[Spiel] Pandemic Legacy

Endlich war es so weit, an Allerheiligen hatten wir unsere erste Runde Pandemic Legacy.  Das Spiel wird extrem gehypt und steht bei Boardgame Geek sogar auf Platz 1, wo lange Zeit Twilight Struggle weilte. Besonders gereizt hatte es mich abseits von der normalen Neugier nicht. Aber kurz vor der Spielmesse kaufte der Freund Pandemicund seitdem bin ich sehr begeistert von diesem kooperativen Spiel. Also habe ich mir die Legacy-Variante auf der Spielmesse gekrallt, für 49 Euro. Unsere zwei Wunsch-Mitspieler hatten auch Zeit und große Lust, also konnte das Abenteuer zu viert beginnen.

Hier seht ihr, wie Pandemic Legacy beim Öffnen der Spielschachtel aussieht. Man sieht keine Story-Spoiler, aber falls jemand komplett überrascht werden will, Link nicht anklicken 🙂

Falls ihr das normale Pandemic nicht kennt, könnt ihr es auch mit Pandemic Legacy Box spielen, bevor ihr euch an den Legacy-Modus ranwagt. Ich würde 2-3 Partien empfehlen.

Der folgende Bericht enthält keine Spoiler. Er bezieht sich auf Dinge, die beim Öffnen der Spielbox und dem Lesen der Regeln ersichtlich sind.

Natürlich kann man nicht zu viel sagen, denn Pandemic Legacy ist wie eine TV-Serie mit einer kontinuierlichen Storyline, welche etwas mit dem übergeordneten Thema „Seuchenausbruch“ zu tun hat. Die Spielbox ist wie ein Adventskalender gestaltet: man öffnet auf Anweisung des Legacy-Kartendecks auf Pappbögen Türchen oder manchmal sogar eine der 8 größeren Boxen. In den Spielregeln befinden sich mit Buchstaben gekennzeichnete Leerstellen, also wird es im Laufe der Partie Sticker mit neuen Regeln geben. Ebenso gibt es Sticker für das Spielbrett und auch die Charakterbögen.  Alles wird beklebt oder sogar beschriftet. Wir hatten schon allein daran tierischen Spaß, die Charaktere zu benennen. Einziges Manko: handelsübliche Stifte schreiben schlecht auf den Charakterbögen, man sollte sich permanente Folienmarker oder einen dünnen Edding bereit legen.

Ein weiterer Tipp: lest die Vorderseite der Stop-Karten komplett. Das haben wir in der ersten Runde fälschlicherweise nicht gemacht, was aber kein Problem war. Vertraut darauf, dass das Spiel euch führt und handelt alle Anweisungen nacheinander ab. Sofern ich das bisher beurteilen kann, muss man auch keine Angst davor haben, dass der Spielspaß verloren geht, wenn man zu gut oder zu schlecht spielt.

Mein Zwischenfazit, nach 4 Partien á ca. 60 Minuten, dh. fast 1/4 der gesamten Spielzeit: Wir hatten richtig viel Spaß, teilweise war es so aufregend und spannend, dass wir kurz vorm Herzinfarkt standen 😀 Ich bin zwar auch bei anderen Spielen oft aufgeregt, aber es erreicht nochmal eine ganz andere Stufe, wenn man weiß, dass der Ausgang der Partie einen permanenten Einfluss haben kann. Charaktere können sterben (die Spieler bleiben im Spiel, aber müssen dann fast nutzlose Zivilisten spielen) oder Städte zerstört werden. Aber wir haben uns gut geschlagen, auch wenn es oft sehr knapp war. Und wenn man weniger Glück hat, passt der Spielmechanismus den Schwierigkeitsgrad an.

50 Euro kostet Pandemic Legacy. Bei 4 Spielern und garantiert 12 Partien (wahrscheinlich aber mehr) zahlt man also pro Spieler pro ca. 60minütiger Partie 1 Euro.  Natürlich ist es am schönsten, wenn immer die gleichen Spieler mit dabei sind, das ist jedoch kein Muss. Ganz wichtig: es ist ein kooperatives Spiel, wo es keine Geheimnisse zwischen den Spielern gibt. Sucht euch als Mitspieler Leute, die sozial spielen können und nicht das Spiel an sich reißen. Denn hier besteht die Gefahr, dass einer für alle bestimmt, was ihre Spielfiguren zu tun haben. Beachtet man dies, haben auch Gelegenheits-Spieler Spaß.

Nach dem Durchspielen ist Pandemic Legacy unbrauchbar, aber natürlich kann man die Komponenten für das normale Pandemic benutzen und hat außerdem viele schöne Erinnerungen an das Erlebnis. Ich bereue den Kauf kein bisschen und werde mir im nächsten Jahr definitiv die zweite Season holen. Pluspunkt: ich brauche für Pandemic Legacy keinen permanenten Platz im Spieleregal 😉