[Buch] Women and Power: A Manifesto

Women and Power: A Manifesto von Mary Beard (Professorin für Antike in Camebridge) ist ein kurzer Text von etwa 128 Seiten. Es ist ein – wie der Titel schon sagt – Manifest zum Thema Frauen, Macht und Antike. Der Text beruht auf zwei Vorlesungen und wurde nur an ein paar Stellen aktualisiert. Mir war klar, dass in der Antike Frauen wenig Macht hatten und dementsprechend auch wenig zu sagen hatten. Allerdings korrigiert Beard diese Annahme noch weiter nach unten. Öffentliches Reden war nicht etwas, was Frauen einfach nicht taten. Die Kunst der Rede war eins der männlichen Attribute schlechthin. „A women speaking in public was, in most circumstances, by definition not a woman“. Frauen seien mit ihren hohen, dünnen Stimme und dem jämmerlichen Tonfall einfach nicht fürs Reden ausgelegt. Huch, das kommt uns doch bekannt vor? Beard verknüpft geschickt antike Beispiele mit modernen Frauenfiguren wie Theresa May oder Hillary Clinton. Zum Beispiel erklärt sie, was es mit diesem Bild auf sich hat, in dem Trump als Perseus die Medusa Clinton enthauptet.

Zunächst vermutete ich, dass Woman and Power zu einem längeren wütenden Rant wird, da Beard auch ihre persönlichen Erfahrungen mit „schlauen Kommentatoren“ anspricht. Allerdings bleibt Beard nüchtern, vermeidet Verallgemeinerungen (z.B. sei es zu einfach zu sagen, dass überall Misogynie dahinter steckt) und ist an Lösungsstrategien interessiert „If women aren’t perceived to be within the structures of power, isn’t it power that we need to redefine?“

Geärgert habe ich mich nur, dass mein Bild von der griechischen Kriegerin Athena nun dahin ist. Beard erklärt, warum auch sie keine positive Frauendarstellung der Antike ist. Aber hey, kann man antike Bilder nicht neu und positiv besetzen? Auch diese Frage stellt Beard und überlässt es der Leserin eine Antwort zu finden.

Fazit: Mit 128 Seiten kann man den Text gut an einem Stück lesen. Schön geschrieben, für mich als Antike-Noob gab es interessante Einblicke in eine unbekannte Welt. Natürlich kann man nicht alles Gute und in dem Fall Schlechte auf die Antike zurückführen, aber es war interessant zu lesen, was für eine Tradition das Silencing /Zum-Schweigen-bringen von Frauen zugrunde liegt. Wer eine bessere Review als diese lesen will: diese fand ich ganz gut.

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