[Buch] Who fears Death

Who fears Death von Nnedi Okorafor wurde 2010 veröffentlicht, für einige Literaturpreise nominiert und zwei mal ausgezeichnet. Ich selbst bin durch einen Blogpost von Patrick Rothfuss darauf aufmerksam geworden. Who fears Death lässt sich sowohl dem Genre Sci-Fi als auch Fantasy zuordnen, die Handlung spielt in einem postapokalyptischen Sudan. Das Prequel The Book of Phoenix hatte ich vorher gelesen. Im Nachhinein hätte ich es besser gefunden, es nach Who fears Death zu lesen. Die Erzählung setzt sich mit Themen wie Rassismus und der Unterdrückung von Frauen auseinander.

Die Gesellschaft in Who fears Death ist rassistisch geprägt: die hellhäutigen Nuru unterdrücken die dunkelhäutigen Okeke. Begründet wird dies mit The Great Book, in dem der Sündenfall der Okeke beschrieben wird (mehr dazu erfährt man im Prequel The Book of Phoenix). Onyesonwu ist das Kind der Vergewaltigung einer Okeke-Frau durch einen Nuru-Mann. Mit ihrer sandfarbenen Haut und ihrem andersartigen Haar ist sie für immer als Ewu gezeichnet. Sie wächst in einer Okeke-Siedlung auf, in der sie verzweifelt versucht so normal wie möglich zu wirken. Nachts wird sie von schrecklichen Albträumen heimgesucht und erfährt, dass mehr dahinter steckt.

Die Erzählung ist eine coming of age Geschichte. Sie erzählt von Onyes Kindheit, ihrer Ausbildung als Zauberer und ihrer Reise, um ihren Albtraum endgültig zu besiegen. Onye hat zwar auch schwache Momente, wird aber weitestgehend als starke Persönlichkeit gezeichnet. Als Ewu und als Frau ist sie doppelt in gesellschaftliche Fesseln gelegt, sieht aber nicht ein, sich ihrem Schicksal zu ergeben.

Die Mischung aus Sci-Fi und Fantasy, gepaart mit einer postapokylpstischen Welt, die teilweise technologisiert ist, teilweise etwas von einer antiken Kultur hat, war für mich etwas überwältigend. Wie auch schon in Binti, ist Okorafors worldbuilding sehr detailliert, tiefgehend aber auch teilweise nicht erklärend. Das macht die Lektüre einerseits sehr spannend, weil es viel neues zu entdecken gibt, andererseits auch etwas anstrengend ob der zahlreichen neue Eindrücke.

Fazit: Who fears Death ist eine vor allem gesellschaftskritische Lektüre im Sci-Fi/Fantasy-Gewand. Wer mit Themen wie Vergewaltigung, Beschneidung und Rasissmus Probleme hat, sollte hier nicht zugreifen. Für Sci-Fi/Fantasy Fans, die gesellschaftskritische Themen nicht scheuen, dürfte Who fears Death eine interessante Lektüre sein.

Zu Verschenken! Ich möchte mein englischsprachiges Exemplar verschenken. Bitte melden falls Interesse besteht. Ich möchte das Buch ungern in den Müll werfen, sammle aber keine Papier-Bücher mehr.

 

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