Wien 2016

In den Osterferien waren wir dieses Jahr in Wien. Eigentlich hatte ich mir bei der Buchung im Januar traumhaftes Frühlingswetter versprochen. Daraus wurde leider nichts, aber immerhin hat es nicht geregnet. Wien war nie ganz hoch auf meiner Reiseliste, die Entscheidung fiel recht spontan auf Österreichs Hauptstadt und so hatte ich auch Gelegenheit, eine langjährige Freundin das erste Mal live zu treffen. Letztendlich gefiel mir die Stadt so gut, dass ich gerne wiederkomme.

Nationalbibliothek
Nationalbibliothek

 

Schloß Schönbrunn
Schloß Schönbrunn

Den Kölner überrascht direkt die Sauberkeit, die pompösen Gebäude und die vielen großen Plätze. Noch dazu kann man fast überall kostenloses W-LAN abgreifen (ohne Anmeldungen oder Datenverkauf). Gefühlt scheint Kaiser Franz Josef die Queen Elisabeth Österreichs zu sein, er ist überall. Ein bisschen wirkt es so, als ob die Stadt erst mit ihm angefangen hätte zu existieren.

Oper
Oper

 

Untergebracht waren wir am Motel One an der Oper. Ein günstigeres Hotel im 1. Bezirk findet man wohl nicht. So konnten wir am ersten Tag nach Ankunft noch die Altstadt zu Fuß erkunden, Prachtbauten, Plätze, Höfe und den Stephansdom, der unserem Kölner Dom nicht ganz unähnlich, nur weniger dreckig, ist.

Stephansdom
Stephansdom
Probier's mal mit Gemütlichkeit!
Probier’s mal mit Gemütlichkeit!

Den zweiten Tag verbrachten wir mit unserer Freundin im Zoo. Nicht zu Unrecht würde der Zoo Schönbrunn, ältester Zoo der Welt, zum schönsten Zoo Europas gekürt! Mich haben die größtenteils artgerechten Gehege sehr gefreut, die trotzdem so eingerichtet waren, dass man die Tiere meistens sehen konnte. Pandas und Koalas gibt es im Kölner Zoo nicht, mich hat aber vor allem die Nagetierfraktion um Goldaguti, Zwergaguti und Capybara begeistert. Ganz wichtig für den Besuch: Anfangs eine Karte mitnehmen und dann diszipliniert vorgehen. Sonst rennt man wie wir von einem süßen Tier zum nächsten. Es war ein sehr schöner Tag, beim nächsten Wien-Besuch steht der Zoo sicherlich wieder auf der Besuchsliste 🙂

Geparde
Geparde

Was mich am meisten erstaunt hat: das Essen im Zoo, genauer gesagt im Kaiserpavillon, war das beste, was wir in Wien gegessen haben. Nun ja, und die Piroggen, die ich im Naschmarkt, einer Mischung aus Gemüsemarkt und Street Food Festival, gekauft habe.

Naschmarkt
Naschmarkt

Thema Essen. Der erste „Geheimtipp“, den wir am zweiten Tag aufsuchten, war ein großer Flop. Die Gaststätte war zwar überlaufen, aber auch von oben bis unten zugequalmt. Ich wusste zwar, dass es in Österreich erlaubt ist in Restaurants zu rauchen, aber hatte diese Info nicht ganz aufgenommen. Rauchen in Restaurants erscheint mir genauso absurd wie mitten im Speiseraum ein Pissoir aufzustellen. Wir suchten ein anderes Restaurant auf, eins mit getrennten Räumen. Das wurde dadurch ad absurdum geführt, dass ständig Rauch vom Raucherraum rüber zog.  Letztendlich haben wir die nächsten Male immer draußen unter Heizstrahlern gegessen. Da war leider kein Highlight dabei, aber wir haben aus Unlust auch keine besonderen Restaurants aufgesucht. Zum Glück führt diese sonst so moderne Stadt 2018 endlich ein Rauchverbot ein. Man kann also wiederkommen und dann in Wien richtig was essen gehen.

Naturhistorisches Museum
Naturhistorisches Museum

Eins der Highlights war der Besuch im Naturhistorischen Museum (NhM). Schon beim Betreten des ersten Raumes im NhM merkt man, dass dies nicht nur ein Museum ist, sondern auch ein Ort des Forschens. Tausende Ausstellungsstücke, fein sortiert und mit viel Licht präsentiert, dienen sicherlich vielen Wissenschaftlern als Forschungsobjekte oder Künstlern als Vorlage.

Blaue Steine

Die Ausstellung begann mit einer Sammlung an „Steinen“. Abertausende Steine, nichts anderes, als viele unterschiedliche chemische Verbindungen, die sich in den schillerndsten Formen manifestieren. Besonders interessant fand ich die Edelmetalle in ihrer Rohform, eine „Silberader“ hatte ich bisher noch nie gesehen. Am meisten begeistert haben mich die Asteroiden, die man anfassen konnte. Einige waren komplett aus Eisen und sahen sehr nach science-fiction aus. Als ob da eine außerirdische Schrift mit einem Laser reingeschrieben wurde:

2016 Wien NhM Asteroid

Ebenso gab es eine gigantische Sammlung an ausgestopften Tieren, manche davon auch längst ausgestorben. Mag vielleicht nicht jeder schön finden, aber ich finde es wichtig, die Artenvielfalt auf diese Weise für die Nachwelt fest zu halten. Die Ausstellung über die Erde war interessant und lehrreich, ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, Themen wie Kontinentalverschiebung und Eiszeit dank guter Grafiken und Globen wirklich zu begreifen. Mein Fazit: Bisher kenne ich nur die Naturhistorischen Museen in London und Oxford, das NhM in Wien hat diese beiden für mich eindeutig übertroffen!

2016 NhM Vögel

Unseren letzten Tag verbrachten wir größtenteils auf dem Prater, was eine lokal verankerte Kirmes ist, sprich man zahlt für jedes Fahrgeschäft und keinen allgemeinen Eintritt. Die Atmosphäre erinnerte ein bisschen an amerikanische Horrorfilme, die auf verlassenen alten Jahrmärkten spielen. Es ist kein durchgeplantes Disney- oder Phantasialand, aber genau das macht den Prater aus.

Prater mit RiesenradWir haben natürlich auch ein paar Fahrgeschäfte getestet, darunter auch das altehrwürdige Riesenrad. Am tollsten fand ich die Achterbahn „Volare“. Man liegt bei der Fahrt auf dem Bauch und kann wie Superman durch die Lüfte fliegen, das war echt klasse.

Coolste Achterbahn: Volare
Coolste Achterbahn: Volare

Nach dem Prater spazierten wir noch zur Donau und stellten fest, dass die Wiener wohl anders als die Rheinländer nix von Flussufern halten. Aber bei der Auswahl an Parks und Plätzen, die vermutlich penibel sauber gehalten werden, ist das nicht verwunderlich, der Weg zur Donau ist auch noch recht weit, die Wohngegend am Fluß sehr unschön mit großer Straße und Güterverkehr.

Wohngegend direkt vor dem Donauufer
Wohngegend direkt vor dem Donauufer (rechts)

Vom täglichen Laufen (man konnte von unserem Hotel aus fast alles per Fuß erreichen) war ich ziemlich erschöpft, sodass vieles flach gefallen ist, was ich noch gerne gesehen hätte. Auch Ausflüge ins „Nachtleben“ wurden zugunsten des Hotelbettes gestrichen. Schade, aber es war definitiv nicht der letzte Urlaub in Wien. Tolle Stadt!

Wien von oben aus dem Riesenrad
Wien von oben aus dem Riesenrad