[Spiel] Viticulture

Im Frühjahr 2016 haben wir unsere ersten Partien Viticulture gespielt und dann das Spiel ein Jahr lang nicht angerührt. Nicht, weil es nicht gefallen hat, sondern weil man als Boardgame-Hoarder noch so viel anderes spielen muss. Viticulture war 2013 das erste veröffentliche Spiel von Stonemaier Games, die 2016 mit Scythe einen riesigen Hit landeten und im Herbst 2017 ihr erstes Legacy Game namens Charterstone veröffentlichen. Wenn ich an Stonemaier Games danke, dann direkt an die wunderschönen Komponenten und an exzellente, einfache Regeln. So eingängige Regeln, dass sie schnell wieder im Kopf sind und wir daher diesen Sommer zahlreiche Partien auf dem Weinberg verbracht haben.

Viticulture ist ein worker placement Spiel. Die Spieler sind Winzer, die ihr Weingut nach und nach ausbauen. Dabei durchläuft das Spiel zwei Phasen. Im Sommer (linkes Spielbrett) gilt es Reben zu pflanzen, Touristen zu bespaßen, Gebäude auszubauen oder Besucher einzuladen, die mit netten Boni locken. Auch im Winter, der zweiten Spielphase auf dem rechten Spielbrett, kommen Besucher. Außerdem müssen Trauben geerntet und Wein hergestellt werden. Dieser wird verkauft und bringt Siegpunkte ein. Wer am Ende die meisten hat gewinnt.

Die verschiedenen Aktionen sind je nach Spielerzahl begrenzt und die Spielerinnen konkurrieren zum Beispiel um die Plätze bei der Option „Rebe pflanzen“. Noch dazu gibt es für den ersten, der eine Aktion auswählt, Boni, z.B. einen Rabatt auf ein Gebäude. Man muss mit seinen Arbeitern gut haushalten, wie viele setze ich im Sommer ein, wie viele muss ich mir für den Winter aufsparen?

Man kann Viticulture mit 2 bis 6 Spielern spielen. Gut durchdacht: wie oft eine Aktion ausgewählt werden kann, hängt von der Spielerzahl ab. So bleibt der Konkurrenzkampf spannend. Bei 2 Spielern kann jede Aktion pro Jahreszeit nur ein mal gewählt werden, bei mehr Spielerinnen öfters. So kann man Viticulture auch gut zu zweit spielen, was selten bei Spielen mit worker placement ist. Am besten ist das Spiel meiner Meinung nach mit 4 Spielerinnen. Die Züge gehen relativ flott voran, so dass eine Partie nur 90 Minuten dauert.

Fazit: Auch wenn man wie ich kein Weintrinker ist, so kann Viticulture einen sofort mitreißen. Artwork und Komponenten sind großartig, die Regeln sind leicht zu erlernen, aber trotzdem braucht es einige Partien, bis man wirklich den Kniff verstanden hat, so effizient wie möglich zu winzern. Aufgelockert wird das Spiel durch ein paar Glückskomponenten, wie unterschiedliche Startbedingungen oder Besucherkarten.
Viticulture ist ein must-have im heimischen Spielregal. Die deutsche Ausgabe „Viticulture Essential Edition“ gibt es ab 46 Euro im Handel.

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