Sammelwut

Da wir neue Schlafzimmermöbel anschafften, habe ich die letzten zwei Wochenenden dazu genutzt wieder etwas auszumisten. Fast 2 volle Säcke mit Kleidung sind dabei herumgekommen. Diese entstammt gänzlich meiner „Notfallreserve“, denn meine tatsächlich genutzte Garderobe habe ich in etwa einer Woche durchgetragen.

Mir fällt es schwer, mich von Dingen zu trennen. Auch wenn sie kaputt oder verbraucht waren, der Kopf redete ein, dass irgendein Szenario eintreten könnte, wo ausgerechnet dieser Gegenstand doch nötig wäre. Mit Beginn des Studiums kam noch ein klammer Geldbeutel hinzu. Ich konnte mir nicht mal eben einen neuen Pullover kaufen oder spontan Wäsche waschen, deswegen hortete ich viele alte oder von anderen abgelegte Kleidung. Wie man auf Anabloggt nachlesen kann: wenig haben zu können, ist oft eine Frage des Geldbeutels.

Nun bin ich im Arbeitsleben angekommen und habe ein festes Einkommen. Nach und nach konnte ich neue Kleidung kaufen, mit einem Fokus darauf, was mir gefällt und was langhaltend scheint, und nicht was am günstigsten ist. Ich brauche keine Notfall-Kleidung mehr, weil ich das Geld habe, um etwas zu ersetzen. Das gilt auch für andere Bereiche, allen voran den berühmten „Kleinscheiß“, wie Kabel, Schnürsenkel und alles, was ich bei Bedarf dann eher kaufe als mich durch zig Kellerkisten durchzuwühlen. Bekanntlich findet man Gesuchtes sowieso erst, wenn man es schon neu gekauft hat.

Jedenfalls: nun sehe ich mit einem Blick in den Kleiderschrank nur noch Kleidung, die ich tatsächlich tragen kann und will. Obwohl es viel weniger ist als vorher, fühlt es sich wie mehr Auswahl an. Nichts, dass zu klein ist, nicht wirklich gefällt oder total abgetragen ist. Es war zwar sehr schwer, T-Shirts mit ideelen Wert wie Konzertshirts wegzugeben, aber wenn man es in kleinen Wellen macht, fällt es leichter. Und ich vermisse sie letztendlich nicht.

Die nächsten Baustellen mit Einzel-DVDs und Büchern warten schon. Hier bin ich schon auf Streaming und Ebooks umgestiegen, aber die Relikte aus der Vergangenheit stauben genauso vor sich hin wie damals VHS und Musikkassetten. Meine Sammlung an Gesellschaftsspielen braucht irgendwann mehr Platz und dafür werden andere Dinge weichen müssen. Vorteil an den Spielen: sie sind nicht nur ein toller „show-off“, sondern kommen auch regelmäßig zum Einsatz. Vorausgesetzt, man mistet hier auch mal ungenutzte Spiele aus….Ganz lösen von der Sammelwut kann ich mich also nicht 😀

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