[Film] Rogue One (2016)

Wie ich schon zu The Force Awakens schrieb: ich bin absolut kein Fan von Star Wars. Die Popkultur drum herum finde ich zwar cool, aber die Filme als „Ritterspiele in Space“ eher weniger unterhaltsam. The Force Awakens fand ich aber überraschend unterhaltsam, obwohl ich mit einer negativen Grundhaltung den Film erwartete. Deswegen habe ich mich auf Rogue One gefreut und bin sogar ins Kino dafür gegangen. Naja, jetzt wünsche ich mir, ich hätte stattdessen Arrival endlich geguckt. Ich habe mit dem Film so viele Probleme, dass ich gar nicht weiß, wo ich mit dem Meckern anfangen soll, also mecker ich willkürlich vor mich hin. Dazu sei gesagt, dass ich keinerlei Nostalgie für diese Filmreihe empfinde, ergo aus einer anderen Perspektive als ein Fan schreibe.

[Achtung SPOILER]

 

 

Ich war schon nach den ersten 10 Minuten Planeten-Hopping unglaublich genervt. Die Hauptfigur Jyn Erso wurde über eine absolut innovative Orphanstory innerhalb von 3 Sekunden eingeführt. Puhhhh. Erst dachte ich, ihr Ding wäre, dass sie Imperium und Rebellion scheiße findet, aber daraus wurde nix. Sie blieb platt und langweilig wie eine Plunder. Was auch für Puss in Boots, Mister Miyagi und Company galt. Ja sorry, geht es noch klischeehafter? Natürlich gab es wieder einen Roboter, der für Gags sorgte. Lustigerweise war er auch der tiefsinnigste Charakter des ganzen Films. Im Nachhinein war Jyns einzige Funktion die, das „Codewort“ – nämlich ihren Spitznamen – für den Todesstern-Bauplan zu kennen. Dann frag ich mich: hätte es etwas an dem Film geändert, wenn Jyn Erso einfach ein Gegenstand gewesen wäre? Ein Papier mit dem Code, sowas wie in Rosebud? Nein, sie war nur ein Mittel zum Zweck der Story, das beliebig war. Und natürlich waren alle Kämpfer um sie herum Männer, 2-3 Frauen sah man am Rande in Gewändern. Urgh. Ich erwarte von Weltraum-Geschichten, die 2016 produziert werden, etwas besseres *winkt mit dem Battlestar Galactica Zaunpfahl* Es gab jedenfalls keinen Hauch von „Feministen-Propaganda“, wie es einige dudebros beweinten. Im Gegenteil, der Film war enorm rückschrittig, da Jyn allein durch Männer definiert wurde (Vater, Che Guevara, Puss in Boots).

Ja, ich weiß, dass Star Wars nix mit Physik am Hut, aber what the fuck setzt euch doch wenigstens hin, wenn euer Raumschiff einen hardburn macht, der euch an die Wand drücken sollte. ARRRGH. Ich sollte einfach kein Star Wars gucken, wenn ich gerade The Expanse lese.

Und wieso wohnt Darth Vader in The Land Of Mordor, Where The Shadows Lie? Ernsthaft?

Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, das Skript hätte ein 14jähriger RPG-Spieler geschrieben. Nehmen wir die Szene auf der Palmeninsel in Dubai: Da stehen wie bei einem Strategie-RPG ein paar Kisten und Fässer ganz zufällig herum, sodass man ein schönes Kampffeld hat und sich in die Mitte zum Schalter (wft?) durchschlagen muss.

Heimlicher Held des Films: der Abgrund. Überall Erhöhungen, nirgendswo Geländer. Und dann fallen die Leute runter und überleben. Bis sie dann beim apokalyptischen Sonnenuntergang Hand in Hand romantisch auf den Tod warten. Urgh.

Das einzig coole war, wie Darth Vader am Ende mit seinem Laserschwert aufräumt. Das half mir ein bisschen, die aufgestauten Aggressionen abzubauen. Wuuusch.

 

 

 

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