[Film] Moonlight (2017)

Das coming-of-Age Drama Moonlight wurde für 8 Oscars nominiert und erhielt letztendlich drei Auszeichnungen, darunter auch für den besten Film. Moonlight ist der erste Film mit einem ausschließlich schwarzen Cast und auch der erste LGBT Film, der in dieser Kategorie einen Preis gewann. Nachdem die letzten Oscars für ihr whitewashing stark kritisiert worden sind, wurden dieses Jahr erfreulicherweise mehr Filme mit schwarzen Hauptcast beachtet, zb. auch das grandiose Hidden Figures. Ich war neugierig auf Moonlight, auch wenn ich sonst oscarprämierte Filme eher meide und nicht so gut finde. Leider war das letztendlich auch bei Moonlight der Fall.

Die Erzählung ist in drei Episoden aufgeteilt, die jeweils einen Einblick in das Leben von Chiron geben. Der Junge wächst in ärmlichen Verhältnissen auf, seine Mutter ist drogenabhängig und Chiron wird von seinen Mitschülern gemobbt. Er freundet sich mit dem Drogendealer Juan (Mahershala Ali) an und findet bei dessen Freundin Teresa (Janelle Monáe, die wie Ali in Hidden Figures mitspielte) eine Ersatzmutter.

Die Schauspieler sind großartig, allen voran die Darsteller, die Chiron und seinen Kindheitsfreund Kevin jeweils als Kinder, Teens und Erwachsene spielen. Der Film schafft es zu überzeugen, dass es sich über die Generationen hinweg um die gleichen Charaktere handelt, auch wenn andere Schauspieler sie jeweils mimen. Auch die Nebenrollen, Juan, Teresa und Chirons Mutter Paula, können überzeugen und liefern eine gute schauspielerische Leistung ab.

Womit ich mich sehr schwer tat war das episodenhafte, „künstlerisch angehauchte“ Skript. Es passierte für mich in fast zwei Stunden Spielzeit einfach zu wenig, auch wenn recht viele spannende Themen angeschnitten worden sind. Vermutlich ist es für viele Leute schon aufregend genug, wenn zwei homosexuelle schwarze Männer aus ärmlichen Verhältnissen die Hauptrolle spielen, für mich war die Storyline um dieses Thema herum zu knapp. Vielleicht wäre die Erzählung besser in einer Miniserie untergebracht gewesen, wo man jeweils zwei Episoden für Kindheit, Jugend und Erwachsenalter hätte aufwenden können. So war es für mich zu bruchstückhaft.

Fazit: Moonlight hat einen Cast mit hervorragenden Schauspielern. Er ist ein gesellschaftlich wichtiger und handwerklich gut gemachter Film. Nur die bruchstückhafte Erzähllinie trifft leider gar nicht meinen Geschmack.

 

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