Spiel Messe 2017

Gestern endete die 35. Internationale Spiel Messe in Essen mit einem Rekord von 182.000 Besucher, 8000 Besucher mehr als im Vorjahr. Ebenso verkündete der Veranstalter Friedhelm Merz Verlag im Vorfeld einen Ausstellerrekord. Das verwundert nicht, das Hobby „Gesellschaftsspiele“ wird seit Jahren zunehmend beliebter, das Spielfieber verbreitet sich so schnell wie die Krankheiten bei Pandemic. Analoge Spiele sind längst nicht mehr ein Nischenprodukt für Familien oder schrullige Erwachsene. Für mich war es der 7. Besuch der Messe und wie immer ein Jahreshighlight.

Die Ausbeute 2017

Dieses Jahr auch dabei: Das Pummeleinhorn

Wohin die zunehmende Beliebtheit führt, konnte man dieses Jahr auf der Spielmesse erahnen: selbst am eher leeren Donnerstag war es ziemlich voll, die Halle musste vorzeitig geöffnet werden. Zunächst ging es für uns zu Repos, wo das 7 Wonders Anniversary Pack zusammen mit Metallmünzen abgeholt wurde und wir spontan noch Ghost Stories: Black Secrets mitnahmen, eine Erweiterung, die nur recht schwer und für viel Geld zu bekommen ist. Für 35 Euro also ein gutes Schnäppchen. Weit kam ich nicht, die nächste halbe Stunde verbrachte ich in der Schlange vor Feuerland Spiele, um mein vorbestelltes Charterstone abzuholen (es gibt Verlage, die trotz Vorbestellung die Spiele sofort willkürlich raus hauen, daher wollte ich nicht warten). Ähnliche Szenen bei Matagot, die die englische Version von Charterstone verkauften. Diese Schlange löste sich aber schnell auf, sodass ich ohne Wartezeit bei Matagot mein vorbestelltes (und bereits bezahltes) Scythe: Wind Gambit abholen konnte. Der Freund hatte in der Zwischenzeit die neuste Erweiterung für Concordia geschnappt, zwei neue Karten – Ägypten und Kreta – in einem ungewohnten länglichen und kleineren Format. Bei Iello kassierten wir noch die Erweitungen für das neue King of Tokyo ein. Mal gucken, wann ich es bereue, Bunny Kingdom nicht mitgenommen zu haben…. Unsere letzte Vorbestellung war ein weiteres Hypespiel: Photosynthesis. Ich bin wirklich froh, dass wir es mitgenommen haben, die erste Partie hat mir schon viel Spaß gemacht und das Artwork ist wunderschön.

Erstaunlich viele Toiletten/Pups-Spiele gab es zu sehen…

Nach einer Stunde waren wir fertig mit den Vorbestellungen, ich hatte bisher nur Halle 3 gesehen und wir waren mit der ersten Beute auf dem Weg zurück zum Auto 😀 Obwohl wir später als geplant da waren (8.40 Uhr anstatt 8 Uhr), hatten wir locker einen Parkplatz in dem besten Parkhaus bekommen. So kann man gemütlich von Halle 1 oder 3 in ca. 5 Minuten zu Fuß zum Auto gehen und alles einladen.

Der erfolgreiche Spieleautor Reiner Knizia im Interview mit dem Dicetower

Nun begann der gemütlich Teil, alles anschauen, schlendern und ein paar Spontankäufe machen. Die führten dazu, dass wir ein zweites Mal zum Auto mussten… ja, mit der Bahn würde ich nie wieder zur Messe fahren. Für Freunde kaufte ich noch Clans of Caledonia, und schon bereue ich ein kleines bisschen, mir nicht selbst eine Ausgabe mitgenommen zu haben. Aber immerhin weiß ich, wo ich es spielen kann 😉 Der Freund kassierte noch Indiespiele mit Römerthema ein. Ich habe eine kleine Shoppingtour bei der Galeria Kaufhof unternommen, wo es tatsächlich noch Schnäppchen gibt. Gekauft habe ich Ice Cool, Patchwork (schon ausprobiert und für toll befunden) und ein Exit-Spiel. Man muss ja mal Hypes zumindest ausprobieren. Und beim Betrachten unseres vollen Spieleregals finden wir die Idee Spiele irgendwann wegzuwerfen gar nicht mehr so schlecht.

Asmodée Shop

Die größte Neuerung gab es dieses Jahr in Halle 1, die man eigentlich auch Asmodée-Halle nennen kann. Der Verlag besetzt mehr als die halbe Halle. Den Stand der Heidelbären, die von Asmodée nun auch gekauft wurden, habe ich wirklich vermisst. Stattdessen erwartete die Besucher eine fast klinisch aufgeräumte Halle mit viel Freiflächen und einer großen Bühne mit Leinwand. Die eierlegende Wollmilch…ah die Star Wars Spiele wurden perfekt inszeniert. Auf mehr Eventcharakter wie bei der Gamescom darf man sich in Zukunft einstellen. Leider war es auch ähnlich stickig und warm in Halle 1, so ein unangenehmes Klima habe ich auf der Messe bisher noch nie erlebt. Bei Fantasy Flight (auch Asmodée) konnte man das neue Civilization-Spiel bewundern, was sehr vielversprechend aussieht. Leider fehlte Twilight Imperium komplett. Die 4. Ausgabe gab es noch vor einigen Monaten auf der GenCon zu kaufen, auf der Spielemesse keine Spur davon. Den Asmodée-„Schnäppchen“-Shop haben wir auch kurz besucht, gegen 13 Uhr war die Schlange ausnahmsweise sehr kurz. Hier habe ich ein Chocobo-Spiel mitgenommen, richtige Schnäppchen suchte man hier vergebens.

Halle 3, die größte Halle

Nach einem Mittagsimbiss verabschiedeten wir uns gegen 15 Uhr von der Messe. Zum Spielen ist es uns beiden leider zu laut und auch zu ungemütlich. Das war vor einigen Jahren noch deutlich entspannter, mittlerweile ist auch der Donnerstag sehr voll. Allzu viele Schnäppchen darf man sich nicht erhoffen, nach wie vor sind einige Spiele sogar teurer als im Handel (Pandemic Legacy 2 für ~70€, online für fast 10€ weniger). Aber wir kommen trotzdem gerne jedes Jahr wieder. Zig Hallen gefüllt mit Brettspielen, nette Mitmenschen und viele viele Eindrücke. Ja, dafür lohnt sich dieser kleine Mini-Urlaub 🙂

PS. Auch in diesem Jahr kann man die Veranstalter loben. Mit dem Parken gab es keine Probleme, alles war perfekt geregelt und durchdacht.

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