Previously on Firyar…September

Seniorschwein Cato. Etwas immobil, aber happy.

Der September war ein Monat mit gemischten Gefühlen. Viele Tierarztbesuche mit den Meerschweinchen und unglückliche Veränderungen im Leben, das hat mich sehr heruntergezogen und an den Kräften gezerrt. Aber als Ausgleich zum Glück schöne Treffen mit Freunden und auch gute Entscheidungen.

Achtung, zwei Absätze Politik-Talk:
Wo ich mich im Frühjahr noch voller Motivation in die Parteiarbeit gestürzt habe, fand dieser Weg nun im September sein Ende mit dem Parteiaustritt. Erste Austrittsgedanken kamen recht früh, es lag an fehlender Transparenz, Klüngel, einem fragwürdigen Umgangston. Es besserte sich trotz Ansprache nicht wirklich. Außerdem verstopfte der rosa Elefant „Männerpartei“ zunehmend den Raum. Dabei ärgerten mich nicht nur Kleinigkeiten, z.B. dass alle Schriften der Partei nur Männer ansprechen (unter der linguistisch nicht verifizierbaren Behauptung, es gebe ein „generisches Maskulinum“). Ich will mehr Diversität, in Politik, in Gesellschaft. Es braucht mehr Stimmen, mehr Erfahrung, mehr Perspektiven.

Im September begann die Wahlkampfphase. Ich war wütend, dass im Kanzlerduell kaum soziale Themen zur Sprache kamen. Und stellte dann fest, dass es in meiner Partei ähnlich ist. Cannabis und Kirchen waren als Themen gefragt, aber für Hebammen und Alleinerziehende interessierte sich niemand ernsthaft. Diese „Frauenthemen“ sollen doch bitte die Frauen bearbeiten. Und genau hier liegt der Fehler. Solidarität und Humanität kann nicht nur da stattfinden, wo ich selbst betroffen bin. Obwohl es in der Partei viele tolle Leute gibt, reichte das am Ende nicht mehr. Ich konnte eine Mitgliedschaft nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren. Noch dazu hat der Wahlkampf mich auf andere Parteien aufmerksam gemacht, zb. die DiB, die es schafft, Diversität zu leben. Aber auch die Grünen fand ich toll. Mit ihnen mag ich in einigen Punkten nicht übereinstimmen, aber ihr Wahlkampf und ihr Wichtignehmen von sozialen Themen machen die Grünen für mich im Endeffekt attraktiver als meine Ex-Partei. So war das Experiment „Parteizugehörigkeit“ nicht vergebens. Ich weiß nun besser, was ich will und welche Themen mir wichtig sind. Eine neue Parteimitgliedschaft steht vorerst nicht an, da ich mich nun auf mein Zweistudium konzentrieren werde.

/Politik-Talk

Aus Seriensicht war der Monat nicht abwechslungsreich, aber gut. Die erste Staffel von Babylon 5 habe ich durch. Mir hat das Ende von Staffel 1 in Verbindung mit einem Personalwechsel nicht so ganz gefallen. Aber ich bin trotzdem beeindruckt von der Tiefe der Serie aus den 90ern. Und von Susan Ivanova natürlich, mit der ich mich gut identifizieren kann 😀 Meine Binge-Serie des Monats war eindeutig Party of Five. Ich habe sie damals nur sporadisch verfolgt, aber war immer ganz fasziniert von dem Leben der Salinger-Kinder.

Gelesen habe ich diesen Monat Children of Time, Station Eleven und Underground Railroad. Children of Time war mein klarer Favorit und ich kann dieses Buch jedem Sci-Fi-Fan wärmstens empfehlen. Es ist innovativ, erfrischend und fühlt sich trotzdem wie ein Klassiker an. Es deckt recht viele Themen ab, sodass jeder seinen Lieblingsbereich finden kann. Pluspunkt: Children of Time gehört zu keiner Reihe.

 

Gespielt wurden diesen Monat: Kingsport Festival, Scythe, Codenames, Viticulture, Kremlin, Terra Mystica, Heimlich & Co und Magic Maze. Kingsport Festival war schon auf dem „Aussortieren“-Stapel, hat uns aber unglaublich gut gefallen. Es ist ein klassisches Eurogame, sehr einfach zu lernen und wie üblich schwer zu meistern. Kremlin, ein uraltes Spiel aus den 80ern, ist ein nette Geheimniskrämerei. Um zu gewinnen, müssen die Spieler ihre favorisierten Politiker pushen. Das nicht allzu auffällig, damit die anderen Spieler die Politiker nicht nach Sibirien schicken. Ein bisschen wie Heimlich & Co, ein Kindheitsklassiker mit dem wir letztes Wochenende viel Spaß hatten.

Das war noch nicht alles an Spielen: das SNES Classic Mini ist da! Direkt wurde Mario Kart und Super Mario World angeworfen, nur um dann frustriert herumzuwüten. Hach ja. Ich freue mich schon auf Final Fantasy III, Zelda und Secret of Mana, alle habe ich noch nie gespielt. Schade nur, dass mein SNES-Liebling Bubsy nicht dabei ist…

 

Ein Gedanke zu „Previously on Firyar…September“

  1. Das mit den „unglückliche Veränderungen im Leben“ hört sich nicht gut an 🙁
    Zweitstudium klingt dagegen spannend.
    Was das Thema Politik angeht, das ist wirklich ein weites Feld. Ich ringe ja derzeit noch mit mir und der Partei — ein Austritt wäre wohl auch die beste Lösung. Bei den Grünen finde ich das derzeitige Führungspersonal überzeugend. Der Auftritt von Katrin Göring-Eckardt war sehr souverän.

    Das ältere Spiele klasse sein können, konnte ich gestern wieder feststellen. Tikal ist ziemlich genial, müssen wir unbedingt mal zu viert auf den Tisch bringen.

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