[Serie] The Expanse

Die Bücher der Reihe The Expanse von James S.A. Corey habe ich eilig gelesen, als ich hörte, dass es eine Serienadaption geben soll. Ich war sehr begeistert von den Büchern, weil sie einerseits einen ähnlichen Humor wie die Serie Firefly haben und andererseits eine tolle Mischung aus Horror, Abenteuer und Science Fiction beinhalten. Schnell wurde in der Serienwelt The Expanse zum neuen Hoffnungsträger der Sci-Fi-Serien: könnte sie der ebenfalls von Syfy ausgestrahlten Perle Battlestar Galactica das Wasser reichen?2016 The Expanse Julie

[Diese Review bezieht sich auf die erste Staffel und ist ohne Spoiler]

Nun ja, nach Dark Matter, Ascension und ähnlichen Sci-Fi-Flops war ich mehr als kritisch. Und sehr ängstlich: „Bitte versaut diese grandiose Buchreihe nicht.“

Worum geht’s? Wir befinden uns in der Zukunft. Mars und einige Asteroiden wie Ceres und Eros sind besiedelt. Die UN kontrolliert die Erde, Mars ist ein unabhängiger Staat und die Belter des Asteroidengürtels sind an der Schwelle zum Bürgerkrieg. Auf Ceres erhält der Detektiv Miller den Auftrag, Julie Mao – Tochter eines reichen Unternehmers – zu suchen. Die Crew um James Holden wird auf der Canterbury, einem Eistransporter, in eine Verschwörung verwickelt. Während auf der Erde UN-Untersekretärin Christjen Avasarala alle möglichen Fäden zieht, um Chaos im System zu vermeiden.

Mit dem Cast bin ich mittlerweile weitesgehend zufrieden, auch wenn vor allem Holden und Miller im Buch doch etwas anders rüberkommen. Christjen Avasarala, deren meist gesagten Wörter in den Büchern wohl „fuck“ und „shit“ sind, kann trotz des deutlich runtergefahrenen Fluchrepetoires überzeugen. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, dass man ihren Charakter früher eingeführt hat als in den Büchern. Einerseits mochte ich es, dass man im ersten Band, Leviathan Wakes, eben nicht die Erde kennenlernte. Andererseits kann ich verstehen, dass man in der Serie alle drei Parteien – Erde, Mars und OPA/ Belt – direkt einführen wollte. Das resultiert darin, dass die Serie von beginn an deutlich politischer ist als die Buchreihe.

2016 The ExpanseDas Setting ist großartig. Ceres, Tycho Station, die Rocinante… alles liebevoll und detailliert ausgearbeitet. Und das in einer Form, die ich nicht vermutet hätte für eine „kleine Serie“. Insbesondere die „Mysteryszenen“, die schon in den Büchern für Gänsehaut sorgten, sind besonders gelungen.

Die Story orientiert sich weitesgehend am ersten Buch, umfasst jedoch nur etwas mehr als die erste Hälfte. Ich vermute, dass der erste Band nach etwa vier Folgen in der zweiten Staffel abgeschlossen sein wird und es dann nahtlos in den Stoff des zweiten Bandes übergeht. Im Vergleich zu den Büchern ist die Erzählung simpler gestrickt, bestimmte Informationen erhält der Zuschauer schneller und einfacher aufgearbeitet als in den Büchern. Das finde ich ganz gut gelöst für eine Serienadaption. Wie es mit dem Serie-Plot weitergeht, erfahren wir leider erst ab Januar 2017. Der 6. Teil der Buchreihe, Babylon’s Ashes, erscheint im Juni 2016.

Fazit
Endlich eine Sci-Fi-Serie, die wirklich begeistern kann! Vergleiche mit Battlestar Galactica lassen sich aufgrund der unterschiedlichen Genre nur anhand der Qualität ziehen, da kann The Expanse locker mithalten. Dass ich den Plot bereits aus den Büchern kenne, hat nichts daran geändert, dass ich mitgefiebert habe und die Cliffhanger mich mitrissen. Ich kann The Expanse als Serie und besonder als Buchreihe nur empfehlen! Die Serie ist eher eine realitische Zukunftsversion, kein „high fantasy in space“, wie ich es oft bei Star Trek und insbesondere bei Star Wars empfinde. Daher sollten auch ruhig Leute reinschauen/reinlesen, die mit diesen Sci-Fi-Koryphäen nichts anfangen können 😉