Schottland 2016 – Teil 2

[Achtung: viel Text]
Diese Jahr konnten wir unseren Sommerurlaub im wunderschönen Schottland verbringen. Für mich war es nun der insgesamt fünfte Urlaub dort, für den Freund der erste und nicht letzte. Im ersten Teil berichtete ich von unserer Autotour durch Schottland, das könnt ihr hier nachlesen. Der zweite Teil erzählt von unseren Aufenthalt in Edinburgh während des Fringe Festivals.

Edinburgh Panorama

Edinburgh WelcomeMit der Rückgabe des Leihwagens am Flughafen Edinburgh hatte alles gut geklappt, mit dem Expressbus fuhren wir mitten in die Stadt rein. Ein Taxi brachte uns schließlich zum Hotel Thrums. Da noch Zeit bis zum Check-In war, konnten wir unser Gepäck in der Lobby lassen. Wir erkundeten die Innenstadt und schauten dem begeisterten Treiben des Fringe Festivals zu.

Schottland 2016
Hund, der seinen Frisbee im Wasser verlor…

Zurück im Hotel der Supergau: das Paar, das vor uns im Zimmer nächtigte wollte verlängern. Man gewährte es dem Paar. Öhm ok? Wir hatten 8 Monate im voraus gebucht. Stattdessen sollten wir in ein Appartement. Ich war so überrascht, dass ich es erst mal über mich ergehen ließ. Das Appartement war nicht im Hotel, sondern 10 Minuten weiter weg. Der Fußweg in die Innenstadt verlängerte sich so auf 30min. Im Appartement angekommen stellten wir fest, dass noch zwei weitere Paare darin wohnten. Das verstehe ich nicht unter einem Appartement? Wir hatten kein eigenes Bad, es stand auf dem Flur, für jeden benutzbar. Kein Fernseher, kein Teekocher, kaputte Möbel. Das Zimmer war außerdem eine ehemalige Garage. Und diese Unterkunft war im Internet als Luxus-Appartement angeboten… Wir beschwerten uns. Man bot uns nur eine sehr geringe finanzielle Entschädigung an, nicht im geringsten das, was das Zimmer ohne Bad weniger wert war. Ein gleichwertiges Hotelzimmer wollte man uns nicht besorgen. Der Besitzerin war es schlichtweg scheißegal. Take it or leave, ihr Geld hatte sie ja so oder so. Tja, scheiße, die Stadt war ausgebucht wegen des Fringe Festivals.

Edinburgh Arthur's SeatEdinburgh Gasse

Glück im Unglück: im Motel One gab es kurzfristig ein freies Zimmer, dass ich uns schnell krallte. Es war teuer, nicht nur weil es UK ist, sondern auch weil alle Hotels einen Aufschlag zum Festival nehmen. Eine Nacht mussten wir in der Garage verbringen und freuten uns am nächsten Tag tierisch auf unser Hotelzimmer, welches wie zu erwarten die Qualität eines Motel Ones hatte. Es tut mir ja leid für die lokale Wirtschaft, aber ich werde in Großstädten nie wieder in privaten Hotels übernachten, sondern nur noch in Hotel-Ketten. Lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen als dann auf der Straße zu landen. Das ist ja mein absoluter Urlaubshorror.
Das Gute an der Geschichte: jetzt waren wir im Motel One mitten im Geschehen zwischen Princes Street und Royal Mile!

Schottland 2016

Schottland 2016
Das Parlament
Holyrood Palace
Holyrood Palace

Es gab das volle Programm: Geistertour in den Katakomben, bei der der Freund „Walter King of all Traitors“ spielen durfte (dessen Geschichte Grundlage für Macbeth war), Spaziergang auf dem Arthur’s Seat, Holyrood Palace, The Parliament, Shoppen auf der Prince’s Street und natürlich Besuche in Pubs. (Greyfriars Bobby und The World’s End können wir weiterempfehlen)

Greyfriars Bobby Pub

Greyfriars Bobby
Der treue Hund Bobby, der nach dem Tod seines Herrchens an dessen Grab wartete

Das Highlight war aber definitiv das Royal Edinburgh Military Tattoo (Wiki). Vor einigen Jahren war ich bereits zum Fringe Festival in Edinburgh, hatte aber keine Tickets für das Tattoo, das im Schloss stattfindet. Ich war sehr neugierig, man hörte Abends Musik vom Schloss und sah Feuerwerk. Die Tickets sind mit ca. 70 Pfund recht teuer, aber das Geld geht an einen guten Zweck und ein mal im Leben wollte ich dabei sein. Blöd, denn aus „ein mal im Leben“ ist inzwischen „nochmal!“ geworden 😉

Schottland 2016
Die Tribüne

Militärparaden sind ja nun wirklich nicht mein Ding. Ich hatte etwas Angst, mich da zwei Stunden zu langweilen. Aber wir waren ja nicht in Deutschland, wo Blaskapellen allein mit Alkohol und Bratwürstchen zu ertragen sind. Der Ansager schaffte es, das Publikum trotz starken Regenfällen in gute Laune zu versetzen. Dann begann es und ich war schon beim Einmarsch total vom Hocker gerissen. Es hat eine ganz besondere Atmosphäre, wenn zig Dudelsack-Spieler in voller Montur auf den Schlossplatz einmarschieren.

Schottland 2016

Es sind nicht nur schottische Truppen dabei, diesmal gab es Gäste aus Jordanien, USA, Nepal, Neuseeland und Kanada. Wirklich überrascht und begeistert hat mich der Mix aus Moderne und Tradition. So rasten zum Star Wars – Theme Jungs auf kleinen Motorräder über den Vorplatz und führten Tricks auf. Auf das Schloss wurde ein Raumkampf projiziert. Die Neuseeländer verbanden ihre traditionelle Musik mit Projektionen aus dem Herrn der Ringe und der Filmmusik. Naja, und die USA war halt typisch USA, viel Pathos, gute Laune und positive Energie, die Tänze ein bisschen angelehnt an die 50er.

Schottland 2016

Weitere Highlights des Abends waren natürlich Auld Lang Syne, Scotland The Brave und der Lone Piper. Außerdem durften wir die Kutsche der Queen betrachten und standen natürlich artig für die Hymne auf, bei der Projektionen der Queen an das Schloss geworfen wurden. Zwischendurch gab es immer wieder Feuerwerke, lustige Momente, aber auch Gedenklieder an Gefallene Soldaten. Dass es die ganze Zeit in strömen regnete und wir unter unseren Ponchos ausharrten (ernsthaft, wenn ihr nach Schottland reist, nehmt einen Regenponcho mit), störte nicht im geringsten. Ich kann den Besuch des Tattoos absolut weiterempfehlen, ein Erlebnis, das schöne Erinnerungen schafft.

Schottland 2016
Schottland 2016

Ich möchte auf jeden Fall zurück kommen, zum Military Tattoo in Edinburgh, aber auch zu den wilden Landschaften Schottlands. Eine großartige Reise war es.

 

 

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