[Serie] Party of Five

Party of Five lief von 1994 bis 2000 im US-Fernsehen, ab 1996 erstmalig in Deutschland.  Von der Serie habe ich damals sporadisch die ersten Staffeln geguckt und fand die Geschichten um die fünf Geschwister, die ihre Eltern verlieren und alleine zurecht kommen müssen, ganz ansprechend. Besonders großen Erfolg hatte Party of Five meiner Erinnerung nach nicht. Nun gibt es die Serie auf Netflix, geballte 142 Folgen auf 6 Staffeln verteilt.

Die Familie Salinger lebt in San Francisco. Owen ist kein Jahr alt, Claudia 11 Jahre, Julia 15, Bailey 16 und Charlie 24. Ihre Eltern kommen plötzlich bei einem Autounfall, verursacht durch einen alkoholisierten Fahrer, ums Leben. Charlie, der zerstreute Frauenheld, muss plötzlich für seine Geschwister sorgen. Erinnert ein bisschen an Full House, nur dass Party of Five keine Comedy ist, sondern eine Dramaserie. Mit der Zeit erweitert sich der Hauptcast noch um Charlies on-off-Freundin Kirsten und Baileys Freundin Sarah.

Party of Five ist recht gut gealtert und spricht Themen an, die noch heute aktuell sind. Was mir positiv auffiel: die Geschichten werden über mehrere Folgen gesponnen. So sieht man den bald alkoholabhängigen Charakter vorher immer wieder nebenbei trinken. Die Krebserkrankung eines anderen Charakters kündigt sich durch Kleinigkeiten an. Ein weiteres „Highlight“ war die Darstellung von Depressionen. Diese verlaufen zwar bei jedem anders, aber ich fand es gut, dass die Depressionen hier „im Alltag“ gezeigt wurden, bei Tageslicht und ohne „Mystifizierung“, wie es oft bei Teenagerserien gemacht wird. Besonders aktuell war sicherlich Julias Storyline. Sie hätte sich damals vermutlich nicht als Feministin bezeichnet, wächst aber während der Serie zu einer heran – leider auch gezwungen durch schlechte Erfahrungen.

Fazit: So progessiv die Serie auch wirkt, so altbacken ist sie an anderen Stellen. Allen voran negativ fiel mir auf, wie beleidigt die Männer reagieren, wenn ihre Partnerinnen ein tolles Jobangebot o.ä. bekommen. Mich langweilte auch der privilegierte Background der Salingers. Geldprobleme gibt es zu Beginn zwar kurz, aber danach läuft alles rund. Die ersten vier Staffeln fand ich dennoch gelungen. Bei den letzten beiden Staffeln wurde mir das alles zu wirr mit den verschiedenen Colleges, Partnern und den künstlich herbei gerufenen Konflikten. Alles in allem ist Party of Five kein Must-See, aber eine gute Serie für den Feierabend oder zum Nebenbei-Gucken.

 

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