[Spiel] Innovation

Innovation ist ein Kartenspiel aus dem Jahr 2010 von dem ich noch nie etwas gehört hatte bis ich es in einer 4er-Runde austestete. Und es gefiel, sehr! Das Spiel kann man sowohl zu zweit als auch mit bis zu vier Leuten sehr gut spielen. Eine Partie dauert 45 – 60 Minuten. Mit den Symbolen erinnert es ein bisschen an 7 Wonders, Innovation ist auch genauso einfach zu erlernen und trotzdem recht komplex. Vom Thema her ist es auch recht ähnlich, es geht um Erfindungen und Epochen von der Steinzeit bis zum Computerzeitalter. Was mir am meisten gefällt: Innovation kann richtig fies und durch multiple Effekte echt spaßig werden. Spieler sollten eine hohe Frustrationstoleranz und Humor mitbringen 😉

Das Spiel besteht aus diversen Karten, die hinten mit Zahlen von 1 bis 10 versehen sind. Diese Zahlen stellen Epochen dar. Von jeder Epoche wird eine Karte beiseite gelegt. Die restlichen Karten werden pro Epoche gemischt und kreisförmig in der Mitte angeordnet. Jeder Spieler hat ein kleines Spieltäfelchen vor sich ausliegen. Beide Seiten sind bedruckt mit den Spielregeln und weiteren Erläuterungen. Bis auf Spezialfälle braucht man dies aber nach 2-3 Zügen nicht mehr. Nachfolgende fasse ich die wesentlichen Spielmechaniken zusammen, ein paar Dinge lasse ich der Einfachheit halber außen vor. Die kompletten Regeln könnt ihr hier nachlesen. 2016 April Innovation

Ziel des Spiels ist eine bestimmte Zahl an Epochen zu dominieren (rechte Seite des Spielertableaus). Kann ein Spieler eine Epoche dominieren, nimmt er sich die entsprechende Epoche aus den vorher zurückgelegten Karten. Es wird chronologisch vorgegangen: bevor man die dritte Epoche dominieren kann, müssen die erste und die zweite Epoche bereits von ihm oder einem anderen Spieler dominiert sein. Um eine Epoche zu dominieren, muss man Einfluss sammeln (linke Seite des Spielertableaus). Die Spielkarten mit ihren Werten von 1-10 fungieren hier als Einflusspunkte. Um die erste Epoche zu dominieren, braucht man 5 Einflusspunkte. Für die zweite Epoche 10, für die dritte Epoche 15. Immer die Zahl der Epoche mal 5.

Spielzug. Das Spiel findet hauptsächlich oberhalb der Spielertableaus statt. Jeder Spieler legt dort seine aktiven Karten hin. Es gibt fünf Farben, die je auf einem eigenen Stapel liegen. Im Laufe des Spiels können Stapel gefächert werden, sodass die Symbole der unteren Karten auch aktiv werden. Der Spieler hat zwei mögliche Aktionen, es können auch die gleichen sein:

  • Er darf eine Karte ziehen, von dem niedrigsten Kartenstapel.
  • Eine Karte aus seiner Hand vor sich hinlegen.
  • Eine Epoche dominieren.
  • Den Effekt einer aktiven Karte ausführen.
  • Manchmal würde man gerne passen, aber das ist nicht erlaubt.

Man mag es nicht glauben, aber man sollte darauf achten sich zu merken, ob man schon eine oder zwei Aktionen getätigt hat.

Eine aktive Karte ausführen. Karten weisen zwei verschiedene Dogmen auf: cooperative und/oder supremacy. Vor dem Dogma ist ein Symbol abgebildet, zum Beispiel ein Turm oder ein Baum.
Bei cooperative Dogmen gilt: jeder Spieler, der genauso viele Symbole des geforderten Typen hat wie der aktive Spieler, darf mitmachen. Macht jemand mit, darf der aktive Spieler als Belohnung eine Karte ziehen.
Bei supremacy Dogmen gilt: der aktive Spieler sucht sich ein Opfer aus, dass weniger von den geforderten Symbolen hat als er selbst.

Einige Dogmen erlauben es, Karten aus der Hand oder aus dem Nachziehstapel zu scoren, das heißt sie mit der Rückseite in den Einflussbereich zu legen. So sammelt man Einflusspunkte.

Ist eine Karte aktiviert, werden alle darauf abgebildeten Dogmen aktiviert. Manche Effekte können einen Dominoeffekt auslösen, insbesondere im späteren Spielverlauf ist Aufmerksamkeit gefragt. Es gibt auch recht fiese Karten, die einem oder allen Spielern erheblich schaden können, dessen Karten klauen oder auch das Spiel direkt beenden.

2016 März Innovation

Fazit. Ich mag, wie fies Innovation werden kann und wie vor allem im späteren Spielverlauf sich das Blatt oft wendet. Ich bin mir noch etwas unsicher über das Balancing. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass man kaum noch aufholen kann, wenn man sich nicht direkt am Anfang „etabliert“ hat. Aber das Gefühl mag auch täuschen, da man schnell einen gewissen Frustlevel erreicht hat 😉 Innovation ist jedenfalls eins meiner liebsten Kartenspiele geworden, auch weil es so schnell „aufgebaut“ ist.

 

 

 

Ein Gedanke zu „[Spiel] Innovation“

  1. Ist auch eines meiner liebsten Kartenspiele. Der Faktor „schnell aufgebaut“ spielt dabei auch eine nicht unwichtige Rolle. Ich mag auch, dass es mit 2, 3 oder 4 Spielern gleich spannend ist.

    Manchmal verläuft das Spiel fies und man bekommt einen dicken Hals wenn man hinten liegt. Manchmal aber kann man auch noch von hinten das Feld aufräumen. Und es gibt ja noch den roten Knopf…

Kommentare sind geschlossen.