[Serie] Love / Fuller House

Mir mangelt es ein bisschen an guten Comedy-Serien seitdem ich mit dem Re-Run von Friends  durch bin. Einzig Brooklyn Nine Nine kann mich richtig begeistern, Modern Family wenigstens für zeitweilige Unterhaltung sorgen. Nach Grace & Frankie (yay), Unbreakable Kimmy Schmidt (hmmkay) und Master of None (nope) liefert Netflix neuen Comedy-Stoff.

Die Netflix-Comedy Love ist am 19. Februar online gegangen. Den meisten durfte Gillian Jacobs durch die NBC-Comedy Community bekannt sein. Eins vorweg: es gibt keine Anpassungsschwierigkeiten, da Jacobs auch in Love Britta zu spielen scheint.  Die Frau heißt zwar Mickey, aber man kann sich gut vorstellen, wie Britta  3 Jahre nach dem Community College in einer on-off-Beziehung mit einem Junkie landet und einem Job beim Radio hat. Auf der anderen Seite haben wir Gus, gespielt von Paul Rust, der bei einem Filmstudio als On-Set-Teacher arbeitet, aber eigentlich lieber eine Stelle als Hollywood-Autor hätte. Nun kommt es so, dass beide frischer Single werden und sich dann kennenlernen. Die daraus entstehende Kennlerngeschichte ist nicht von Hollywood-Kitsch geprägt. Auch wenn Gus wie ein Mr. Nice-Guy erscheint, wird schnell klar, dass er auch nur ein Mensch ist und deswegen manchmal auch ein Arschloch. Und Mickey, die große Probleme zu haben scheint, wird nicht wie ein quirliges Crazy-Chick dargestellt, sondern eben wie jemand mit großen Problemen. Love hab ich gerne geguckt, nur das Ende fand ich etwas blöd. Ich muss aber sagen, dass ich vor allem die Nebencharaktere und die Handlungsstränge, wo es nicht um Liebe ging, am interessantesten fand.

Das Spin-Off Fuller House der beliebten Sitcom Full House ist auch im Februar online gegangen. Wir erinnern uns: Danny Tanner, frisch verwitwet und Vater von drei Mädchen, zieht mit seinem Kumpel Joey und seinem Schwager Jesse zusammen.  Fuller House erzählt die Geschichte weiter…oder kopiert sie. Die älteste Tochter DJ ist frisch verwitwet, Mutter von drei Jungs und zieht mit der jüngeren Schwester Stephanie und der besten Freundin Kimmy zusammen ins alte Haus. Natürlich lassen sich auch Danny, Jesse samt Becky und Joey mal blicken. Wahrscheinlich ist das auch das größte Problem: Fuller House wirkt wie eine große Reunion-Show und keine eigenständige Serie. Natürlich kann man ein paar kleine Metawitze für die Fans machen, aber muss das permanent sein? Besser wird das nicht dadurch, dass der Cast zwischendurch spontan perfekt durchgeplante Tanzeinlagen ablegt. Urgh. Full House war zwar eine weißgefärbte Familienserie, wirkte aber meistens realistisch und lebensnah. Fuller House mit den dem ständigen Aufhalten auf einer Meta-Ebene kann dahingehend nicht überzeugen. Es ist ein Stil, der mir nicht zusagt und leider wirken auch die Charaktere auf mich zu barbiehaft und lieblos, obwohl da Raum für mehr Individualität wäre. Schade. Aber ich werde wohl auch in die zweite Staffel reinschauen, eben weil es sonst an kurzweiliger Unterhaltung für Nebenbei fehlt…