[Buch] Childhood’s End

Autor: Arthur C. Clarke (1917-2008)

Veröffentlichung: 1953, UK

Länge: 226 Seiten (Kindle)

Preis: 7,43 Euro (Kindle)

Stichwörter: Sci-Fi, Utopia, Menschsein

 

An Silvester habe ich die filmische Umsetzung von Childhood’s End gesehen und war sehr enttäuscht. Die Story wirkte zu lang für die Miniserie, die Erzählstränge zu wirr und überladen mit verschiedenen Themen. Sowas sollte aus einem Buch von Arthur C. Clarke kommen, den Autor von 2001: A Space Odyssey? Childhood’s End landete kurzentschlossen auf dem Kindle und wurde somit mein erstes Buch im Jahr 2016. Ein schöner Einstieg!

Die Erzählung ähnelt grob der Miniserie und ist in drei Kapitel eingeteilt. Es beginnt damit, dass Aliens auf der Erde landen und die Menschen quasi zu ihrem eigenen Glück zwingen. Was ist der Preis für eine Welt ohne Krieg, ohne Hunger, ohne Not? Ist eine Utopia es wert, diesen Preis zu zahlen?

Das Buch Childhood’s End ist geradliniger und deutlich schlüssiger als die Miniserie.  Die Persönlichkeit der Charaktere ist für die Erzählung irrelevant. Viele Ereignisse werden von einem allwissenden Erzähler geschildert, wodurch die Geschichte flott voran schreitet. Falls ihr noch vor habt, das Buch zu lesen, lest nicht diesen massiven Spoiler: Auch hier verfolgen wir den Supervisor der Aliens, Karellen, bei seiner Arbeit auf der Erde. Rikki Stormgren ist im Buch kein Farmer, sondern UN-Generalsekretär. Es gibt keine persönliche Geschichte um ihn herum. Er sieht Karellens wahre Natur, bewahrt stillschweigen und stirbt, bevor sich die Overlords der Menschenheit zeigen. Dies passiert 50 Jahre nach dem Ankommen der Overlords. Die Reaktionen sind verhalten. Die Szene mit dem Ouji-Board passiert auf einer Party. Der Gastgeber ist Fan von paranormaler Literatur und probiert es zum Spaß aus. Anwesend – aber nicht beteiligt – ist auch ein Overlord, der diese paranormale Literatur studiert. Jan Rodericks, Astronom, und Schwager des Gastgebers, nimmt genervt teil. Als er gezwungen wird, eine Frage zu stellen, fragt er nach der Heimat der Overlords. Das Ouji-Bord nennt eine Zahl, eine Teilnehmerin, Jean, kippt um. Später findet Rodericks einen Stern, dem diese Zahl zugeordnet ist. Er schmuggelt sich auf das Raumschiff der Overlords. Dafür baut er eine Art Luftkammer in den Körper eines (Replik-)Kraken ein und gelangt so an Bord. Schließlich begleiten wir Jean, ihren Mann und deren zwei Kinder dabei, wie sie nach New Athens ziehen. Der Sohn wird wie durch Zauberhand vor einer Flutwelle gerettet. Er scheint immer merkwürdiger zu werden, was irgendwann die Overlords den Eltern bestätigen: ihre Kinder sind keine Menschen mehr, sondern haben sich zu einem kollektiven Wesen entwickelt. Dies geschah nicht plötzlich, denn die Voraussetzungen dafür schlummerten schon immer im Menschen. Nun wird auch deutlich, wieso die Overlords auf der Erde sind: Sie sind Diener von etwas, was sie Overmind nennen. Etwas, das Lebewesen umformt und irgendwann in sich aufnimmt. Ein Prozess, von dem die Overlords (zu ihrem Leidwesen) ausgeschlossen sind. Am Ende transzendieren die Menschenkinder zum Overmind und „verschlingen“ dabei die Erde.

Fazit: Stellenweise merkt man, dass Childhood’s End von einem weißen Europäer in den 50ern geschrieben wurde. Insgesamt ist die Erzählung allerdings ein zeitloses Werk über die menschlichen Sehnsüchte und noch dazu eine schöne Sci-Fi-Geschichte. Deutlich besser als die Mini-Serie und mit knapp 230 Seiten schnell zu lesen.