyclades fand ich das Spiel zu zweit doof, empfehlen würde ich es ab 3 Spieler, je mehr desto besser. Das Spielbrett ist je nach Spielerzahl unterschiedlich. Auch wenn es anders aussieht: alle Städte sind gleichwertig, auch die Armeen unterscheiden sich nicht.

2015 Kemet
2-Spieler-Spiel

Die Spielregeln wirken beim ersten Hören verdammt kompliziert, erweisen sich im Spielverlauf allerdings als recht einfach. Ich beschränke mich hier auf das Grundgerüst an Regeln. Die offiziellen Regeln können hier nachgelesen werden.

Auf dem Spielbrett ist das alte Ägypten abgebildet. Die Spieler besitzen eine eigene Stadt, mit drei Bauplätzen für Pyramiden. Diese werden durch vierseitige Würfel dargestellt. Außerdem auf der Karte abgebildet sind Tempel. Die Währung ist der Gebetspunkt, dargestellt durch einen Anch.

Die Tagphase ist die aktive Phase der Spieler. Sie haben insgesamt fünf Aktionen. Mögliche Aktionen sind: Armeen bewegen (trifft eine Armee auf eine fremde Arme, werden die Kämpfe werden sofort abgehandelt), Einheiten rekrutieren, Karten kaufen (mit manchen Karten kriegt man coole Kreaturen), Gebetspunkte bekommen oder Pyramiden bauen. Insgesamt kann ein Spieler bis zu drei Pyramiden unterschiedlicher Farben haben und diese auf bis zu vier Stufen ausbauen. Farbe und Stufe sind entscheidend für den Kartenkauf. Wer eine blaue Karte der Stufe 3 kaufen möchte, muss eine entsprechende Pyramide haben. Haben alle Spieler ihre Aktionsmarker ausgegeben, werden Siegpunkte gezählt. Es werden temporäre Punkte verteilt: jeder Spieler, der mit einer Einheit in einem der Tempel steht, bekommt einen Punkt (verliert er den Tempel in der nächsten Runde, ist der Punkt wieder weg). Jeder Spieler, der zwei Tempel kontrolliert, bekommt einen permanenten Siegpunkt. Für jede 4er Pyramide in seiner Kontrolle (Spieler können fremde Städte einnehmen), bekommt der Spieler einen temporären Punkt. Außerdem gibt es für die Kontrolle eines Tempels extra Gebetspunkte.

Die Nachtphase beginnt. Jeder Spieler erhält 2 Gebetspunkte. Er erhält eine Aktionskarte, die Effekte bei Kämpfen oder anderen Aktionen auslöst. Die Spielreihenfolge der nächsten Runde wird vom schwächsten Spieler festgelegt. Die Nachtphase ist beendet.

2015 Oktober Kemet
5-Spieler-Spiel

Permanente Punkte gibt es neben den zwei Tempeln auch für jeden als Angreifer gewonnen Kampf und durch bestimmte Karten. Mit der Kontrolle des lila Heiligtums kann man zwei Einheiten opfern, um einen permanenten Siegpunkt zu bekommen. Die Kontrolle der Sphinx gibt auch einen Siegpunkt.

Die Sphinx ist eine der vier Kreaturen, die Armeen begleiten können und so Boni auf Kämpfe geben. Allerdings zeigte das erste Spiel zu fünft, dass man zum Sieg nicht unbedingt eine Kreatur braucht.

Sieg. Die Spieler bauen ihre Pyramiden aus, kaufen Karten, besetzen Tempel und bekämpfen andere Armeen. Es ist unabdingbar, in allen Bereichen permanente Punkte zu sammeln und seine Züge gut zu durchdenken. Der Spieler, der zuerst 8 (oder alternativ 10) Siegpunkte am Ende der Tagphase erreicht, gewinnt das Spiel.

2015 Kemet Karten
Viele verschiedene Karten mit Spezialeffekten, darunter auch die Kreaturen als Bereicherung für die eigene Armee

Fazit: Ich mag Kemet aus den gleichen Gründen wie Cyclades, es ist kurzweilig und trotz der „kämpferisch anmutenden“ Optik eher abstrakt-strategisch. Großer Pluspunkt an Kemet ist, dass Kämpfe belohnt werden und die Konsequenzen für den Verlierer eher gering sind. Was mich richtig stört ist die massive Auswahl an kaufbaren Karten. Für mich persönlich ist es schwierig und anstrengend, da denn Überblick zu behalten. Insbesondere, wenn es darum geht zu gucken, was der Mitspieler für Karten und Effekte hat. Kemet gehört für mich ganz klar in die Kategorie der Spiele, wo man sehr wach und das Gehirn leistungsbereit sein muss. Das gilt auch für die Mitspieler, das Spiel lebt davon, dass man sich gegenseitig aufhält und achtsam ist. Insgesamt ist Kemet sehr gut durchdacht, schnell erlernbar und mit den Kämpfen sehr spaßig. Und wichtig für mich: das Thema ist wunderbar umgesetzt!