[Buch] Secret Lives of Introverts

Nach Quiet von Susan Cain ist The Secret Lives of Introverts von Jenn Granneman mein zweites Buch zum Thema. Die Autorin dürfte vielen Introverts bekannt sein, ihr gehört die Plattform Introvert, Dear. Ihr 2017 erschienenes Buch ist eine Art Ratgeber, ordentlich und akkurat aufgebaut mit vielen hilfreichen Tipps in Listenform. Als Mutmacher und Ratgeber richtet sich The Secret Lives of Introverts an „Neulinge“, ist aber sicherlich auch für „alte Hasen“ interessant oder sogar für extrovertierte Menschen, die einen besseren Umgang mit ihren Mitmenschen pflegen wollen.

Als ich vor einigen Jahren Quiet gelesen habe, war es für mich ein Erweckungsmoment. Natürlich wusste ich schon vorher, dass ich anders bin als der Großteil meiner Mitmenschen. Dass es aber nicht an einem schlechten Charakter liegt, wie mir jahrelang Lehrer und andere Menschen einreden wollten, das habe ich erst durch Susan Cain erfahren, die das Introvertiert-Sein für mich zum ersten Mal aus wissenschaftlicher Perspektive erklärte. Hey, mein Gehirn ist funktioniert anders und das ist völlig okay so. Und es gibt mehr von meiner Sorte, nur treten wir naturgemäß nicht so in den Vordergrund wie extrovertierte Menschen.

Da ich viele Artikel auf Introvert, Dear gut finde, habe ich zu The Secret Lives of Introverts gegriffen. Ein großer Teil des Buches behandelt das Thema menschliche Beziehungen. Interessant hier: es scheint egal zu sein, ob man mit einem introvert, extrovert oder ambivert zusammen ist, alle Beziehungsformen können glücklich machen und bereichern. Es gibt Tipps zum Dating aber auch zum Freunde finden oder zum Single-Sein. Dadurch, dass die Autorin zu allem immer andere Introverts befragte, bekommt man viele Einblicke und Anregungen.

Ein weiterer Komplex befasst sich mit dem Thema Arbeitswelt. Laut einer Umfrage unter Introverts gibt es gar nicht den perfekten, passenden Job, viele sind sogar in Jobs mit Menschenkontakt sehr glücklich. Nur eins scheint uns alle zu vereinen: wir hassen das Telefonieren 😀

Spannend fand ich das Kapitel zum gefürchteten Introvert Hangover. Ich persönlich wusste lange Zeit nicht, dass es so was gibt und wunderte mich immer, wieso meine „Müdigkeit“ plötzlich weg war, wenn ich nach viel Menschenzeit alleine war. Heute weiß ich, dass ich relativ fremde Menschen so ca. 3h lang ertrage und es dann rapide bergab geht mit meiner Energie. Andererseits belastet Zeit mit Freunden mein Energiekonto deutlich weniger und mit dem Partner gar nicht.

Fazit: Alles in allem bringt Jenn Granneman in ihrem Buch eine unglaubliche Menge an Informationen und Themen unter. Man sieht, dass sie in der „Introvert-Community“ gut vernetzt ist und auch viele wissenschaftliche Studien kennt. Wer die Introvert, Dear Artikel mag, dem wird auch The Secret Lives of Introverts gefallen und vielleicht den einen oder anderen Tipp mitnehmen.

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