[Buch] Underground Railroad

Colson Whiteheads Buch Underground Railroad gewann 2017 den Pulitzer-Preis. Ich bin darauf gestoßen, weil ich alle Sieger des Arthur C. Clarke Awards lesen möchte, 2017 gewann der Roman den Award. Ich verstehe nicht ganz wieso, denn Science-Fiction ist das nicht. Der Roman ist ein kleines bisschem dem Genre alternative history zuzuordnen. Genau das war eins meiner größten Probleme. daran. Man liest es raus: das Buch hat mir nicht zugesagt.

Die Geschichte handelt von Cora und Caesar, zwei Sklaven aus Georgia, die sich für die Flucht entscheiden. Mithilfe der Underground Railroad versuchen sie in weniger repressive Gegenden zu gelangen. Anders als in der Realität ist die Underground Railroad nicht nur ein Netzwerk aus Gegnern der Sklaverei, sondern tatsächlich einen unterirdische Bahn, die die Sklaven in sichere Orte bringen soll.

Die Metapher springt natürlich direkt ins Auge. Die Underground Railroad fährt durch dunkle, enge Tunnel, ob die Passagiere bei der Fahrt umkommen, wo sie landen, nichts ist sicher. Dafür aber, dass das Buch nach diesem Thema benannt ist und die Abweichung zur Realität so gewichtig ist, spielt die unterirdische Bahn kaum eine Rolle in dem Roman. Schade, aber das wäre noch verkraftbar gewesen.

Womit ich überhaupt nicht zurecht kam, war der Schreibstil. Die Erzählung springt mal zwischen den Zeiten, dann zwischen den Hauptpersonen. Ja, ich verstehe den Versuch, das Thema Sklaverei von mehreren Seiten zu beleuchten. Aber anders als bei Station Eleven hatte ich hier nie das Gefühl, dass sich ein Ganzes ergibt. Wie Papierfetzen, die zwar thematisch zusammen hängen, aber keine Geschichte erzählen. Dazu beigetragen haben auch die flachen Charaktere. Mich ärgert zudem, dass an anderen Stellen von historischen Fakten abgewichen wurde, das aber ein nicht entsprechend gebildeter Leser nicht mitbekommt. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass das Buch ziemlich viel Know-How voraussetzt, um es in seiner Gänze zu verstehen. (Anders als bei Kindred, das einen guten Zugang zum Thema schaffte.)

Fazit: Schade. Ich hätte gerne mehr über die Underground Railroad gelesen und gelernt. Aber der schwerfällige Schreibstil, die fehlenden Einordnungen und die historischen Abweichungen machten es zu muhsamer Arbeit ohne viel Erkenntnis, zumindest wenn man ein Laie ist. Alles im allen ist Underground Railroad so, wie ich mir ein Pulitzerbuch vorgestellt habe…schwere Sprache, viele Metaphern, perfekt als Unilektüre, für Laien aber sehr schwer verständlich.

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