[Serie] One Day at a Time (Season 1)

In die Serie One Day at a Time hätte ich wohl nie reingeschaut, wenn Amerdale sie auf Twitter nicht so gelobt hätte. Davor hatte ich sie zwar auf Netflix kurz angewählt, war aber nach dem Wikipedia-Artikel abgeschreckt, da One Day at a Time auf einer älteren Serie basiert. Auf einen Reboot hatte ich keine Lust und bei neueren Familiencomedys bin ich sowieso skeptisch. Aber dann siegte zum Glück die Neugier, der Freund gesellte sich dazu und wir schauten die 1. Staffel durch.

Penelope lebt mit ihren beiden Kindern und ihrer konservativen Mutter in einer etwas beengten Wohnung in Los Angeles. Sie ist frisch getrennt, arbeitet als Krankenschwester und ist Kriegsveteranin. Die amerikanisch-kubanische Familie durchläuft den typischen clash of the cultures, den alle mit einer kulturgemischten Familie nur zu gut kennen 😉 Dass plötzlich der Papst am Kühlschrank hängt, ja, könnte meine Oma gewesen sein.

Die Besetzung des Casts ist wirklich gelungen. Es ist traurig, dass man es erwähnen muss, aber alle Schauspieler der Alvarez Familie haben tatsächlich einen südamerikanischen Background. Alle voran strahlt Justina Machado als Penelope, die mit niedlichen Charme, einer Portion kick-ass und ihrer lustiger Art sofort die Herzen der Zuschauer gewinnt. Außerdem mit dabei sind der Hipster-Vermieter Schneider, der direkt aus Köln-Ehrenfeld entsprungen zu sein scheint, und Dr. Leslie Berkowitz, Penelopes Chef.

Das Besondere an der Serie: One Day at a Time ist zwar eine Comedy, hat aber auch einige ernste Momente. Penelope leidet an einem Kriegstrauma. Die immer fröhliche Abuelita hat ihr Päckchen zu tragen, als Teenager kam sie alleine ohne Eltern nach Amerika. Auch die 14-jährige Tochter Elena, ein „Social Justice Warrior“, hat ihre eigenen Probleme. Ich finde es schön, dass es mit ihr einen Charakter abseits von Glamour-Highschool-Serien gibt, den sich vielleicht jüngere Zuschauer zum Vorbild nehmen können. Ein bisschen ist Elena die Clarissa oder Blossom der 10er Jahre 😀

In den Comedys der 90er waren ernste Themen durchaus üblich (Roseanne), leider wurden sie in späteren Comedys weitestgehend ignoriert oder komplett als Witz dargestellt (2 Broke Girls). Dabei macht gerade das eine Comedy für mich umso sehenswerter. So ist One Day at a Time ein echter Überraschungshit und absolut sehenswert. Zum Glück sieht das auch Netflix so, eine zweite Staffel wurde schon bestellt.

3 Gedanken zu „[Serie] One Day at a Time (Season 1)“

  1. Ja, eben. 2 Zimmer würde noch gehen, aber da jeder ein eigenes hat (auch wenn das von Elena ja sehr klein ist)… Oder man hat ein großes Zimmer in zwei Mini-Kinderzimer unterteilt irgendwie.

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