[Film] Ghostbusters (2016)

Mit Ghostbusters verbinde ich ein großes Stück Kindheit, denn schon damals war ich ein großer Sci-Fi Fan und vor allem von „paranormalen Phänomenen“ fasziniert. Die Ghostbusters Filme habe ich mit Liebe gesehen, aber vor allem die Zeichentrickserie hatte es mir angetan, insbesondere die Folgen, die sich mit der Parallelwelt der Geister beschäftigten. Und: Ich hatte sogar ein Ecto-1 als Spielzeugauto 😉 Vor 3 Jahren habe ich den Fehler gemacht, die Filme nochmal anzuschauen. Ehrlich gesagt fand ich sie etwas langweilig und überhaupt nicht so funky und cool, wie sie in meiner Erinnerung waren. Naja, die Erinnerung bliebt trotzdem positiv.

Dass ein Reboot von Ghostbusters rauskommen soll, hat mich nicht gerade mit Freude erfüllt. Denn die meisten Reboots liegen irgendwo zwischen „hmmkay“ und „absoluter Mist“. Und dann sollte der Reboot noch mit einem all-female Cast sein, was soll der Quatsch, dachte ich. Gut, dass das Heulanfälle bei dudebros hervorrief, sogar zu Psychoterror gegenüber den Schauspielerinnen führte, war deutlich übertrieben. Dann schaut ihn halt nicht an? Nachdem ich von verlässlichen Leuten Positives hörte, wollte ich doch reinschauen. Gesagt getan, Film bei Amazon gestreamt. Ich wünsche, ich hätte doch die Bluray gekauft. Denn diesen Film möchte ich im Regal stehen haben.

Ich hatte schon nach einer Minute vergessen, dass der Cast all-female ist. Und dass obwohl ich ungewollt recht misogyn bin. Dass die Ghostbusters Frauen sind, ist hier eine Nebensache. Die Rollen ähneln denen der Original-Ghostbusters: lustig, ernst, draufgängerisch. Schade, dass erneut die schwarze Person später dazu kommt und als einzige keine Wissenschaftlerin ist. Die Sekretärin Janine wurde durch den Sekretär Kevin ersetze, eine unglaublich lustige Figur der Marke „verpeilter Schönling“, ähnlich wie Michael Kelso (Ashton Kutcher) bei That 70’s Show. Ich verstehe nicht so ganz die Sexismusvorwürfe bzgl. dieser Figur, aber die kamen auch von whiny dudebros. Kevin ist extrem überzogen dargestellt, sodass er kaum eine realistische Figur ist. Andersherum galt/gilt die dümmliche eye candy Sekräterin als realistische Abbildung von Frauen.

Die Geschichte beginnt bei den Anfängen, erzählt, wie sich die Ghostbusters zusammenfinden und dann in einen Fall verwickelt werden, der ganz New York bedroht. Ich war schon nach 5 Minuten total gefesselt. Die Schauspielerinnen und ihre Rollen sind großartig. Die Story ging flott voran, die Geister waren cool animiert und die Gags so wie ich den Ghostbusters-Witz kenne, manchmal etwas flach, aber amüsant. Und der Soundtrack war klasse. Ich musste öfters an meine Enttäuschung denken, die ich vor Jahren beim Re-Run der Originalfilme hatte und fühlte mich hier mehr als entschädigt. Klingt komisch, aber DAS waren die Ghostbusters, so wie ich sie in Erinnerung hatte.

Kritisch betrachtet hatte der Film auch seine Schwachstellen, aber alles in allem habe ich mich 2 Stunden lang wunderbar amüsiert, etwas gegruselt und stellenweise Tränen gelacht. Schade, dass ein Sequel aufgrund der vernichtenden Hasskampagne unwahrscheinlich ist. Aber ein Guter Nachklang bleibt dennoch: coole weibliche Vorbilder für Kinder (ja bewusst die geschlechtsneutrale Form gewählt!) 🙂

 

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